Tote Meise, die sich von der Abwehrpaste nicht mehr befreien konnte
Tote Meise, die sich von der Abwehrpaste nicht mehr befreien konnte Bildrechte: NABU Leipzig

Abwehrpaste hat geschützte Vögel getötet

17.10.2018 | 16:28 Uhr

Die durchsichtige klebrige Paste soll verhindern, dass sich Vögel auf Balkonen oder Dachrinnen niederlassen. In Leipzig haben Helfer des Naturschutzbundes in drei Jahren mehr als 50 tote oder flugunfähige Vögel gefunden, deren Gefieder mit der Paste verklebt war. Der NABU hat Anzeige erstattet.

Tote Meise, die sich von der Abwehrpaste nicht mehr befreien konnte
Tote Meise, die sich von der Abwehrpaste nicht mehr befreien konnte Bildrechte: NABU Leipzig

30 flugunfähige Vögel, 23 tote Tiere, darunter auch geschützte Vögel wie Haussperlinge oder Hausrotschwänze: Die Tiere haben ehrenamtliche Helfer des Naturschutzbundes Sachsen (NABU) seit 2015 in Leipzig gefunden. Die Tiere hatten sich offenbar auf Gebäuden in Leipzig niedergelassen, die teilweise mit Vogelabwehrpaste bestrichen waren. Laut NABU verklebten die Krallen der Tiere mit der Paste. Putzten die Vögel dann ihr Gefieder, verklebten auch ihre Flügel und Tiere wurden flugunfähig.

Abwehrpaste wird bundesweit eingesetzt

Der NABU vermutet, dass eine Schädlingsbekämpfungsfirma die Paste unter anderem auf Fensterbrettern aufgetragen hat, um Tauben zu bekämpfen. Juliane Dölitzsch vom NABU Leipzig sagte MDR JUMP:

Die Paste kann man im Internet bestellen, die wird als Vogelvergrämung angeboten.

Vogelabwehrpaste auf Geländer in Leipzig
Bildrechte: NABU Leipzig

Die Paste werde von den Herstellern als harmlos vermarktet, so der NABU, und bundesweit eingesetzt. Die Verwendung ist nach Ansicht der Tierschützer aber rechtswidrig. So genannte Klebefallen in Deutschland wurden unter anderem im Bundesnaturschutzgesetz verboten. Dieser Ansicht ist laut NABU auch das Leipziger Veterinärsamt. Der NABU bittet darum, Stellen mit der Paste oder daran verendete Vögel zu melden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 17. Oktober 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2018, 16:28 Uhr

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