Das eigene Auto ist teurer als gedacht!

Tanken, Versicherung und Unterhalt: Ein Auto kostet Geld. Doch viele Besitzer schätzen die Kosten für ihr Fahrzeug niedriger ein, als sie tatsächlich sind. Im Durchschnitt ist das Auto mehrere Hundert Euro teurer als gedacht.

Autocockpit
Ein eigenes Auto wird oft günstiger eingeschätzt, als es tatsächlich ist. Bildrechte: Colourbox.de

Viele deutsche Autobesitzer unterschätzen, wie teuer ihr Fahrzeug wirklich ist. Das ergab eine Studie vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim und der Yale University. Demnach werden die Kosten um etwa 52 Prozent niedriger vermutet, als das Auto tatsächlich kostet. Das eigene Auto ist im Durchschnitt etwa 221 Euro pro Monat teurer, als es die Autobesitzer selbst vermuten.

Der Benzinverbrauch wird oft richtig geschätzt

Was das Auto an der Tankstelle kostet, wird von vielen richtig eingeschätzt. Die Diesel- oder Benzinkosten sind vielen Autofahrern also bewusst. Laut der Studie werden andere Kostenpunkte dafür deutlich unterschätzt. Dazu gehört der Wertverlust, die Steuern, Versicherungsbeiträge und Kosten für notwendige Reparaturen. Das bedeutet, dass vor allem Fixkosten niedriger eingeschätzt werden, als sie tatsächlich sind. 

Richtige Einschätzung der Kosten sorgt für Verkehrswende

Die Forschenden gehen davon aus, dass 37 Prozent weniger Pkw in Deutschland zugelassen wären, wenn die Kosten real eingeschätzt werden würden. Das sind insgesamt 17,6 Millionen Autos weniger. Weil viele ihr Auto günstiger einschätzen, als es tatsächlich ist, erscheinen Angebote des öffentlichen Nahverkehrs als unattraktiv und teuer. Mehr Wissen über die tatsächlichen Kosten könnte laut der Studie dazu führen, dass mehr Menschen auf Bus, Bahn oder Fahrrad umsteigen. Außerdem würden mehr Menschen ein E-Auto nutzen, wenn ihnen die tatsächlichen Kosten ihres Autos bewusst wären:

Viele Verbraucher würden eher auf E-Autos oder ÖPNV setzen, wenn sie die wahren Kosten eines konventionellen Pkw stärker berücksichtigen würden.

Mark A. Andor, Studienautor

Wer hat diese Studie durchgeführt und finanziert?

Die Studie wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, die Universität Mannheim und die Yale University haben die Untersuchung durchgeführt. Etwa 5.500 Autobesitzer haben an der Befragung teilgenommen.

Ist ein E-Auto wirklich günstiger?

Der ADAC wertet regelmäßig die realen Kosten für Autos aus. Dazu gehören der Kaufpreis, die Fix-, Betriebs- und Wartungskosten und auch der Wertverlust. So ist es möglich, die Kosten pro Kilometer für viele Fahrzeuge zu berechnen. Zuletzt ist das für das Elektroauto von VW, den ID.3 bewertet worden. Im Vergleich mit einem VW Golf ist das Elektroauto günstiger. Ein solches Ergebnis gibt es bei vielen Autos, die mit Strom angetrieben werden:

Maßgeblich für den Kostenvorteil sind unter anderem die Umweltprämie, aber auch generell geringere Betriebs- und Wartungskosten.

Johannes Boos, ADAC

Der ADAC berechnet diese Daten für viele gängige Fahrzeuge. Wie viel kostet ein Auto pro Kilometer? Das gibt es aufgelistet zum Beispiel für Fahrzeuge der Marken Audi, BMW, Citroen, Hyundai, Jaguar, Kia, Mercedes, Mini, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, Seat, Skoda, Tesla, Toyota, Volvo und VW. Insgesamt gibt es diese Daten laut ADAC für über 1.600 aktuelle Neuwagen-Modelle.

Trainer Löw schaut einen Wagen an
Der VW ID.3 in Dresden Bildrechte: Christian Essler/Xcitepress

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 05. Oktober 2020 | 19:50 Uhr

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