Sido kämpft gegen Nasenspraysucht

07.01.2020 | 14:50 Uhr

15 Jahre war Rapper Sido abhängig von Nasenspray, das hat er seinen Fans jetzt in einem Instagram-Video erzählt. Keine Seltenheit, sagt HNO-Ärztin Silke Burkert im MDR JUMP Interview. Das Abhängigkeitspotenzial bei Nasenspray sei extrem hoch.

Sido
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"Einer meiner Vorsätze fürs neue Jahr war mit Nasenspray aufzuhören", sagt Sido in seinem Instagram-Posting, "Ich bin seit gut 15 Jahren nach Nasenspray süchtig." Leute, die ihn gut kennen würden, wüssten, dass er immer ein Nasenspray in der Tasche habe, so Sido weiter.

Also, wenn euch die Apotheke sagt: 'Leute, nutzt das Nasenspray nicht länger als eine Woche' - die haben recht!

Sido

Meistverkauftes Medikament Nasenspray

Das Nasenspray ist in den Apotheken in Deutschland das am häufigsten verkaufte Medikament. "Das Abhängigkeitspotenzial ist enorm hoch und Männer sind häufiger betroffen als Frauen", erklärt HNO-Ärztin Dr. Silke Burkert aus Halle. Das Thema sei in ihrer Praxis ein Dauerbrenner, gerade bei jungen Menschen.

HNO-Ärztin Dr. med. Silke Burkert aus Halle.
HNO-Ärztin Dr. med. Silke Burkert aus Halle. Bildrechte: MDR JUMP

Das freut mich, dass Sido das jetzt so publik macht, weil mir das Thema wirklich am Herzen liegt.

Symptome von Nasenspraysucht

Das Problem sei, dass abschwellendes Nasenspray nach einigen Stunden die Nase wieder anschwellen lasse und das könne dazu führen, dass die Nase dauerhaft verstopft sei, so Burkert. Wer zu lange Nasenspray nehme, dessen Schleimhaut trockne aus, der Reinigungsmechanismus der Nase wird zerstört.

Allerdings sei abschwellendes Nasenspray sehr segensreich, "gerade wenn man erkältet ist", so die Ärztin. Im Krankheitsfall vernünftig angewendet, schadet es nicht.

Alternativen zum Nasenspray

Statt Nasenspray empfiehlt die Ärztin eine Nasendusche. "Die Nase ist ein Filterorgan, wo sich Staub, Schleim, Viren und Bakterien absetzen und durch die Nasendusche kann man wunderbar die Nase reinigen und freibekommen", sagt Silke Burkert.

Auch ein Meerwasser-Nasenspray könne helfen. Das befeuchtet die Nase, lässt die Schleimhäute allerdings nicht an- und abschwellen. Wer das Gefühl hat, Nasenspray süchtig zu sein, sollte unbedingt seinen HNO-Arzt aufsuchen, empfiehlt Burkert. Außerdem könne man die ersten Tage erst mal ein abschwellendes Nasenspray für Kinder- und Babys nutzen, das nicht so hoch dosiert ist, denn die Abhängigkeit alleine zu besiegen, sei nicht immer machbar, so die Ärztin.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Feierabendshow | 07. Januar 2020 | 15:40 Uhr

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