Probeliegen im Sarg & Liegestütze: Das sind die skurrilsten Corona-Strafen

Ein Bußgeld bei Verstößen gegen Corona-Regeln? Was in Deutschland üblich ist, wird in anderen Ländern deutlich ungewöhnlicher gehandhabt. Wer beispielsweise ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss teilweise mit skurrilen Strafen rechnen.

Ein Mann liegt in einem Sarg und wird fotografiert
Probeliegen im Sarg als Corona-Strafe: In Indonesien wurde diese Maßnahme umgesetzt. Bildrechte: dpa

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, gab und gibt es in vielen Ländern konkrete Maßnahmen und Regelungen. Während beispielsweise die Missachtung der Maskenpflicht bei uns in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zwischen 50 und 100 Euro Bußgeld kosten kann, gibt es weltweit deutlich ausgefallenere Strafen.

Probeliegen im Sarg in Indonesien

In Indonesien besteht eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Das bestätigt das Auswärtige Amt. Menschen, die sich nicht an diese Regelung halten, müssen mit sehr skurrilen Strafen rechnen. In der Hauptstadt Jakarta gibt es für Personen, die ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt werden, eine ungewöhnliche Auswahl. Sie können zwischen einer Geldstrafe (umgerechnet etwa 14 Euro), 60 Minuten gemeinnütziger Arbeit oder einer sehr skurrilen Bestrafung wählen.

Eine Bestrafung ist das Probeliegen im blumengeschmückten Sarg. Darin müssen sie bis 100 zählen, bis sie wieder aufstehen dürfen. Das berichtet die Nachrichtenseite "Tribun News" und bezieht sich auf Abdul Syukur, der diese Strafe über sich ergehen lassen musste. Er sagte, dass er nicht genug Geld gehabt hätte, um die Geldstrafe zu zahlen. Etwa eine Minute im Sarg liegen - diese Maßnahme soll die Maskenverweigerer darauf hinweisen, welche Konsequenzen es haben kann, wenn sie sich nicht an die geltenden Regeln halten.

Im Video anschauen: Probeliegen im Sarg

Weitere skurrile Strafen

Der weltgrößte Inselstaat Indonesien ist schon zuvor aufgrund der skurrilen Strafen aufgefallen. Wer ohne Maske erwischt wurde, musste beispielsweise vor Ort Liegestütze machen. Andere wurden verpflichtet, Gräber für an dem Corona-Virus Erkrankte auszugraben, in der Öffentlichkeit die Nationalhymne singen oder öffentliche Räume reinigen. All diese Maßnahmen werden als "Public shaming" bezeichnet. Die Maßnahme soll so peinlich oder unangenehm sein, dass sich die Menschen lieber an die Maskenpflicht halten, als die Strafe über sich ergehen zu lassen.

Ein Mann macht Liegestütze, daneben stehen Männer in Uniform und Mundschutz
Weitere skurrile Bestrafung in Indonesien: Liegestütze für Masken-Verweigerer. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Schreibaufgabe als Strafe

Auch in Indien sind bereits ungewöhnliche Strafen verhangen worden. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, mussten Touristen aus Österreich in der indischen Stadt Rishikesh eine Fleiß-Aufgabe über sich ergehen lassen. Weil sie trotz Ausgangssperre draußen unterwegs waren, wurden sie aufgefordert einen Satz 500 Mal aufzuschreiben:

Ich habe mich nicht an die Regeln der Ausgangssperre gehalten und das tut mir leid.

Ein Mann fährt in Jakarta mit seinem Wagen an einem nachgebildeten Sarg vorbei, neben dem ein Schutzanzug tragender Mann steht
Eine der skurrilen Maßnahmen in Indonesien: Auf einer belebten Kreuzung wurde ein Sarg aufgestellt, auf dem die aktuellen Corona-Zahlen dargestellt werden. Bildrechte: imago images/INA Photo Agency

Corona-Strafen in Mitteldeutschland

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fallen die verhangenen Strafen im Vergleich deutlich gewöhnlicher aus. Hier drohen vor allem Bußgelder, wenn sich jemand nicht an die Corona-Maßnahmen hält. Doch es gibt große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.

Quellen: dpa, AFP, The Jakarta Post, ABC.net

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 12. September 2021 | 10:10 Uhr

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