MDR JUMP-Hörerfrage: Wie heißen Eure Kinder und warum habt Ihr Euch für diese Namen entschieden?

Für werdende Eltern ist es eine harte und schöne Aufgabe: Welchen Namen soll der Zwerg sein Leben lang tragen? MDR JUMP-Feierabendshow-Moderatorin Nora Sanne ist schwanger und mit ihrem Freund noch auf Namenssuche.

Vater mit zwei Kindern auf dem Arm vor Alm-Kulisse
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Eltern und werdende Mamas und Papas wissen, wie schwierig die Suche nach dem richtigen Vornamen sein kann. Immerhin müssen dabei einige wichtige Vorgaben erfüllt sein: Es soll ein schöner Name sein, der beiden gefällt. Er muss zum Nachnamen passen. Er muss zum Kind passen. Es soll kein Name sein, der später zu seltsamen Spitznamen "verunstaltet" werden kann. Der Name darf möglichst kein "Sammelbegriff" sein: Einmal Kind rufen und alle anderen Kleinen mit dem gleichen Namen schauen auch hoch!

"Nora und Aron - einfach Nora umgedreht"

Wir haben euch auf dem MDR JUMP-Facebookprofil gefragt, wie eure Kids heißen. Unglaublich, wie viele Geschichten ihr uns erzählt habt. Wir fanden auch spannend, wie einfach manchmal die Suche nach dem perfekten Namen für ein Kind sein kann. Einige Hörer haben uns auch geschildert, wie lange sie manchmal einen Namen schon im Herzen getragen habt, bevor das passende Kind auf die Welt kam. Wir haben hier ein nur ein paar der schönen Geschichten gesammelt.

Heidi

Heidi

Meine Tochter heißt Mathilda: Als ich und mein Mann noch jung waren haben wir mal "Leon - Der Profi" gesehen. Seitdem stand der Name fest. Etwa 10 Jahr später kam dann unsere Tochter zur Welt.

Kristin

Kristin

Unsere große Tochter heißt Nora. Das durfte der Papa aussuchen und unsere Sohn heißt Aron. Einfach Nora umgedreht.

Susann

Susann

Meine Töchter heißen Elisabeth und Charlotte. Ich bin Erzieherin von Beruf und es ist echt schwer, einen Namen zu finden...ich fand so manche Namen toll, aber dann dachte ich an Kinder von meiner Arbeit und dann wollte ich nicht, dass meine Kinder so heißen.

Jan

Jan

Unsere "Julia" heißt so, weil wir drei Brüder sind, die alle 3 mit einem"J" beginnen und wir dies fortsetzen wollten.
So heißt meine Tochter Julia und die von meinem Bruder Johannah.

Sarah

Sarah

Unser Sohn heisst Veit. Wir wollten einen Namen, bei dem sich nicht fünf Kinder in der Krippe umdrehen. Außergewöhnlich, kurz, einfach zu merken. Hat nicht jeder.

Sabrina

Sabrina

Meine Tochter heißt Cassandra Alexia. Meine Mama hatte mir in meiner Jugend erzählt, das sie sich gewünscht hatte, das meine Schwester Cassandra heißen sollte. Aber mein Papa war dagegen. Und mir hat der Name von Anfang an gefallen. Als ich dann erfahren hatte, das ich schwanger bin, wusste ich sofort, dass ich ein Mädchen bekomme und wusste auch direkt wie sie heißen sollte.

Maria

Maria

Unsere kleine Tochter heißt Elly. Sie trägt den Namen Ihrer Uroma.

Thomas

Thomas

Wir hatte fünf Namen! Am Ende habe ich gesagt, dass meine Frau einfach nen Namen entscheiden soll... Ich war so glücklich über die Geburt!

Steffi

Steffi

Wir haben 3 Söhne. Der älteste heißt Finn-Elias. Der Name stand schon fest, bevor ich meinen Mann überhaupt kennen gelernt habe. Ich wollte immer schon einen Finn haben.

"Stellen Sie sich vor, Sie würden selbst so heißen!"

Nicht immer haben werdende Eltern schon einen Lieblingsnamen im Kopf und suchen wochen- oder monatelang. Und werfen dann kurz vor oder kurz nach der Geburt noch einmal alles über den Haufen. Hilfe für die manchmal schwierige aber auch schöne Suche kommt von Gabriele Rodríguez von der Namenberatungsstelle an der Universität Leipzig.

Frau Rodríguez, es gibt so viele Bücher und Internetseiten voll mit Namen. Wo fange ich denn bei der Suche nach dem perfekten Namen an?

Die Gutachterin und Fachberaterin für Vornamen an der Namenberatungsstelle der Universität Leipzig, Gabriele Rodriguez, aufgenommen am 13.06.2017 in ihrem Büro in Leipzig.
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Ich sag immer zuerst: Wenn Sie einen Namen gefunden haben, dann stellen sie sich vor, Sie würden selbst so heißen. Wie fühlen sie sich damit? Und ich kann auch sagen: Zeitlose Namen gehen immer gut. Das sind Namen, die schon vor hundert Jahren beliebt waren und heute auch wieder ganz modern sind. Emma und Ida bei den Mädchen und Clara. Und bei den Jungen Paul oder altdeutsche Namen wie Otto, Willy, Arthur oder Richard, Bruno. Und wenn Eltern ihrem Kind einen ausgefallenen Namen geben wollen, rate ich: Geben Sie noch einen weiteren Namen dazu! Dann hat das Kind eine Wahlmöglichkeit.

