Michael Jackson
Bildrechte: IMAGO/teutopress

Missbrauchs-Doku über Michael Jackson sorgt für Diskussionen

04.03.2019 | 14:03 Uhr

Der Dokumentarfilm "Leaving Neverland" über Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson sorgt weltweit für Aufregung. Die Familie vermutet eine Kampagne gegen den "King of Pop".

Michael Jackson
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Es wird wieder lauter um Michael Jackson. Zehn Jahre nach seinem Tod schlägt der Dokumentarfilm "Leaving Neverland" von Regisseur Dan Reed große Wellen. In der zweiteiligen Doku, die der amerikanische Pay-TV-Sender HBO zeigt, behaupten der 40-jährige Programmierer James Safechuck und der 36-jährige Choreograf Wade Robson, dass sie als Kinder über mehrere Jahre hinweg von dem Popstar sexuell missbraucht wurden. Robson sagt, der Missbrauch habe begonnen, als er sieben Jahre alt war: "Jedes Mal, wenn ich mit ihm die Nacht verbrachte, hat er mich missbraucht."

Unter anderem wird in dem Dokumentarfilm der Prozess aus dem Jahr 2005 aufgerollt, der damals mit einem Freispruch Jacksons geendet hatte. Ein Teenager hatte behauptet von Michael Jackson mehrfach missbraucht worden zu sein. Wade Robson, der damals ein Teenager war, hatte den Sänger im Prozess im kalifornischen Santa Maria allerdings noch unter Eid verteidigt. Zur Begründung seiner geänderten Aussage erklärte er, der "King of Pop" habe ihn damals einer Art Gehirnwäsche unterzogen.

100 Millionen Dollar Schadenersatz gefordert

"Leaving Neverland" hatte Ende Januar beim "Sundance Filmfestival" in Utah Premiere gefeiert und schon damals viele Zuschauer schockiert. Die Nachlassverwalter des Musikers versuchten, die Ausstrahlung des Films im Fernsehen zu verhindern und fordern 100 Millionen Dollar (etwa 88 Millionen Euro) Schadensersatz von HBO. Jacksons Nachlassverwalter werfen Filmemacher Reed vor "gegen jede Regel von verantwortungsvollem Journalismus und Dokumentarfilmen" zu verstoßen, da er weder sie noch Jacksons Familie vor die Kamera holte. Reed entgegnet, er habe Augenzeugen sprechen lassen wollen. Die Familie könne nicht über das sprechen, was den Jungen geschehen sei.

Jackson-Familie versucht entgegenzuwirken

Jacksons Familie weist alle Vorwürfe zurück. In einem Statement heißt es: "Wir können nicht einfach dabei zusehen, wie dieses öffentliche Lynchen weitergeht. Michael ist nicht mehr da, um sich zu verteidigen, sonst wären diese Anschuldigungen nie gemacht worden." Einige Familienmitglieder beschuldigten die beiden Männer sogar, sie wollten mit ihren Vorwürfen zum zehnjährigen Todestag des Musikers Profit herausholen. Jacksons Erben reagierten am Sonntagabend auf die Ausstrahlung des ersten Teils von "Leaving Neverland" mit einem Tweet, in dem sie einen Jackson-Konzertfilm bewarben. Ob und wann "Leaving Neverland" im deutschen Fernsehen zu sehen ist, ist noch nicht bekannt.

Missbrauch schon früher Thema

Der "King of Pop" war 2009 im Alter von 50 Jahren gestorben – an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol. Immer wieder gab es Gerüchte und Anschuldigungen, Jackson habe Jungs sexuell missbraucht. So hatte 1993 hatte ein 13-jähriger Junge erklärt, Opfer sexueller Übergriffe des Sängers geworden sein. Jackson bestritt das vehement, zahlte der Familie des Jungen aber schließlich eine Millionensumme als Schweigegeld.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 04. März 2019 | 18:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. März 2019, 15:02 Uhr

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