Kita: Wegen Streik geschlossen
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Alle wichtigen Antworten Welche Rechte haben Eltern beim Kita-Streik?

12.04.2018 | 13:31 Uhr

Wieder bleiben viele Kindergärten geschlossen, weil die Gewerkschaften zum Streik aufgerufen haben. In manchen Städten wie Leipzig ist schon Tage vorher klar, welche Kitas zu bleiben. In anderen Städten wollen die Gewerkschaften spontan entscheiden. Eltern müssen dann schnell eine Betreuung organisieren.

Kita: Wegen Streik geschlossen
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Dürfen Eltern zu Hause bleiben, wenn sie keine Betreuung für ihr Kind finden?

Bei sehr spontan angesetzten Streiks dürfen Eltern zu Hause bleiben, wenn sie auf die Schnelle keine Betreuung für ihr Kind finden konnten. In dem Fall wird auch der Lohn weitergezahlt. Schließlich haben Eltern eine Aufsichtspflicht. Müssen sie sich wegen eines Streiks um ihr Kind kümmern, gilt das laut Arbeitsrecht als wichtiger Grund fürs Fernbleiben. Allerdings gilt: Der Chef muss unbedingt zeitnah informiert werden.

Was gilt, wenn die Gewerkschaft die bestreikten Kitas schon Tage vorher bekannt gibt?

Arbeitnehmer dürfen dann nicht zu Hause bleiben. Sie müssen sich um einen Ersatz für die Kinderbetreuung in der Kita kümmern. Das können Großeltern, Verwandte, andere Eltern oder im Ernstfall auch ein Babysitter sein. Fallen dafür Kosten an, müssen Eltern die auch übernehmen. Klappt das alles nicht, sollten Eltern mit ihrem Arbeitgeber sprechen. Dann gibt es immer noch die Möglichkeit, Überstunden abzubauen, ins Homeoffice zu wechseln oder kurzfristig Urlaub zu nehmen. Den darf der Chef auch nicht verwehren, wenn keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen.

Dürfen Eltern ihre Kinder einfach mit auf Arbeit bringen?

Bring-dein-Kind-Tag auf Arbeit
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Zum Glück gibt es kulante Chefs. Davon profitierten im Sommer 2015 viele Eltern, als in ganz Deutschland viele Kitas wochenlang geschlossen blieben. Viele  Arbeitgeber erlaubten damals, im Ernstfall Sohn oder Tochter für einen oder zwei Tage einfach mal mitzubringen. Einen Rechtsanspruch darauf haben Eltern aber nicht. An manchen Arbeitsplätzen sind Kinder sowieso fehl am Platz, weil Sicherheitsregeln eingehalten werden müssen. In manchen Großraumbüros kann der Nachwuchs zudem die Kollegen vom Arbeiten abhalten. Hier gilt: Im Zweifel vorher mit dem Chef reden und den nicht mit dem Kind überraschen.

Bekommen Eltern bei Kita-Streiks einen Teil der gezahlten Gebühren zurück?

Auch auf die Rückzahlung haben Eltern keinen grundsätzlichen Anspruch. Jede Stadt und Gemeinde kann für sich regeln, wie im Streikfall mit den Gebühren umgegangen wird. Städte wie Leipzig und Jena etwa haben beim letzten großen Streik 2015 festgelegt, dass Eltern auf Antrag Kita-Gebühren zurückbekommen. Das wurde im Nachhinein so festgelegt. Dresden wiederum hat Ende 2017 verbindlich festgelegt, dass Eltern bei geschlossenen Kitas Geld zurückbekommen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 12. April 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. April 2018, 13:32 Uhr

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