Darum solltest du Kürbissamen nicht einpflanzen

19.10.2018 | 10:14 Uhr

Kürbisse sind für viele mit das Schönste am Herbst. Für Halloween kann man daraus prima Grusellaternen schnitzen und an kalten Tagen schmeckt Kürbissuppe hervorragend. Hobby-Gärtner sollten aber die Samen aus den Früchten nicht fürs nächste Jahr aufheben. Die nächste Ernte könnte giftig sein.

Reiche Kürbisernte
Reiche Kürbisernte Bildrechte: IMAGO

Vor drei Jahren sorgte ein Todesfall für Aufsehen: Ein Mann starb, nachdem er einen Zucchiniauflauf gegessen hatte. Das dafür verwendete Gemüse enthielt Bitterstoffe, die in hohen Konzentrationen giftig sind. Die können in Kürbissen und auch Kürbisgewächsen wie Gurke oder Zucchini auftauchen, die Hobbygärtner selbst gezüchtet haben.

Bitterstoffe wurden eigentlich herausgezüchtet

Kürbisgewächse können Cucurbitacin enthalten. Der Bitterstoff verursacht Durchfall oder Erbrechen. Bei den Früchten aus dem Supermarkt oder selbstgezogenen Gewächsen aus Baumarktsamen wurde der gefährliche Stoff eigentlich herausgezüchtet. Das dafür verantwortliche Gen wurde einfach abgeschaltet. In den Pflanzen ist das Gen aber noch enthalten und kann durch spontane Mutationen oder durch Kreuzen mit wilden Kürbisgewächsen wieder aktiviert werden. Nutzen Gärtner das Saatgut aus selbst gezogenen Pflanzen, kann in den Nachkommen der Bitterstoff wieder vorhanden sein.

Bittere Kürbisse oder Zucchini sofort ausspucken

Zucchini
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach dem Todesfall vor drei Jahren warnte das Bundesamt für Risikobewertung, auch Hitze und starke Trockenheit könnten die Pflanzen zum Bilden des Bitterstoffes anregen. Die Trockenheit wirkt sich negativ auf den Wasserhaushalt der Pflanze aus, die dann mit Stress reagiert und so eventuell auch die potentiell giftigen Stoffe wieder bildet. Die Behörde schob aber gleich nach: In den letzten Jahren seien keine Vergiftungen durch Kürbisse oder Zucchini gemeldet worden. Der bittere Geschmack verhindere meist, dass Curcurbitane in tödlichen Mengen aufgenommen würden. Nach dem Hitzesommer 2018 sollten Gärtner und Kürbisfans aber zumindest vorsichtig sein: Wer selbst gezogene Kürbisse, Gurken oder Zucchinie verarbeiten will, sollte die möglichst vor dem Kochen kurz testen. Gewürze könnten die Bitterstoffe überdecken. Schmeckt das Gemüse bitter, sollte man den Bissen sofort wieder ausspucken. Beim Giftnotruf Erfurt gibt es Tipps für den Ernstfall. Oft reicht es laut Toxikologen dann schon aus, Wasser mit etwas Salz und Zucker zu trinken.

Saatgut möglichst immer neu kaufen

Auch wenn die selbst gewonnen Samen günstiger sind: Gärtner sollten die Saat für das nächste Jahr möglichst im Baumarkt oder Gartenfachhandel kaufen. Die Hersteller müssen nachweisen, dass aus ihren Samen später keine Pflanzen mit Bitterstoffen wachsen können.  

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 19. Oktober 2018 | 14:10 Uhr

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