Eine Familie mit einem vollen Einkaufswagen vor einem Supermarktregal
Bildrechte: imago/Jochen Tack

Marken oder No-Name-Produkte – Was ist wirklich besser?

26.04.2019 | 12:00 Uhr

Die Debatte ist fast so alt, wie Supermärkte und Discounter: Sind No-Name Produkte besser oder schlechter, als ihre Marken-Pendants? Die Stiftung Warentest hat ihre Tests erneut ausgewertet und ein Urteil gefällt.

Eine Familie mit einem vollen Einkaufswagen vor einem Supermarktregal
Bildrechte: imago/Jochen Tack

Wer aufs Geld achten muss, der stellt sich oft die Frage, ob man wirklich teurere Markenprodukte kaufen soll, oder ob's eine Handelsmarke auch tut. Vor allem bei Drogerieprodukten locken die Ketten mit günstigen Eigenmarken, die den teuren Produkten der etablierten Hersteller in nichts nachstehen sollen.

Häufiger gute Noten

Die Stiftung Warentest hat jetzt 21 Tests aus den Jahren 2017 und 2018 ausgewertet und untersucht, ob die billigen Eigenmarken mithalten können. Das Ergebnis: Sie sind im Schnitt sogar besser.

Handelsmarken, also die billigeren No-Name-Produkte, bekamen in den ausgewerteten Tests häufiger die Noten sehr gut und gut. Außerdem wurde an sie seltener die Note mangelhaft vergeben. Ausgewertet wurden Tests von Waschmitteln, Reinigungsprodukten, Körperpflege- und Kosmetikprodukten, Handcremes, Sonnenschutzmitteln sowie Katzenfutter. Im Durchschnitt sind Handelsmarken und Markenprodukte allerdings in etwa gleich auf. Nach Testsiegen steht es laut Stiftung Warentest sogar unentschieden.

Über 100 Prozent Preisunterschied

Die Preisunterschiede sind dabei enorm. Nur ein Beispiel: Für 30 Milliliter Creme von Weleda mit dem Test-Urteil "gut" werden 9,15 Euro fällig. Die ebenfalls mit "gut" bewertete Creme der Eigenmarke Balea kostet dagegen nur 2,55 Euro. Der größere Inhalt spielte beim Vergleich dabei keine Rolle. Stattdessen haben die Tester einfach zwei verschiedene Warenkörbe aus den Produkten mit den besten Noten zusammengestellt, einen mit No-Name-Produkten und einen mit Markenprodukten. Preisunterschiede von über 100 Prozent sind bei den untersuchten Gruppen laut Stiftung Warentest keine Seltenheit.

Bereits letztes Jahr führte Stiftung Warentest einen ähnlichen Vergleich mit Lebensmitteln durch. Die Ergebnisse waren ganz ähnlich, oft lagen die günstigen Handelsmarken vor ihren teuren Konkurrenten.

Hinter Handelsmarken stecken oft bekannte Hersteller

Dass hinter den billigen Marken aus dem Discounter oft bekannte Hersteller stecken, ist kein großes Geheimnis. Laut Stiftung Warentest heißt das aber nicht, dass man das gleiche Produkt in anderer Verpackung zu einem günstigeren Preis bekommt. Oft ist die Rezeptur beim No-Name-Produkt leicht verändert. Trotzdem lohnt sich der Griff zum billigen Produkt, denn offensichtlich bekommt man für weniger Geld in vielen Fällen die gleiche oder sogar bessere Qualität.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 26. April 2019 | 11:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2019, 14:04 Uhr

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