Diese Museen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind perfekt für einen Ferienausflug

Schon das Wort klingt nach staubigen Gemälden, mit denen man kein Kind vom Hocker haut. Diese Museen bei uns in Mitteldeutschland bieten dagegen Erlebnisse für die ganze Familie.

Eine Familie in einem Museum
Bildrechte: imago images/Shotshop

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Es muss nicht immer das Hygienemuseum in Dresden oder das Staatliche Museum für Archäologie in Chemnitz sein. Sachsen hat auch außerhalb der großen Städte viele schöne und skurrile Museen zu bieten.

Sachsen

Suppenmuseum Neudorf

Im ehemaligen Rathaus in Neudorf hat Deutschlands einziges Suppenmuseum seit 2013 seinen Sitz.
Bildrechte: Heimatverein Neudorf / Stefan Süß

Im ehemaligen Rathaus von Neudorf gibt es seit ein paar Jahren das Suppenmuseum. "Neudorf war schon immer das Suppendorf", sagt Köchin und Museumsleiterin Kerstin Jahn.

Über 10.000 Ausstellungsstücke finden sich in dem Museum, die alle was mit Suppe zu tun haben und den Weg vom Arme-Leute-Essen zum leckeren Lifestyle-Food erzählen. Viele Besucher erkennen dort auch Küchengeräte von zu Haus wieder, erzählt Jahn: "Einige sagen dann, 'Ach, das ist ja wie bei Mutti' oder 'Ah ja, das haben wir neulich erst alles weggeworfen'."

Außerdem gibt es im Museum jedes Jahr die Weltmeisterschaft im Suppentopfziehen. Ähnlich wie beim bayerischen Fingerhakeln geht es darum, den Suppentopf auf seine Seite des Tisches zu ziehen. Für Kinder bietet das Museum außerdem ein Rätselspiel und - natürlich - den Suppenkasper.

Suppenmuseum Neudorf Karlsbader Straße 164,
09465 Sehmatal Neudorf,

täglich geöffnet von 11 Uhr bis 15 Uhr.

Eisenbahnwelten Rathen

Rathen
Bildrechte: MDR/Karsten Wolf

Der Kurort Rathen in der sächsischen Schweiz hat nicht die Elbe und atemberaubende Landschaften zu bieten, sondern auch eine wunderschöne Garteneisenbahn. Die ist nicht nur schön anzuschauen sondern auch die größte Eisenbahnanlage der Welt. Auf über 7.000 Quadratmetern fahren ständig 41 Züge.

Bislang stecken etwa 175.000 Arbeitsstunden in der Bahn, erzählt Garteneisenbahn-Chef Lothar Hanisch. Die Anlage beschäftigt sogar ihren eigenen Modellbauer:

Der hat alle Häuser selbst gebaut. Momentan muss er auch viel restaurieren, weil der Winter recht hart war.

Zu sehen gibt es trotzdem einiges. Neben den sächsischen Regionalbahnen, wie etwa der Kirnitzschtalbahn gibt es auch Modelle einer Wildwest-Strecke oder der Moritzburg. Wer will kann sogar in der dazugehörigen Pension die Nacht verbringen. Für Kinder gibt es außerdem einen Abenteuerspielplatz und verschiedene Geschicklichkeitsspiele.

Eisenbahnwelten Rathen Elbweg 10
01824 Kurort Rathen

Geöffnet von Dienstag bis Sonntag
Montag Ruhetag

Dentalhistorisches Museum Zschadraß

Man kann sich durchaus schöneres vorstellen, als in den Sommerferien zum Zahnarzt zu müssen. Ein Besuch im Dentalhistorischen Museum in Zschadraß, einem Ortsteil von Colditz, kann dagegen ziemlich spannend sein.

Das Museum ist eines größten Museen, die sich rund um die Zahnheilkunde drehen und hat eine beeindruckende Sammlung, wie Museumschef Andreas Haesler erklärt.

Wir haben eine Zahnarztpraxis von 1750, wir haben eine Wohlfühlpraxis von 1880, wir haben das älteste Dentallabor der Welt, wir haben die meisten römischen Zangen zum Zähne ziehen auf der Welt in unserer Sammlung, ich weiß gar nicht, wann ich aufhören soll.

Das Museum ist aber nicht nur für Freunde der morbiden Lust am Schmerz, sondern auch was für Kinder. Die bekommen nicht nur gezeigt, wie furchterregend ein Zahnarztbesuch früher war, sondern auch, wie wichtig Zähneputzen ist und dass ein Besuch beim Zahnarzt heute gar nicht mehr schlimm ist. "Hier werden Ängste genommen", sagt Museumschef Haesler.

Dentalhistorisches Museum Zschadraß Im Park 9b
04680 Zschadraß

Mittwoch bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr.
Andere Öffnungszeiten nach Vereinbarung.

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt wird gerne mal unterschätzt. Das zeigt sich schon an fiesen Sprüchen wie: "Halle hat auch schöne Ecken". Sachsen-Anhalt hat jede Menge schöne Ecken und jede Menge fantastischer Ausflugsziele für die ganze Familie. Hier ein paar Tipps.

Steinzeitdorf Randau

Steinzeitdorf Randau
Bildrechte: MDR JUMP

Wie haben die Menschen in der Steinzeit gewohnt, welche Werkzeuge haben wie benutzt und was haben sie gegessen? Diesen Fragen kann man im Steinzeitdorf Randau nachgehen. Dort steht das älteste Haus Mitteldeutschlands. Sage und schreibe 7.500 Jahre ist das Haus alt.

