Kindesmissbrauch: Härtere Strafen geplant

Nach einem Fall von Kindesmissbrauch in Münster wurden Forderungen laut, solche Fälle künftig immer als Verbrechen und nicht als Vergehen einzustufen. Die Bundesjustizministerin möchte jetzt eine entsprechende Regelung durchsetzen.

Eine Männerhand hält eine Kinderhand fest
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Mehrere Kinder wurden in Münster sexuell missbraucht. Ein 27-jähriger Haupttatverdächtiger soll dafür verantwortlich sein. Bisher können solche Straftaten auch als Vergehen eingestuft werden. Dafür kann laut Strafgesetzbuch auch eine geringe Freiheits- oder Geldstrafe verhängt werden. Aus der Union wurde die Forderung laut, künftig jeden Fall von Kindesmissbrauch als Verbrechen einzustufen. Mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe würde dann den Tätern drohen. Auch die Strafen für Kinderpornografie sollen erhöht werden.

Regelung wird vorbereitet

Justizministerin Christina Lambrecht von der SPD hat im ZDF-heute journal angekündigt, dass an der Regelung gearbeitet werden soll. Härtere Strafen sollen also auf dem Weg sein. Harte Strafen soll es auch dann geben, wenn keine körperliche Gewalt oder Misshandlung vorliegen. Die neuen Strafen sollen noch vor der Sommerpause beschlossen werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 11. Juni 2020 | 19:00 Uhr

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