Krankenkassen sollen teurer werden - Lohnt es sich zu wechseln?

13.01.2019 | 13:49 Uhr

Gesetzliche Krankenkassen könnten teurer werden. Davor warnt der Verband der Krankenkassen. Viele Versicherte müssen davor aber keine Angst haben und können auch in Zukunft noch viel sparen.

Eine Ärztin hält ein Stethoskop in den Händen.
Bei der monatlichen Gehaltsabrechnung kann die Wahl der Krankenkasse einen großen Einfluss haben. Bildrechte: dpa

Einiges weist darauf hin, dass sich bei den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland der Trend in Richtung höhere Beitragssätze dreht:

Zeitgleich senkt eine Krankenkasse in Mitteldeutschland ihre Beiträge: Die AOK Sachsen-Anhalt hat den Zusatzbeitrag auf 0% reduziert. Nach eigenen Angaben ist das möglich, da eigenes Vermögen abgebaut wird. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass alle Krankenkassen bis Ende 2022 ihre Rücklagen auf maximal eine Monatsausgabe reduzieren müssen. Die AOK Sachsen-Anhalt schreibt: "Die Auswirkungen lassen sich heute noch nicht zuverlässig einschätzen." Nach einer langfristigen Beitragssenkung klingt das nicht.

Mehrausgaben von fünf Milliarden Euro

Der stellvertretende Vorstandschef des GKV-Spitzenverbandes, Gernot Kiefer, warnt in der "Welt am Sonntag" vor steigenden Beitragssätzen, voraussichtlich im Jahr 2021. Grund sei, dass in diesem Jahr mit Mehrausgaben von fünf Milliarden Euro gerechnet werde. Die Krankenkassen haben im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 wieder Verluste eingefahren. Deshalb könnte der Zusatzbeitrag steigen. Das ist der Anteil an den Krankenkassenbeiträgen, den jede Versicherung selbst festlegen kann.

Das kannst du machen, wenn deine Krankenkasse zu teuer wird

In Deutschland gibt es rund 110 gesetzliche Krankenkassen. Sie unterscheiden sich im Preis und in einem Teil der Leistungen. Allerdings sind etwa 95 Prozent aller Leistungen gesetzlich vorgeschrieben und damit identisch. Ein Wechsel ist problemlos möglich.

Der erste Schritt ist, die bisherige Krankenkasse zu kündigen. Dann muss man eine neue Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse beantragen und bei der alten Krankenkasse nachweisen.

Sascha Meier, Unabhängige Patientenberatung Deutschland

Die Kündigungsfrist beträgt zwei volle Monate zum Monatsende, die neue Versicherung hat dann eine Mindestlaufzeit von 18 Monaten. Wenn der Zusatzbeitrag bei der bisherigen Krankenkasse erhöht wird, besteht sogar ein Sonderkündigungsrecht.

Diese Krankenkassen sind derzeit am günstigsten

Ein regelmäßiger Vergleich lohnt sich. Dabei sollten sowohl die Kosten, als auch die Leistungen betrachtet werden.

Krankenkassen mit dem niedrigsten Zusatzbeitrag
Bundesland Rang 1 Rang 2 Rang 3
Sachsen hkk (0,39%) BKK firmus (0,44%) BKK Verbund-Plus (0,5%)
Sachsen-Anhalt AOK Sachsen-Anhalt (0,0%) hkk (0,39%) BKK firmus (0,44%)
Thüringen hkk (0,39%) BKK firmus (0,44%) BKK Verbund-Plus (0,5%)

Stand: 10.01.2020, Quelle: GKV-Spitzenverband

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 14. Januar 2020 | 19:05 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP