Elternabend: Nach der Trennung – welches Betreuungsmodell ist das beste?

Nach einer Trennung der Eltern muss auch entschieden werden, wie die Kinder weiter betreut werden sollen. Wechselmodell, Nestmodell oder Residenzmodell stehen dabei unter anderem zur Wahl. Welches davon das Richtige ist, besprechen wir in der neuen Folge vom „Elternabend“.

Ein Kind hält sich die Ohren zu
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Rund 122.000 minderjährige Scheidungskinder lebten im Jahr 2019 in Deutschland. Viele Eltern entscheiden sich aufgrund der räumlichen Trennung für ein geregeltes Trennungs- bzw. Erziehungsmodell, welches den Kindern gerecht werden soll. In der zweiten Elternabend-Podcast-Folge spricht MDR JUMP-Moderatorin Bernadette Hirschfelder dazu mit der Beziehungsexpertin Barbara Trapp-Otto über die drei geläufigsten Modelle.

Wechselmodell

Eine Woche Papa, eine Woche Mama. So funktioniert das Wechselmodell. Hier verbringt das Kind die gleiche Anzahl an Tagen oder Wochen jeweils abwechselnd bei einem Elternteil.

Das Wechseln des Kindes beim Wechselmodell kann eine anstrengende Angelegenheit sein auf die man immer ein Auge haben muss. Es ist wichtig zu wissen, ob das Kind den Wechsel nur tut, damit die Eltern emotional gut versorgt sind oder ob es das selbst auch möchte.

Nestmodell

Bei dem sogenannten Nestmodell ist das gemeinsame Familienheim der Ausgangspunkt. Die Kinder bleiben dabei, wie der Name schon vermuten lässt, im Nest. Die Eltern hingegen leben abwechselnd bei den Kindern.

Das ist die Variante, von der ich finde, dass sie vor allem für kleine Kinder die beste Variante ist. Die Kinder müssen keinen Wechsel vornehmen und ständig mit dem Köfferchen von einer Wohnung in die andere.

Residenzmodell

Unter dem Residenzmodell versteht man eine Regelung, bei der das Kind oder die Kinder getrenntlebender Eltern einen überwiegenden Anteil der Zeit bei einem der beiden Elternteile verbringen. In den meisten Fällen findet der Wechsel an jedem zweiten Wochenende statt.

Es gibt viele Situationen, da ist es aus beruflichen Gründen zum Beispiel gar nicht anders möglich. Die Qualität einer Beziehung macht sich nicht nur an der Anzahl der Stunden und Tage fest, die ich mit dem Kind zusammen bin.

Trapp-Otto sagt als Resultat zu diesen drei Modellen:

Ich persönlich kann zwischen den drei gar nicht sagen, welches das Nonplusultra ist, weil es keine pauschale Lösung gibt, die für alle passen würde. Es gibt aber von all diesen Modellen gute Zwischenstufen.

Wichtig ist jedoch, dass sowohl Kind als auch Eltern mit dem gewählten Modell zufrieden und einverstanden sind. Auch klare Verhältnisse sind wichtig nach einer Trennung. Die Kinder müssen wissen, dass Mama und Papa kein Paar mehr sind, sie aber trotzdem nicht weniger lieb haben.

Wichtig ist die Hauptbotschaft - dass sie ihren Kindern sagen: Papa und Mama wollen sich jetzt trennen als Paar, aber wir bleiben eure Eltern.

Wir haben dazu auch mal in der MDR JUMP Facebook-Community nachgefragt, wie die Themen Trennung und Erziehungsmodell bei euch gehandhabt wurden.

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Zu jeder wöchentlich erscheinenden Podcast-Folge gibt es auch ein passendes Youtube-Video, moderiert von Bernadette Hirschfelder und Elmar Emig. Die beiden schauen sich in dieser Folge die verschiedenen Trennungsmodelle mal ganz genau an und begleiten dazu Familien aus dem Sendegebiet, die diese leben.

MDR JUMP-Moderatorin Bernadette redet in der zweiten Podcast-Folge mit Beziehungsexpertin Barbara Trapp-Otto über Vor- und Nachteile unterschiedlicher Trennungs- und Erziehungsmodelle. Hier könnt ihr den Podcast direkt abonnieren, um keine Folge zu verpassen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 05. Oktober 2021 | 11:15 Uhr

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