Ein Paar lädt den Einkauf in den Kofferraum ihres Autos
Ein Paar lädt den Einkauf in den Kofferraum ihres Autos Bildrechte: IMAGO

Einkaufen im Sommer: So überstehen Lebensmittel den Transport

Zuletzt aktualisiert: 23.07.2019 | 12:42 Uhr

Wochenlang Temperaturen über 30 Grad, kaum Regen: Der heiße Sommer ist für viele eine Herausforderung. Da wird oft schon der Einkauf zur Logistik-Aufgabe: Wie bekommt man die Lebensmittel aus dem gekühlten Supermarkt möglichst unbeschadet im Auto nach Hause?

Ein Paar lädt den Einkauf in den Kofferraum ihres Autos
Ein Paar lädt den Einkauf in den Kofferraum ihres Autos Bildrechte: IMAGO

Eis, Joghurt und Grillfleisch schnell aus dem Einkaufswagen in den Kofferraum packen, Wagen wegbringen, einsteigen und Zündschlüssel drehen: Das wird bei den hohen Temperaturen in diesem Sommer zum echten Geschwindigkeitstest. Salmonellen und andere Bakterien vermehren sich bei Hitze besonders gut. Damit steigt die Gefahr von Lebensmittelvergiftungen, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Klimaanlage im Auto hilft da nur bedingt: Beim Parken in der Sonne auf dem Supermarktparkplatz können im Innenraum schnell Temperaturen um die 70 Grad erreicht werden.

Leicht verderbliche Produkte sind gefährlich. Hier können sich Bakterien vermehren. Vollkonserven sind praktisch steril. Die sind unempfänglich gegenüber Temperatureinflüssen.

Prof. Dietrich Mäde, Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt

Der MDR JUMP-Test zeigt: Fürs Keksebacken reichen die Temperaturen noch nicht ganz.

Tipps für den Transport von Lebensmitteln bei Hitze

Einkaufswagen auf dem Supermarktparktplatz
Ein aktueller Hitze-Test des Hessischen Rundfunks zeigt: Auf dem Weg vom Supermarkt erhitzen sich Lebensmittel blitzschnell. Die Temperatur im Hackfleisch war schon nach wenigen Minuten von zwei auf 15 Grad gestiegen. Die Fischstäbchen waren von minus 18 auf nur noch minus zwei Grad erwärmt. Bildrechte: IMAGO
Einkaufswagen auf dem Supermarktparktplatz
Ein aktueller Hitze-Test des Hessischen Rundfunks zeigt: Auf dem Weg vom Supermarkt erhitzen sich Lebensmittel blitzschnell. Die Temperatur im Hackfleisch war schon nach wenigen Minuten von zwei auf 15 Grad gestiegen. Die Fischstäbchen waren von minus 18 auf nur noch minus zwei Grad erwärmt. Bildrechte: IMAGO
Rohes Fleisch und Hackfleisch auf der Küchenplatte
Rohes Fleisch ist laut Ernährungsexperten bei Hitze immer problematisch. Ohne ausreichende und durchgehende Kühlung bilden sich selbst bei verpackter Ware an der Außenseite schnell Keime. Die können zudem Gase ausdünsten und damit die Verpackung aufblähen. Dieses Fleisch wirft man dann sicherheitshalber besser weg. Bildrechte: IMAGO
Selbstgemachtes Orangeneis
Sind verpackte Geflügelteile oder Speiseeis auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause in der Hitze einmal komplett aufgetaut, wirft man die Waren besser weg. Die Gefahr von Salmonellen ist einfach zu groß, sagen Lebensmittelexperten. Anders sieht das bei tiefgefrorenem Gemüse aus: Das schmeckt dann maximal nur etwas schlechter. Nur an den Rändern angetautes Speiseeis ist in der Regel aber kein Problem, sagen Experten. Zu Hause esse auch niemand Eis direkt aus der Kühltruhe. Das werde meist noch ein paar Minuten aufgetaut. Bildrechte: IMAGO
Vorsicht bei Hitze: Garnele und Mayonnaise
Beim Erhitzen auf dem Herd auf Temperaturen zwischen 70 und 100 Grad werden die meisten Krankheitserreger abgetötet. Lebensmittel mit rohem Fleisch wie Carpaccio, Mettwurst oder auch mit rohem Ei wie Mayonnaise oder Tiramisu lässt man an heißen Tagen trotzdem besser gleich im Supermarkt, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung vorsorglich. Bildrechte: IMAGO
Joghurt-Dessert
Die Warnung ist bei hohen Temperaturen immer wieder zu hören: Joghurtpackungen oder auch Lassi-Getränke könnten im Extremfall explodieren. Klingt schräg, ist aber nicht komplett abwegig: Die in den Lebensmitteln enthaltenen Milchsäurebakterien bauen Zucker zu Milchsäure ab. Dabei entstehen Gase. Können die nicht entweichen, zerreißt es im Extremfall die Packung. Bei Temperaturen zwischen 30 und 38 Grad gedeihen die Milchsäurebakterien besonders gut. Allerdings entstehen die Gase erst dann in ausreichender Menge, wenn der Joghurt wirklich längere Zeit bei sommerlichen Temperaturen im Kofferraum herumsteht. Die Fahrt vom Supermarkt nach Hause reicht dafür in den meisten Fällen nicht aus. Bildrechte: IMAGO
Gefrorene Himbeeren
Damit Fleisch, Fisch, Milch und Tiefkühlkost möglichst ohne Schäden nach Hause gelangen, sollte mindestens eine Kühltasche im Einkaufskorb liegen. Noch effektiver ist eine Kühlbox. So wird die Kühlkette nicht unterbrochen und schädliche Mikroorganismen haben keine Chance. Hitzeempfindliche Lebensmittel überstehen damit die ersten Minuten im Auto, bis die Klimaanlage arbeitet. Bildrechte: IMAGO
Einkaufswagen mit Tiefkühlkost
Sehr hitzeempfindliche Lebensmittel sollte man beim Einkauf am besten erst zum Schluss in den Einkaufswagen legen und nach dem Bezahlen gleich in die Kühltasche packen. In vielen Supermärkten stehen die Tiefkühltruhen ohnehin vergleichsweise nahe vor der Kasse. Das verkürzt die Zeit ohne Kühlung zusätzlich. Bildrechte: IMAGO
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Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 09. August 2018 | 15:13 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 12:42 Uhr

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