Gemeine Biester Werden Mückenstiche immer heftiger?

28.05.2018 | 09.00 Uhr

Eine riesige, rote Beule auf dem Arm, nur weil eine Mücke zugestochen hat? Das kommt tatsächlich immer häufiger vor. Aber woran liegt das?

Mückenstiche sind vermutlich die unangenehmste Seite des Sommers. Sie jucken und sind meist an den unmöglichsten Stellen. In letzter Zeit scheinen sie außerdem immer größer und heftiger zu werden. Wir haben bei MDR Fernseharzt Dr. Carsten Lekutat nachgefragt, woran das liegt.

Riesenbeule dank Allergie

Seiner Einschätzung nach könnten unter anderem Allergien dafür verantwortlich sein. Hautärzte stellen immer wieder fest, dass Menschen mit Allergien auf Insektengifte wesentlich empfindlicher auf Mückenstiche reagieren, als andere. Weil Allergien immer häufiger in der Bevölkerung auftreten, ist es auch ganz natürlich, dass mehr Menschen über ungewöhnlich große Mückenstiche berichten, meint der Arzt.

Gift im Mückenspeichel

Dr. Carsten Lekutat
Dr. Carsten Lekutat Bildrechte: kick management

Wenn eine Mücke sticht, dann sondert sie ein bisschen Spucke ab. Die sorgt unter anderem dafür, dass wir erstmal nichts von dem Stich merken. Dadurch können aber auch alle möglichen Stoffe ins Blut gelangen. Eben auch Pestizide und Umweltgifte. Diese können heftige allergische Reaktionen provozieren. Ob das wahr ist, ist wissenschaftlich aber ziemlich umstritten. Kritiker dieser Theorie meinen, dass die Gifte viel zu niedrig konzentriert im Speichel sind, sodass eine heftige Reaktion eher unwahrscheinlich wäre.

Außerdem würde sich schon je nach Temperatur die Zusammensetzung des Mückenspeichels ändern. Wenn es kälter ist, erklärt Carsten Lekutat, dann können die Stiche auch röter werden und mehr jucken.

Besuch aus Asien

Die Zusammensetzung des Mückenspeichels spielt auch hier eine Rolle. Die unterscheidet sich nämlich auch bei Mückenarten. Weil sich immer mehr Mücken aus südlichen Gefilden in Deutschland ansiedeln, könnte es auch sein, dass wir den neuen Mückenspeichel einfach nicht gewohnt sind und deswegen heftiger reagieren.

Vor tropischen Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, müssen wir erstmal keine Angst haben, sagt Carsten Lekutat. Die Mücken seien zwar da, aber die Keime hätten sie noch nicht mitgebracht.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn man nicht kratzt, dann muss man wegen eines Mückenstichs nicht unbedingt zum Arzt gehen. Erst wenn er sich komisch anfühlt, oder seltsam aussieht.

In der Regel hat man ja ziemlich viel Erfahrung mit Mückenstichen. Also, wenn er nicht normal aussieht, dann sollte man auf jeden Fall zum Arzt.

Also, wenn der Mückenstich eitert, pocht oder sich komisch anfühlt, dann sollte man auf jeden Fall beim Arzt vorbeischauen.

Ansonsten gilt: Nicht kratzen und vor allem kühlen. Auch Quark oder Spucke helfen bei Stichen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 28. Mai 2018 | 15:27 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2017, 16:09 Uhr

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