Das bewegt mich: Hilfe für Alleinerziehende

23.08.2019 | 15:58 Uhr

MDR JUMP-Hörerin Claudia 1 min
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MDR JUMP Fr 23.08.2019 14:50Uhr 01:24 min

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Am kommenden Sonntag (1. September) wählen die Sachsen einen neuen Landtag. Wir wollen dazu wissen: welche Themen bewegen dich vor der Wahl?

Claudia (35) aus Dresden sogt sich um Unterstützung für Alleinerziehende. Wie gut ist die Unterstützung für Alleinerziehende in Sachsen? Und könnte der Freistaat mehr tun?

Werden Alleinerziehende ausreichend unterstützt?

Wie gut ist die Unterstützung für Alleinerziehende in Sachsen? Und könnte der Freistaat mehr tun? In Sachsen ziehen knapp 130.000 Mütter oder Väter ihre Kinder allein groß - das ist also jede vierte Familie und der Anteil hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert.

Aus Sicht von Familienverbänden wie SHIA e.v. (Selbsthilfegruppen Alleinerziehender) oder dem Familienbund Sachsen hilft der Freistaat Alleinerziehenden wenig bis gar nicht. Es gibt zwar ein paar kleine Hilfen: Für Alleinerziehende sind die monatlichen Elternbeiträge für einen Kita-Platz etwas niedriger. Für sie sind zudem die Einkommensgrenzen bei Zuschüssen zum Familienurlaub etwas günstiger als bei Paaren, so der Familienbund Sachsen. Dazu kommt Sachsens Familienpass - für freien Eintritt in viele Museen etwa -, auf den das Ministerium für Soziales hinweist. Allerdings erhielten den nur Alleinerziehende mit mindestens zwei kindergeldberechtigten Kinder, kritisiert SHIA e.V. Zudem decke der Passe nur 40 auf den Freistaat verteilte Museen, Burgen und Schlösser ab.

Das große Problem ist aber, sagen Experten: Viele Hilfen vom Freistaat wie auch das Landeserziehungsgeld sind an Einkommensgrenzen gebunden. Wer allein erzieht und arbeitet - kommt oft drüber und bekommt dann NICHTS. Und hat ein zusätzliches Problem: Wie bekommt man Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut?

Da wollen die Arbeitsagenturen und Jobcenter in Sachsen helfen - mit „Beauftragten für Chancengleichheit". Die kennen zum einen die Förderprogramme für Alleinerziehende vom Freistaat, so die Regionaldirektion Chemnitz der Arbeitsagentur. Oder die Zuschüsse zur Weiterbildung, für einen Job, der besser zur Kinderbetreuung passt. Und sie gehen auch zum Arbeitgeber, um mit dem über flexiblere Arbeitszeiten zu reden. Damit der vielleicht eine „Vati- oder Mutti-Schicht" einführt.

Sachsen will außerdem bis Ende des Jahres ein Onlineangebot für Alleinerziehende aufbauen. Die sollen dann leichter passende Hilfsangebote in ihrem Umfeld finden können.

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2019, 15:58 Uhr

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