Dieses jungsteinzeitliche Pfostenhaus ist Mittelpunkt eines Freilichtmuseums, in dem sich nicht nur besichtigen lässt, was in der Gegend alles im Boden gefunden wurde, sondern auch, wie hart das Alltagsleben in der Steinzeit so war. So musste etwa täglich ein Wassereimer voll Korn gemahlen werden, um das Dorf satt zu kriegen, erzählt Hans-Christian Solka vom Steinzeitdorf Randau:

Das hält der heutige Mensch nicht lange durch. Wenige Minuten, dann hat er die Schnauze gestrichen voll.

Neben Werkzeugen und dem Mahlstein gibt es noch einen Ofen zu besichtigen und natürlich jede Menge zum Ausprobieren. Nicht weit entfernt ist übrigens das Ringheiligtum Pömmelte, eine Grabanlage aus der Steinzeit.

Steinzeitdorf Randau Müllerbreite 40,
39114 Magdeburg

Mo bis Donnerst 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr
Freitags von 9.30 Uhr – 15.00 Uhr

Sa, So und Feiertag ausschließlich eine Führung um 14.00 Uhr

Haus der Flüsse Havelberg

Blick auf ein futuristisches Gebäude an einem Fluss.
Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Wer gerne mehr über die Natur erfahren möchte, der kommt in der malerischen Stadt Havelberg voll auf seine Kosten. Dort liegt das Haus der Flüsse, das 2015 zur Bundesgartenschau eingeweiht wurde. In der Ausstellung dort kann man viel über den Elbe-Havel-Winkel, die Natur und ihre Bewohner lernen.

Eines der Highlights ist für Museumsmitarbeieterin Jella Schnirch die Nachtkammer:

Da kann man mit verschiedenen Sinnen herauskriegen, wie und warum Tiere im Dunkeln leben.

Besonders spannend: Der Ultraschall, mit dem Fledermäuse sich orientieren, ist für menschliche Ohren hörbar gemacht worden.

Daneben gibt es auch einen ganzen Komplex, der sich mit Flussauen beschäftigt und erklärt, warum die einerseits einen unfassbaren Artenreichtum bieten, gleichzeitig aber auch für den Hochwasserschutz sehr wichtig sind. Das Tolle: Alles kann angefasst und ausprobiert werden.

Haus der Flüsse Havelberg Elbstraße 2
39539 Havelberg

täglich von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Thüringen

Thüringen ist nicht unbedingt als Museumsland bekannt. Klar, man kann sich das Goethe-Museum in Weimar anschauen oder den gruseligen Rattenkönig im Altenburg Museum. Aber das Land hat so viel mehr Museen zu bieten, die der ganzen Familie Spaß machen.

Schlossmuseum Arnstadt - Puppenstadt 'Mon Plaisir'

Der Ausschnitt einer Puppenstube aus dem Barock zeigt einen Mittelaltermarkt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Schlossmuseum Arnstadt kann man sich eine historische Puppenstadt anschauen. 1697 hat sich Fürstin Dorothea Auguste auf der Leipziger Messe das nötige Werkzeug dazu gekauft und in den Jahren darauf ganze 82 Puppenstuben mit unterschiedlichen Szenen angefertigt. Damit die historischen Puppen nicht verfallen, ist das Museum angenehm kühl, also genau das richtige für heiße Tage.

Und wer mit einer größeren Gruppe Kinder kommt, kann sich sogar für eine Führung mit einer besonderen Aktion zum Schluss anmelden, erzählt Kultur- und Kunstvermittlerin Evamaria Korn

In der Sammlung haben wir natürlich die Puppen zum Anschauen, aber im Anschluss machen wir dann unsere eigenen Puppen zum Spielen.

Wer in den einzelnen Stuben aufmerksam hinschaut, kann viele kleine Details erkennen, sagt Korn. Etwa ein Bett im Pferdestall, für den Knecht. Das dürfte den ein oder anderen Pferdefan grün vor Neid werden lassen.

Schlossmuseum Arnstadt Schlossplatz 1
99310 Arnstadt

Dienstag bis Sonntag 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr
Montag Ruhetag

Sandstein- und Märchenhöhle Walldorf

Im schönen Walldorf gibt es die Sandstein- und Märchenhöhle zu entdecken. Auf einem ca. einen Kilometer langen Rundweg sind verschiedene Stationen aufgebaut. Im ersten Teil ist die Geschichte der Höhle und der Sandmacher mit Figuren dargestellt. Der zweite Teil ist dagegen vor allem für Kinder ein Highlight: Hier sind verschiedene Märchenszenen aus den Märchen der Gebrüder Grimm und von Ludwig Pechstein dargestellt.

Von Hänsel und Gretel über Schneewittchen ist alles dabei. Besonders beliebt ist natürlich das Sandmännchen, mit den beliebten Figuren wie Pittiplatsch, Herr Fuchs, Frau Elster und Moppi, erzählt Betreiber Bernd Hartung:

Die Kinder sollen sich auch mit den Märchen beschäftigen und erraten, was das für welche sind.

Sandstein- und Märchenhöhle Walldorf
Bildrechte: Sandstein- und Märchenhöhle Walldorf

Über Tage gibt es auch einiges zu entdecken. Neben einem kleinen Park mit Tieren kann man sich unter anderem ein Boot mieten, Karussell fahren und natürlich auch Essen gehen.

Sandstein- und Märchenhöhle Walldorf An der Sansteinhöhle 4
98639 Walldorf

täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
letzte Höhlenführung durch das Schaubergwerk um 17:00

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