Nachts auf Toilette gehen schadet der Wirtschaft

13.03.2019 | 13:44 Uhr

Nachts auf Toilette müssen ist nervig. Nicht nur, dass man sich aus dem warmen Bett quälen muss, der nächtliche Harndrang ist wohl auch schlecht für die Wirtschaft, sagt eine neue Studie.

Eine Frau sitzt auf Toilette
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Nachts aufstehen, um aufs Klo zu gehen kann ganz schön lästig sein. Eine neue Studie der US Denkfabrik RAND-Corporation hat aber auch herausgefunden, dass nächtlicher Harndrang schlecht für die Wirtschaft ist. Wer nachts zweimal oder sogar öfter aufsteht, um auf Toilette zu gehen, der sei sowohl unzufriedener als auch unproduktiver.

Wirtschaftsschaden in Milliardenhöhe

Die Europa-Niederlassung von RAND hat errechnet, dass das Bruttoinlandsprodukt von Deutschland ohne die nächtliche Blasenschwäche etwa 7,5 Milliarden Euro höher liegen könnte. In den USA seien es sogar 40 Milliarden Euro. Dänische Forscher fanden in einer Untersuchung heraus, dass Nykturie die Arbeitsproduktivität um bis zu 24 Prozent senken kann.

Nicht nur das: Nykturie, wie der Drang nachts mehrfach zur Toilette zu gehen medizinisch genannt wird, führt zu Schläfrigkeit, depressiven Symptomen und einer Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit.

Keine Alterserscheinung

"Fälschlicherweise wird Nykturie in der Bevölkerung vielfach als eine unvermeidbare Alterserscheinung, vorrangig des Mannes, abgetan, obwohl es der Abklärung der Ursachen bedarf", sagt Kurt Miller, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie im Deutschen Ärzteblatt. Ein Ergebnis, zu dem auch die US-Forscher kommen: Frauen sind öfter betroffen als Männer, genauso wie Menschen mit Nierenerkrankungen oder Diabetes, heißt es in der neuen Untersuchung.

Die Forscher gewannen ihre Ergebnisse, in dem sie verschiedene Studien miteinander verglichen. Ihr Ergebnis ist übrigens vor allem eins: Nykturie sollte schneller erkannt und behandelt werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP | 17. März 2019 | 21:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2019, 15:45 Uhr

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