Microjobs - was Du damit wirklich verdienen kannst

Nebenbei Geld verdienen. Einfach so mit dem Smartphone, per App – das versprechen Anbieter sogenannter Microjobs. Wieviel Verdienst ist wirklich möglich und wann fragt das Finanzamt nach?

Ein Paar auf dem Sofa mit Laptop und Handy
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Auf das Handy – fertig – los! Was Du zum Microjobbing brauchst:

Tatsächlich nur ein Smartphone und die entsprechenden Apps. Die heißen zum Beispiel Clickworker, Streetspottr oder Appjobber. Wichtiger Tipp: Gute Apps erkennst Du an guten Bewertungen gleich im App-Shop, Fakes inklusive. Also Augen auf, rät auch die Verbraucherzentrale:

Lesen Sie vorab kritisch die Bewertungen der verschiedenen Apps. Achten Sie dabei besonders auf zwei Dinge: Wurden die App-Arbeiter fair und nach Absprache entlohnt? Und: Geben Sie Ihre Daten nur sparsam preis.

Der Sinn  

Eine Frau steht in der Küche und benutzt ihr Handy.
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Wenn ein Mensch täglich die gleiche stupide Aufgabe erfüllt, wird es schnell langweilig und eintönig. Wenn Viele immer einen Teil der Aufgabe erfüllen, sind sie flexibel einsetzbar, ermüden nicht so schnell und eine Firma braucht sie nicht fest anzustellen. Der Vorteil der sogenannten Crowd, also Masse.

Die Jobs und der Verdienst

Gebraucht werden zum Beispiel Menschen, die zu Hause Fragebögen ausfüllen, Produkte bewerten, Videos anschauen und darüber kurze Berichte verfassen. Da kann man also ganz bequem vom Sofa aus Geld verdienen. Draußen auf der Straße locken die lukrativeren Jobs: Schaufenster inklusive Produktpräsentation bewerten und fotografieren, als Mysteryshopper Testkäufe erledigen, Werbeaktionen überprüfen. Man ist ordentlich unterwegs.

Je nach Job gibt es Punkte im Wert von zwei bis hin zu zwanzig Euro. Wichtig: Um am Tag tatsächlich 20 und mehr Euro zu verdienen, muss man viele Jobs erledigen, inklusive weiter Wege oder zu Hause richtig flinke und ausdauernde Finger haben.     

Gut bezahlte Jobs sind schnell weg

Onlinebanking am Handy
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Und dabei kann man gerade bei den Außenjobs auch mal für umsonst unterwegs sein. Denn: Wo gut verdient wird, sind Konkurrenten nicht weit. Ist man vor Ort, kann es sein, dass der Job schon erledigt wurde.

Auf dem Land lohnt es sich nur mit schnellen Fingern

In Großstädten wie Berlin oder Hamburg sind etliche Microjobs zu vergeben. In der Kleinstadt ist es dagegen schwer, einen ordentlichen Tagesverdienst im Außeneinsatz zusammen zu bekommen. Da arbeitet es sich besser direkt von zu Hause. Eintönigkeit am Computer ist dabei aber immer möglich.

Zahlungsverzögerungen und Datenklau

Problem: Viele Apps bieten keine Bar-Auszahlung an, sondern zum Beispiel Amazon-Gutscheine. Um sich einen Urlaub nebenbei zu verdienen, müsste man schon richtig lange arbeiten.

Die Auszahlung klappt nicht immer und für die meisten Aufträge bekommen Sie nur sehr wenige Punkte gutgeschrieben,

warnt die Verbraucherzentrale nach zahlreichen Beschwerden unzufriedener Microjobber und berichtet außerdem davon, dass manche Apps die erhobenen Daten der Jobber, also Mailadressen, Telefonnummern usw., an andere Firmen weiterverkaufen. Das Ergebnis: Massenhaft ungewollte Werbung. Im Streitfall hat man gegen die meist großen Auftraggeber kaum eine Chance. Und für wenige Euro einen Rechtsstreit zu führen, lohnt sich außerdem kaum, und das wissen die Anbieter.  

Auch Microjobs müssen versteuert werden, wenn:

Die Steuer muss an das Finanzamt gezahlt werden.
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Rentner, Studenten, Minijobber - wer sich etwas dazu verdienen will, kann das bis zu einem Grundfreibetrag von aktuell 10.347 Euro im Jahr. Pro Monat sind das rund 862 Euro. Kommt man mit Microjobs oder/und anderen Einnahmen über diesen Wert, muss man Steuern zahlen. Zu denken, den Microjob bekommt keiner mit, ist ein Fehler. Die beauftragenden Firmen setzen bei Ihrer Steuererklärung alle Ausgaben an, auch die für ihre als Crowd funktionierenden Microjobber.

Fazit

Mit Microjobs kann man ohne jegliche Vorkenntnisse und Vorbereitung schnell ein paar Euro verdienen – mehr aber auch nicht. Durch die zunehmende Digitalisierung sehen Experten künftig einen großen Bedarf an immer mehr Microjobbern. Verbraucherschützer warnen hingegen vor einer modernen Form von Tagelöhnern.   

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Themen des Tages | 10. Mai 2022 | 19:20 Uhr

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