Männertreu & Fette Henne: Die kuriosesten Pflanzen-Namen

In der Pflanzenwelt gibt es einige kuriose Namen. Doch wie sind diese eigentlich entstanden?

Männertreu (Lobelia erinus)
Auch diese Pflanze hat einen ungewöhnlichen Namen erhalten. Bildrechte: dpa

Mit dem Frühjahr beginnt auch wieder die Garten-Saison. Viele Menschen beschäftigen sich in dieser Zeit mit Pflanzen. Dabei haben einige Gewächse sehr kuriose Namen. Wie sind die Bezeichnungen entstanden? Das klären wir mit Floristmeisterin Annegret Petasch aus der Oberlausitz.

Storchschnabel

Hinter dem Namen Storchschnabel versteckt sich eine Geranie. Sie ist vor allem im Sommer in Balkonkästen zu sehen. Der Name stammt auch hier vom äußeren Erscheinungsbild:

Storchschnabel bezieht sich auf den Fruchtstand der Blüte, weil der sehr stark einem Storchenkopf ähnelt.
Es ist allerdings so, dass die Storchschnäbel in den Balkonkästen sehr hochgezüchtete Pflanzen sind, sich nicht bestäuben lassen und dadurch die Fruchtstände nicht mehr erscheinen.

Annegret Petasch, Floristin

Storchschnabel
Bildrechte: IMAGO/blickwinkel

Männertreu

Auch Männertreu ist eine Balkonpflanze. Die Lobelie hat als Spitznamen eine kuriose Bezeichnung. Der Grund: Diese Pflanze blüht nur von Juni bis Juli - und damit relativ kurz.

Deshalb wurde diese Pflanze im Volksmund Männertreu genannt. Vergleichbar mit einer kurzen Sommerliebe. Das ist ein scherzhafter Vergleich zur Treue der Männer. Genauso ist das mit dem Männertreu. Das dauert nur eine kurze Zeit, dann ist der Zauber vorbei.

Annegret Petasch, Floristin

Männertreu (Lobelia erinus)
Bildrechte: dpa

Fette Henne

Die Fette Henne wächst in Steingärten oder an kargen Standorten. Es ist ein Dickblattgewächs. Daher kommt auch der Name:

Die Blätter dienen als Speicherorgane, sind sehr Wasserhaltig. Daher kommt das Gefühl, man fasst etwas Dickes an. Deshalb ist dann der Vergleich mit der Fetten Henne gefunden worden.

Annegret Petasch, Floristin

Fette Henne
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Frauenmantel

Frauenmantel wird als Heilkraut zur Linderung unterschiedlicher Frauenleiden angewendet. Aber das ist nicht der einzige Grund für die außergewöhnliche Bezeichnung der Pflanze:

Die Blätter sind sehr samtig, fein und mild - und ähneln dem wehenden Mantel einer Frau. Deshalb wurde der Begriff Frauenmantel im Volksmund geprägt.

Annegret Petasch, Floristin

Frauenmantel
Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 23. April 2021 | 15:20 Uhr

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