Lieferservice Lieferdienste teilweise bereits auf Wochen ausgebucht

In Zeiten von Corona meiden viele Menschen derzeit den Gang in die Geschäfte und nutzen Lieferservices von Restaurants, Supermärkten oder Drogerieläden. Doch die hohe Nachfrage verlängert schon jetzt die Lieferzeit erheblich. Das MDR-Magazin "Umschau" hat einige Anbieter stichprobenartig überprüft.

von Kristin Hansen

Symbolbild Lieferdienst
Gefragt und ausgebucht: Wer derzeit Lebensmittel online bestellen will, muss lange Lieferzeiten in Kauf nehmen. Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Nichts geht mehr beim Lieferdienst von REWE, zumindest nicht bis Anfang April: Aktuell sind alle Liefertermine bis einschließlich 1. April ausgebucht. Besonders stark sei die Nachfrage nach lang haltbaren Lebensmitteln, Nährmitteln, Konserven und Drogerieartikeln, sagte REWE-Sprecher Andreas Krämer auf Anfrage der "Umschau": "Die hohe Nachfrage bringt Wartezeiten von bis zu ein bis zwei Wochen mit sich – die Wartezeiten sind abhängig vom jeweiligen Liefergebiet und sind nicht der Regelfall."

Auslieferungs Lastwagen der Lebensmittelkette REWE
Bildrechte: imago images / Jochen Tack

Auch beim Online-Händler food.de, der seinen Sitz in Leipzig hat und bundesweit Lebensmittel liefert, müssen Kunden ein paar Tage Wartezeit einplanen: "Wir sind für viele Menschen gerade das Mittel der Stunde. Allein die täglichen Neuameldungen sind 25 mal höher als in 2019. Die Lieferzeiten kommen durch die hohe Nachfrage ordentlich unter Druck, weshalb eine taggleiche Lieferung aktuell nicht möglich ist. Im Leipziger Raum liegen wir noch bei 3 Tagen bis 1 Woche, im Düsseldorfer Raum sind wir schon für 2 Wochen im Voraus ausgelastet", sagte Managing Director Karsten Schaal. Lange Wartezeiten gibt es derzeit auch bei den großen Drogerieketten: Bei Rossmann und dm können Kunden zwar online bestellen, allerdings weisen beide Unternehmen schon auf der Startseite darauf hin, dass die Lieferzeit derzeit mindestens 9 Werktage beträgt.

Getränkehändler schließt Shop zwischenzeitlich

Screenshot 'Durstexpress schließt Onlineshop zeitweise'
Bildrechte: Durstexpress GmbH

Auch Getränkelieferanten sind derzeit stark gefragt - so sehr, dass etwa der Anbieter "Durstexpress" am Donnerstag zwischenzeitlich seinen Onlineshop schließen musste. Nach kurzer Zeit waren Bestellungen wieder möglich, allerdings mit einer etwas verlängerten Lieferzeit von 180 statt 120 Minuten. Ähnlich ist die Lage beim Konkurrenten "Flaschenpost": "Wir verstehen uns als Grundversorger und bitten daher unsere Kunden um Verständnis, dass unsere Lieferung aktuell mehr Zeit in Anspruch nehmen kann. Nicht in allen Fällen können wir – wie unsere Kunden es von uns gewohnt sind – innerhalb von 120 Minuten liefern", sagte Unternehmenssprecherin Sabine Angelkorte. Zudem habe man das Angebot aufgrund der aktuellen Situation erweitert: Über den ursprünglich ausschließlich auf Getränke spezialisierten Lieferdienst können Kunden nun auch Haushaltsartikel, Drogeriebedarf und Lebensmittel zur Grundversorgung bestellen.

Auch kleine Restaurants wollen Lieferdienst anbieten

Aufgrund der anstehenden Restaurantschließungen haben viele, vor allem kleine Gaststätten, neue Services geplant: Einige wollen ihren Gästen jetzt Speisen zum Abholen anbieten oder sie nach Hause liefern. Andere schließen sich dafür auch an große Lieferdienste wie "Lieferando" an: "In den vergangenen Tagen haben wir einen wesentlichen Anstieg der Anfragen durch Restaurants feststellen können. Die Lieferung ist nun eine gute Alternative für Restaurants, die ihre Türen momentan für Gäste geschlossen halten müssen. Gleichzeitig haben sich allerdings auch viele Restaurants auf der Plattform dazu entschlossen, ihre Türen komplett zu schließen", sagte Unternehmenssprecherin Ann-Kathrin Donwald. Generell hätten in den letzten Tagen die Bestellungen von Kunden bereits zugenommen, allerdings könne man aktuell der Nachfrage gerecht werden.

Kontaktfreie Lieferung zum Schutz von Fahrern und Kunden

Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, haben die meisten Lieferservices auf die kontaktfreie Übergabe der Bestellung umgestellt: Bezahlt wird vorab, bei Lieferung wird auf direkten Kontakt verzichtet. So hat "Lieferando" beispielsweise die Lieferfahrer angewiesen, beim jeweiligen Kunden zu klingeln, die Lieferung vor der Tür abzustellen und von der Tür wegzutreten. "Der Fahrer wird solange warten, bis der Kunde die Bestellungen in Empfang genommen und die Tür geschlossen hat", so Ann-Kathrin Donwald.

Dieses Thema im Programm MDR FERNSEHEN | Umschau | 24. März 2020 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2020, 12:00 Uhr

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