Fiese Betrugsmasche im Netz: So schützt du dich vor Love-Scamming

Es ist eine gemeine Betrugsmasche, die immer wieder Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen arm macht. Beim sogenannten Romance- oder Love-Scamming täuschen Betrüger anderen starke Gefühle vor. Anschließend versuchen sie, an deren Geld zu kommen. All das läuft oft komplett online ab. Das Landeskriminalamt Sachsen verrät, wie wir uns wehren können.

Eine Frau tippt auf einem Smartphone.
Auf Datingplattformen suchen potentielle Täter nach ihren Opfern. Bildrechte: dpa

Wer als Single auf einem Online-Datingportal angemeldet ist, gehört zum Beuteschema der Love-Scammer. Die vermeintlichen Singles schreiben mit ihrem baldigen Opfer so, als würden sie die Person immer besser kennenlernen wollen. Bei ihm oder ihr entwickeln sich im Laufe der Konversationen über Wochen und Monate starke Gefühle. „Irgendwann ist es gefühlt die große Liebe“, sagt Kathlen Zink vom Landeskriminalamt Sachsen. 

Die Online-Beziehung wird immer ernsthafter. Der Partner gibt sich gebildet. Auf dem Foto ist der gut aussehend. Man fühlt sich schnell auf einer Wellenlänge.

Kathlen Zink, LKA Sachsen

Doch all das ist nur eine Illusion. Oft haben sich beide noch nie im richtigen Leben gesehen. Wenn der Täter genügend Vertrauen aufgebaut hat, dreht sich das Blatt.

Dann wird eine Notlage durch den Scammer erfunden. Er braucht ganz plötzlich Geld für einen Flug oder es gibt ein krankes Familienmitglied. Dann ist das Geld fällig.

Kathlen Zink, LKA Sachsen

Viele Menschen haben durch diese Masche bereits Geld verloren.

Eine Frau sitzt mit Hund und Tablet auf einem Sofa.
Nicht immer ist Online-Dating eine einfache und unkomplizierte Angelegenheit. Bildrechte: imago/imagebroker

„Love-Scamming ist kein Einzelfall.“

Allein in Sachsen wurden im vergangenen Jahr 299 Fälle von Love-Scamming zur Anzeige gebracht. Vielen Betroffenen ist es aber zu peinlich, zur Polizei zu gehen. „Wir wissen natürlich, dass die Dunkelzahl höher ist“, ergänzt Kathlen Zink. Dabei ist allein bei den registrierten Fällen der Schaden enorm. Insgesamt haben die Betrüger knapp 3,5 Millionen Euro erbeutet. Die meisten Opfer sind Frauen (76,5 Prozent). 

Wie kann ich mich wehren?

Besonders wichtig ist der gesunde Menschenverstand. Wenn auf einem Online-Datingportal eine vermeintliche Beziehung entsteht, die zu perfekt wirkt, ist das ein wichtiges Zeichen. „Wenn es zu schön ist, um wahr zu sein. Dann sollte man in sich gehen“, sagt Kathlen Zink. Ihr Tipp: Am besten ist es, die Situation einem unbeteiligtem Dritten zu schildern und diese Person die vermeintliche Beziehung bewerten zu lassen. Außerdem sind diese Punkte wichtig:

  • „Die Scammer verwickeln sich manchmal in Widersprüche. Da sollte man hellhörig werden“, rät Kathlen Zink.
  • Viele Täter sind englischsprachig. Auch das könnte ein Zeichen für einen Betrug sein.
  • Den Namen des Scammers in einer Suchmaschine eingeben kann helfen, einen potenziellen Täter zu entlarven.
  • Das Profilbild des Gesprächspartners in einer Bildersuche prüfen. Wenn es in mehreren Profilen auftaucht, kann es ein Fake-Profil sein.

Wenn der Verdacht eines Betruges aufkommt, ist eine Anzeige ratsam. Denn auch wenn viele Täter in Afrika oder Osteuropa sitzen und dadurch die Strafverfolgung schwierig ist: „Man sollte es immer probieren, den Betrüger zu fassen“, rät Kathlen Zink vom LKA Sachsen. Auch viele Dating-Plattformen versuchen, gegen die Betrüger vorzugehen.

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