#dasbewegtmich: Die Integration von Ausländern

18.10.2019 | 11:31 Uhr

Der Freistaat braucht Fachkräfte. In den nächsten Jahren klafft eine riesige Lücke auf dem Thüringer Arbeitsmarkt. Für Fachkräfte aus dem Ausland ist Thüringen attraktiv, doch die ausgebildeten Arbeitnehmer haben oft mit hohen Hürden zu kämpfen. Tabea aus Gera weiß das aus eigener Erfahrung.

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MDR JUMP Fr 18.10.2019 10:39Uhr 00:54 min

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Fakt ist: Der Thüringen Arbeitsmarkt braucht Ausländer. Grund ist der demografische Wandel mit einer immer älter werdenden Bevölkerung und fehlender Nachwuchs im Freistaat. Und das klappt gar nicht so schlecht: Nach Zahlen der Landesarbeitsagentur haben 2018 rund 25 Prozent mehr Ausländer eine Arbeit gefunden, als 2017. Mittlerweile würden rund 50.000 Ausländer in Thüringer Unternehmen arbeiten. Vor neun Jahren seien es nur rund 10.000 gewesen.

Arbeitsmarkt in Thüringen entwickelt sich positiv

Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Migrationshintergrund ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen - von unter 10.000 im Jahr 2010 auf mehr als 40.000 Ende vergangenen Jahres. Zugleich ging die Arbeitslosigkeit unter den Zuwanderern zurück. Insgesamt zeigt der Arbeitsmarkt in Thüringen eine positive Entwicklung – gerade auch wegen zugezogenen Ausländern.

Rund 25 Prozent mehr Ausländer hätten 2018 im Vergleich zum Vorjahr Arbeit gefunden. Insbesondere Bürger aus dem europäischen Ausland fielen darunter, aber etwa auch Syrer oder Menschen aus anderen Asyl-Herkunftsländern.

Forderung nach "Integrationsgesetz"

Aber klar, Verbesserungsbedarf gibt es immer, auch bei der Integration von Migranten. Deshalb fordert Thüringens Migrationsminister Lauinger nach der Wahl ein "Integrationsgesetz". Vor allem die Träger der bisherigen Projekte zur Integration von Migranten würden sich einen gesetzlichen Rahmen wünschen. Dem will der Minister nachkommen. Vorausgesetzt, die bisherige Koalition aus Linke, SPD und Grüne wird bei der Wahl am 27. Oktober erneut eine Mehrheit zusammenbringen. Allerdings ist das den bisherigen Umfragen zufolge ungewiss.

Fest steht aber auch: Die Mehrheit der Geflüchteten in Thüringen will sich integrieren, aber die eigene Kultur nicht verleugnen, will arbeiten und hat ein hohes Vertrauen in Polizei und Bundesregierung. Das zeigt eine Studie vom Juni dieses Jahres zu Einstellungen, Erwartungen und Erfahrungen von seit 2013 in Thüringen angekommenen Flüchtlingen. Sie wurde im Auftrag der Landesregierung von Wissenschaftlern der Schiller-Universität Jena erarbeitet. Danach wollen sich 92 Prozent der Geflüchteten in die Gesellschaft integrieren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - die Feierabendshow | 23. Oktober 2019 | 14:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2019, 11:31 Uhr

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