Eine Mücke
Bildrechte: imago/Xinhua

Steht uns eine Mückenplage bevor?

Zuletzt aktualisiert: 03.06.2019 | 15:06 Uhr

"Kalter Winter, wenig Mücken", wird immer wieder gesagt. Diese Aussage stimmt gar nicht - ganz im Gegenteil. Droht uns also nach dem milden Winter im Sommer eine Mückenplage in Mitteldeutschland?

Eine Mücke
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Kalte Winter versprechen wenig Mücken im Sommer, sagt eine Volksweisheit. Das stimmt aber gar nicht, sagt Dr. Doreen Werner. Sie ist Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung und erklärt, dass der Glaube, ein kalter Winter lasse die Mücken sterben, tatsächlich ein Irrglaube ist:

Kalte Winter führen dazu, dass die Insekten wirklich gut überleben können. Die haben eine eingebaute Frostschutzflüssigkeit. Wenn die Temperaturen abfallen, reduzieren sie ihren Stoffwechsel und kommen in einen Art Winterschlaf. Je kälter die Winter sind, desto besser kommen die Insekten ins neue Frühjahr.

Das Gegenteil ist also der Fall: Knackig-kalte Winter lassen die Insekten eher überleben als milde Winter.

Wenn die Temperaturen so um den Nullpunkt pendeln und es immer so hin und her schwankt, also auftauen, einfrieren, dann ist das für die sehr energieraubend. Außerdem sind dann Pilzsporen aktiv, die die Larven überwuchern und zum Absterben führen.

Demnach müssten wir in diesem Sommer also eigentlich keine Angst vor einer Mückenplage haben.

Keine Gefahr einer Mückenplage?

Den einen nerven schon zwei Mücken, den nächsten erst zwanzig. Was eigentlich eine Mückenplage ist, ist schwer zu definieren, erklärt die Biologin. Dennoch kann auch Doreen Werner noch nicht voraussagen, wie sich die Population entwickeln wird - trotz des milden Winters:

Mücken mögen es feucht und warm. Das hängt nun also sehr davon ab, wie feucht-warm der Sommer wird.

An sich hat das Jahr bisher ideale Bedingungen für Mücken geschaffen. 2019 war zum Teil überdurchschnittlich warm und auch überdurchschnittlich nass. Dadurch kann es durchaus sein, dass wir es in diesem Jahr mit mehr Mücken zu tun bekommen.

Im Frühjahr wird der Grundstein für die nachfolgenden Generationen gelegt.

Je mehr Eier die Weibchen im Frühjahr legen, desto mehr Mücken können sich auch im Sommer fortpflanzen - solange der warm bleibt und es regelmäßig regnet. Nach ähnlich feucht-warmen Bedingungen im Frühjahr 2018 gab es vergangenes Jahr keine Mückenplage. Der Sommer war über einen langen Zeitraum schlicht zu heiß und zu trocken. Solches Klima könnte die Mückenpopulation auch in diesem Jahr klein halten.

Schickt gefangene Mücken ein

Für ihre Forschung brauchen Doreen Werner und ihre Kollegen übrigens Mücken von überall. Sie wollen zum Beispiel wissen: Welche Mückenarten kommen wo wie oft vor? Und dafür brauchen sie auch noch Unterstützung aus Mitteldeutschland:

Wir bitten darum, Mücken nicht tot zu schlagen, sondern vorsichtig einzufangen, über Nacht in den Gefrierschrank zu legen zum Abtöten und dann in einem kleinen Döschen zu uns zu schicken. Der Einsender bekommt von uns auch eine Antwort, welche Mücke das war und was er gegebenenfalls dagegen tun kann.

Mückenjäger finden alle Infos sowie das Einsendeformular hier.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 05. Juni 2019 | 05:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juni 2019, 15:07 Uhr

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