Klimapaket: Was wird teurer, was wird billiger?

20.12.2019 | 14:45 Uhr

In den politischen Debatten des Jahres 2019 hat vor allem das Thema Klimawandel die Gemüter bewegt. Das Klimapaket der Bundesregierung wurde nun kurz vor Weihnachten noch beschlossen. Der C02-Preis für Brennstoffe wird ab Anfang 2021 pro Tonne 25 Euro kosten und steigt bis 2025 auf 55 Euro. Gleichzeitig sollen Preissenkungen stattfinden. Wo wird es für Verbraucher günstiger, wo teurer?

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Der Bundesrat hat am Freitag dem Kompromiss von Bund und Ländern zum Klimapaket zugestimmt. Damit kann ab Januar zum Beispiel die Mehrwertsteuer bei Bahntickets im Fernverkehr gesenkt werden.

Bahntickets sollen günstiger werden

Vom Klimapaket profitieren besonders Bahnfahrer. Es sieht eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Fernverkehrstickets von 13 auf sieben Prozent vor. Wenn die Änderung zum Jahreswechsel umgesetzt wird, senkt die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben ihre Ticketpreise im Fernverkehr zum 1. Januar um rund zehn Prozent.

Autofahrer werden für höhere Spritpreise entschädigt

Für Autofahrer steigen dagegen die Kosten - zumindest an der Zapfsäule. Pro fünf Euro/Tonne wird Benzin um brutto 1,4 Cent und Diesel um 1,6 Cent teurer. Da 2021 mit einem CO2-Preis von 25 Euro/Tonne begonnen wird, müssen die Autofahrer ab Anfang des Jahres für Benzin sieben Cent und für Diesel acht Cent je Liter mehr zahlen. Bis 2025 klettert der Preis für Benzin dann insgesamt um 15,4 Cent und für Diesel um 17,6 Cent.

Als Ausgleich steigt die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer 2021 zunächst von 30 auf 35 Cent. Für die Jahre 2024 bis 2026 soll sie dann 38 Cent betragen. Geringverdienende Pendler, die keine oder kaum Steuern zahlen und darum auch nicht von der Pauschale profitieren, sollen nach dem Willen der Regierung eine sogenannte Mobilitätsprämie bekommen. Sie beträgt 14 Prozent der Pendlerpauschale, 2021 also 4,9 Cent.

Heizkosten steigen

Der CO2-Preis spiegelt sich auch in den Kosten für Öl- und Gasheizungen wieder. Nach Berechnungen von Vergleichsportalen steigen die Kosten bei einem Heizenergieverbrauch von jährlich 5000 Kilowattstunden für eine Gasheizung im Jahr 2021 um rund 30 Euro. Wer entsprechend mit Öl heizt, braucht etwa 500 Liter Heizöl und zahlt rund 40 Euro im Jahr mehr.

Wer die Mehrkosten gering halten will, kann außerdem ab dem kommenden Jahr staatlich gefördert in die energetische Gebäudesanierung investieren, zum Beispiel in Wärmedämmung oder die Modernisierung der Heizungsanlage. Dabei können unter bestimmten Voraussetzungen 20 Prozent der Aufwendungen von der Steuer abgesetzt werden.

Strompreis wird billiger

Angesichts steigender Heizkosten soll der Strompreis im Gegenzug sinken. Die zusätzlich anfallenden Einnahmen aus dem höheren CO2-Preis sollen vorwiegend für die Senkung der EEG-Umlage zur Ökostromförderung verwendet werden. Die Umlage beträgt 2020 knapp 6,8 Cent pro Kilowattstunde Strom. Sie soll nach und nach gesenkt werden. 2022 sind es 1,73 Cent, 2023 1,84 Cent, 2024 2,71 Cent und 2025 3,42 Cent. Damit könnte ein Haushalt, der im Jahr 2025 insgesamt 4000 kWh Strom verbraucht, durch die Senkung um rund 137 Euro entlastet werden.

Fliegen wird teurer

Die Luftverkehrsteuer wird teurer. Flüge im Inland, in EU-Staaten sowie angrenzende Länder (Türkei, Russland, Marokko, Tunesien, Algerien) werden ab 1. April 2020 um 5,53 Euro teurer, konkret steigt die Steuer pro Ticket auf 13,03 Euro. Für die Mittelstrecke bis 6.000 Kilometer wird die Steuer um 9,58 Euro erhöht. Für Langstreckenflüge wird die Steuer um 17,25 Euro angehoben. Die Steuer wird von den Fluggesellschaften in der Regel auf den Flugpreis aufgeschlagen.

Mit Material von AFP.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 20. Dezember 2019 | 19:40 Uhr

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