Mark Forster: Wir dürfen nicht durchknallen und müssen die Ziellinie sehen!

Per Videoschalte ins Tonstudio spreche ich mit Mark Forster über seine neue Wachsfigur bei Madame Tussauds in Berlin, seinen niedrigen Verbrauch an Kopfbedeckungen 2020 und wie sein Weihnachten aussehen könnte. Dann koche er eben mit der Familie per Videoschalte, wenn die Beschränkungen noch gelten.

Mark Forster im Interview mit MDR JUMP-Musikredakteur Felix Heklau 28 min
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MDR JUMP Mo 09.11.2020 18:00Uhr 28:01 min

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Popsänger Mark Forster mahnt auch in Zeiten von Corona zu Gelassenheit und Zuversicht. „Wir dürfen nicht durchknallen, wir dürfen unseren Verstand nicht verlieren“, sagt er mir im Interview. „Wir müssen eine Ziellinie sehen. Die ist im Moment noch weit weg. Aber wir werden irgendwann durch diese Ziellinie kommen. Und wir dürfen jetzt nicht alles in Schutt und Asche legen, weil wir den Verstand verloren haben“, so der Sänger weiter. Das sei auch mit Blick auf das Weihnachtsfest gefragt, das er traditionell mit der Familie seiner polnischen Mutter in Polen feiert.

"Dann kommt die Familie per Videoschalte zusammen"

Ob das Fest dieses Jahr auch wie gewohnt stattfinden könne, sei zurzeit noch ungewiss, erzählt Mark Forster: „Ich weiß nicht, wie Weihnachten sein wird. Ich habe das Gefühl, dass wir jetzt diesen „Lockdown light“ haben, hat auch den Hintergrund, dass wir das an Weihnachten dann nicht so doll handhaben müssen. Kann gut sein, dass wir uns alle dann ein wenig zurücknehmen müssen, auch an Weihnachten.“ Sollten die Kontaktbeschränkungen weiter gelten, dann würde die Familie wie an Ostern wieder per Videoschalte zusammenkommen:

Wir haben vorher besprochen, was wir kochen. Das war eigentlich ein ganz schönes Ostern. Selbst, wenn man nicht die Familie besuchen kann, ist es trotzdem wichtig, mit der Familie zusammen zu sein und eben nicht durchzudrehen.

Basecap-Verbrauch von Mark Forster 2020 stark gesunken

Ein anderer Effekt dieses Corona-Jahres ist für den Sänger der drastische Rückgang seines Verbrauchs an Kopfbedeckungen. Von seinem Markenzeichen, der Kappe, waren vorher viele unterschiedliche Modelle im Einsatz. Ohne Konzerte sei sein Verbrauch stark gesunken:

Mark Forster live beim Solidaritätskonzert Halle.
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Sonst brauche ich viel, viel mehr! Ich hätte 40 Festivals gespielt. Dieses Jahr ist mein Käppi-Verbrauch deshalb sehr, sehr gering.

"Wertschätzung für die Branche fehlt"

Auch Mark Forster fordert, dass der Kulturbranche endlich mit ausreichenden Rettungsgeldern geholfen werden muss. „Wenn ich jetzt keine Konzerte spielen kann gerade, dann ist das für mich nicht so schlimm“, erklärt mir Mark. „Aber es gibt eine Menge Leute, denen geht gerade die Puste aus, finanziell.“ Damit meint er die vielen Bühnenbauer, Licht- und Tonleute, Caterer, Veranstalter und alle, die Konzerte überhaupt erst möglich machen. Für ihn liegt der Ursprung dieses Problems aber schon sehr lange zurück. „Das Grundproblem ist die Wertschätzung dieser Branche“, sagt er. „Es gibt ja andere Länder, da bekommt man anderen Respekt, wenn man jetzt Musiker ist oder in der Musikbranche unterwegs ist, als bei uns.“ Schon als Kind habe Mark das feststellen müssen:

Als ich in meiner Jugend geäußert habe, ich würde gerne Musiker werden, dann war das nicht so eine richtige Option. Dieses Gefühl ist halt immer noch ein bisschen da und das ist sehr, sehr falsch.

Um das zu untermauern, betont Mark dann die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Kultur: „Es ist nicht einfach nur Unterhaltungsquatsch. Es geht auch ums Theater und kleine Bühnen. Es geht auch um Künstler, die sich kritisch auseinandersetzen mit der Welt, in der wir leben, was dann zu Denkanstößen führt, wieder bei anderen Leuten. Das ist auch wie ein positiver Virus: Kunst! Und wenn wir den ausrotten, dann hat das ganz ganz schlimme Folgen. Das wollen wir nicht auf dem Gewissen haben.“

Warum Mark Forsters Wachsfigur erst 20 Kilo mehr auf den Rippen hatte, wie er mit seinen melancholischen Phasen umgeht und warum er Psychotherapien am liebsten mit einem Zahnarztbesuch gleichsetzen würde, erklärt Mark in unserem langen Videointerview.

MDR JUMP-Musikredakteur Felix Heklau trifft regelmäßig Stars zum Gespräch. Das Ergebnis kannst auch auch in unserem Podcast "Wartungsfläche Fuhrpark" hören. Einfach abonnieren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP AM ABEND | 09. November 2020 | 20:00 Uhr

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