Sollte ich mich schon vor der Geburt schon entschieden haben oder erst, wenn ich das Baby das erste Mal gesehen habe?

Es gibt Eltern, die haben schon vor der Geburt den Namen fest und der ändert sich nicht. Und ich hatte auch schon Fälle, dass die Eltern während der Schwangerschaft einen Namen fest hatten und dann sahen sie das Kind und stellten fest: Der Name passt gar nicht! Man sollte sich tatsächlich das Kind anschauen und dann entscheiden, ob der Name passt.

Was ist Ihnen bei der Namensberatung noch aufgefallen?

Man sollte einen Namen wählen, der einfach zu schreiben ist. Namen aus dem Französischen oder dem Irischen weichen in der Schreibweise sehr von der Aussprache ab. Das kann Probleme bereiten. Man sollte auch immer drauf achten, dass der Vorname mit dem Familienname zusammenpasst. Dass dann nichts Kurioses herauskommt. Und klar, man sollte man immer den Vornamen danach prüfen, ob man den verballhornen kann. Damit nicht aus dem Namen irgendwelchen lustigen Ableitungen gebildet werden. Das betrifft dann vor allem die Schulzeit und dann kann es sein, dass die Kinder unter dem Ärger der anderen leiden.

Wir haben für mein Kind ein paar Ideen, einen Favoriten und wollen das jetzt erstmal ruhen lassen. Die richtige Taktik?

Ein kleines Mädchen schaut unten aus dem Kinderwagen heraus.
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Man hat ja neun Monate Zeit. Und gut ist, wenn man sich was überlegt und dass dann erstmal ruhen lässt und dann wieder aufgreift. Dann kann man schauen, ob die Gefühle für diesen Namen immer noch die gleichen sind. Man sollte auf gar keinen Fall das Umfeld mit einweihen, weil dann ganz viele Meinungen kommen. Das verunsichert die Eltern.  

Sie beraten ja auch Standesämter, etwa bei der Genehmigung von Namen. Wo sind da die Grenzen? Wann wird ein Vorname abgelehnt?

Wenn man sich die Schwangerschaft anschaut, da werden ja immer auch "Arbeitstitel" gewählt. Da hatte ich schon Fälle mit "Keks" oder "Flauschi" oder "Schnuckel"…. Die hatten sich dann so verfestigt, dass die Eltern die mit eintragen wollten. Das geht natürlich nicht. Das passt vielleicht bei einem kleinen Kind, aber nicht bei einem Erwachsenen. Spannend ist übrigens auch, dass sich oft Geschwisterkinder in die Suche nach dem Namen einmischen. Da kommen oft Neubildungen zustande. Die sind prinzipiell erlaubt, wenn sie den Kriterien entsprechen. Sie müssen als Vorname erkennbar sein, das Geschlecht sollte erkennbar sein und der Namensträger sollte nicht lächerlich gemacht werden. Mein Sohn hat zum Beispiel für meine Enkelin den Namen Lulu gewählt. Der wird vielleicht nicht vergeben, aber wir sprechen in der Familie schon alle von Lulu. Das könnte zum Spitznamen werden.

Das sind einige der Namens-Favoriten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

MDR JUMP hat bei drei ausgewählten Standesämtern nachgefragt, welche Namen für Mädchen und Jungen Eltern aktuell am liebsten vergeben. Stadtsprecher Kristian Philler vom Standesamt Jena sagte uns:

Gemeinsam Eis geht immer. Und die Kleckerfähigkeit wird offenbar vererbt.
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Bei den Mädchen steht an erster Stelle die Charlotte, dann kommt die Emma und dann die Emilia. Bei den Jungen ist es Paul, dann kommen Anton und Ben. Kurz ist in!

Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra sagte uns, welche Namen in Magdeburg gerade besonders beliebt sind:

Wenn wir auf die Mädchen schauen, dann sind in den Top 3 die Sophie, Hannah – das ist ein Dauerbrenner – und Marie. Bei den Jungs steht der Emil ganz weit oben in der Hitliste. Dahinter folgen Henry und Theo.

In Dresden wählten Eltern am häufigsten den Namen Emilia, gefolgt von Charlotte und Emma. Bei den Jungs entschieden sich die meisten für Emil (wie schon im Jahr zuvor), für Oskar und Arthur. Laut dem Standesamt der Landeshauptstadt ist der Trend zu altdeutschen Namen ungebrochen: Edda, Hedda, Käthe, Rosa, Elise, Wilma, Frieda, Frida, Alma, Martha für die Mädchen und Albert, Arthur, Bruno, Emil, Karl, Franz, Friedrich, Alwin, Hans, Ludwig für Jungen landeten alle in den Top 100 der beliebtesten Namen.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 25. Juni 2020 | 17:10 Uhr

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