Das ändert sich im Juli

Für Häuslebauer, ostdeutsche Rentner sowie Cineasten bringt der Juli so manche gute Nachricht. Doch auch in anderen Bereichen kommen auf die Menschen in Deutschland Veränderungen zu.

Kalender mit den Buchstaben des Monats Juli
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Einwegplastik

Viele Produkte aus Einwegplastik sind in Deutschland ab dem 3. Juli verboten. Betroffen sind Artikel, für die es Alternativen gibt, etwa Trinkhalme, Rührstäbchen, Luftballonstäbe oder Einweggeschirr. Auch bestimmte Trinkbecher sowie Einwegbehälter aus Styropor dürfen nicht mehr produziert und in den Handel gebracht werden. Vorhandene Ware darf noch verkauft werden.

Renten

Zwar bleiben die üblichen Rentenerhöhungen in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie aus - eine echte Nullrunde gibt es jedoch nur in Westdeutschland. Im Osten steigen die Renten zum 1. Juli minimal um 0,72 Prozent. Es handelt sich bei der Erhöhung um eine schrittweise Anpassung an das Rentenniveau im Westen. Nach der Anpassung erreichen die Bezüge im Osten laut Arbeitsministerium 97,9 Prozent der West-Renten.

Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Juli um zehn Cent auf 9,60 Euro pro Stunde. Geplant sind weitere Erhöhungen zu Jahresanfang und -mitte 2022. Ausnahmen für den gesetzlichen Mindestlohn gelten für Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Auszubildende und Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate nach Beendigung ihrer Arbeitslosigkeit. Auch bis zu dreimonatige Praktika dürfen unter Mindestlohn bezahlt werden.

Digitaler EU-Impfnachweis

In Deutschland gibt es den elektronischen Impfnachweis schon. Ab 1. Juli ist das digitale Covid-Zertifikat EU-weit verfügbar. Es dient als Nachweis dafür, dass man entweder geimpft oder von Corona genesen ist und soll das Reisen erleichtern. Allerdings werden die Vorschriften mit Blick auf die bedenkliche Delta-Variante aktuell angepasst. So schickt Deutschland alle Reisenden, die aus Großbritannien, Portugal oder Russland zurückkehren, in Quarantäne, egal ob sie einen Immunnachweis haben oder nicht.

Glücksspiel

Online-Poker und Roulette im Internet sind ab Anfang Juli nach bundesweit einheitlichen Regeln erlaubt. So ist künftig für Netz-Glücksspiele ein Spielkonto zwingend erforderlich. Dafür müssen sich Spieler identifizieren und authentifizieren. So sollen Minderjährige ausgeschlossen werden. Außerdem dürfen Spieler grundsätzlich nur bis zu 1000 Euro im Monat auf das Spielkonto einzahlen und diesen Betrag nutzen.

Mobilfunk

Telekom und Vodafone schalten ihre Funknetze der dritten Generation (3G oder UMTS) ab. Davon betroffen sind Kunden, die ein sehr altes Handy benutzen oder einen Vertrag haben, der nicht den neueren 4G/LTE-Standard einschließt. Das sind nur wenige Verbraucher. Für sie wird mobiles Surfen problematisch, Telefongespräche oder klassische SMS-Nachrichten sind aber weiter möglich, weil der auf Telefonie ausgerichtete Mobilfunk-Standard der zweiten Generation bestehen bleibt.

Förderung für Häuslebauer

Wer ein Haus baut oder saniert und dafür Fördermittel des Bundes will, muss vom 1. Juli an neue Regeln beachten. Dann greift die neue "Bundesförderung für effiziente Gebäude", die mehrere Programme der Bank KfW und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ablöst. Die Förderung soll damit attraktiver werden. Außerdem muss nur noch ein einziger Antrag gestellt werden.

Bundesnotbremse und Homeoffice-Pflicht außer Kraft

Mit dem Auslaufen der Bundesnotbremse endet auch die darin geregelte Homeoffice-Pflicht Ende Juni. Eine mögliche Neuauflage des Gesetzes im Herbst hängt laut Regierung von der Entwicklung der Pandemie ab. Laut einer Studie der Krankenkasse DAK wollen neun von zehn Beschäftigten weiter von zu Hause aus arbeiten. Die Vorteile würden überwiegen. Der größte Pluspunkt sei die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch das Homeoffice.

Kinos öffnen wieder

Nach monatelangen Schließungen sollen die Kinos ab 1. Juli bundesweit wieder öffnen. Die Betreiber streben einen einheitlichen Neustart an. Dafür hatten sich mehrere Kinoverbände mit Filmverleihern abgesprochen. Die Hoffnung ist, dass neue Filme so an möglichst vielen Spielstätten zu sehen sind. Tatsächlich sind gleich mehrere Blockbuster und hochkarätig besetzte Filme angekündigt.

Versandhandel

Wer in Nicht-EU-Ländern wie den USA, China oder auch der Schweiz kleinere Waren bestellt, muss vom 1. Juli an mit höheren Kosten rechnen. Dann wird die Einfuhrumsatzsteuer auch für Artikel entrichtet, für die bisher eine Freigrenze von 22 Euro galt. Für viele Produkte gilt in Deutschland wie bei der Mehrwertsteuer ein Satz von 19 Prozent. Für Bücher sind sieben Prozent fällig.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 01. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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