Tattoos sind schlecht für den Kinderwunsch

Petra Jogschies ist Ärztin und hilft Paaren, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Hier erzählt sie, wann sich der Besuch im Kinderwunschzentrum lohnt und warum man sich lieber nicht tätowieren lassen sollte.

Schwangere Frau im Pool mit Tattoo
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Sie bietet keine Erfolgsgarantie, sagt Petra Jogschies vom Kinderwunschzentrum Leipzig - Chemnitz. Zu ihr kommen Paare, die seit längerer Zeit ohne Erfolg versuchen, ein Kind zu bekommen. Die WHO empfiehlt eine sogenannte reproduktionsmedizinische Untersuchung, wenn nach einem Jahr ungeschütztem Verkehr immer noch keine Schwangerschaft eintritt. Allerdings hänge das auch vom Alter ab, sagt Petra Jogschies:

Wenn ich 39 bin würde ich vielleicht nicht mehr so lange warten und schon nach einem halben Jahr zum Arzt gehen.

Ob eine Behandlung im Kinderwunschzentrum erfolgreich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Besonders aber vom Alter der Frau. Je jünger die Frau ist, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Behandlung erfolgreich ist und die Frau schwanger wird.

Für Paare sei das oft eine enorme psychische Belastung. Anfänglich seien viele noch optimistisch. Doch je länger die Behandlung dauere und je öfter sie erfolglos bleibe, desto deprimierter würden sie.

Auch nach der dritten, vierten oder fünften Behandlung besteht immer noch eine Chance, dass ein Kind kommt.

Petra Jogschies  vom Kinderwunschzentrum Leipzig Chemnitz
Petra Jogschies vom Kinderwunschzentrum Leipzig Chemnitz Bildrechte: MDR JUMP

Auch finanziell ist eine Behandlung im Kinderwunschzentrum nicht gerade günstig. Zwar übernimmt die Krankenkasse bei verheirateten Paaren den Löwenanteil und der Bund schießt für alle Paare Fördermittel dazu, trotzdem müsse man damit rechnen, 700 bis 1.000 Euro selbst aufbringen zu müssen.

Petra Jogschies erzählt, dass es auch immer wieder vorkomme, dass sie Behandlungen ablehnen müsse. Der Hauptgrund sei das Alter der Frauen.

Aussichten bestehen mit 43 oder 44 nicht mehr. Dann ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft so gering, dass es nicht mehr sinnvoll ist, so viel Zeit und Geld zu investieren.

In diesem Alter steige auch die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt. Aber auch bei jüngeren Frauen beobachtet Petra Jogschies, dass es öfter zu Problemen kommt. Etwa, dass die Eizellreserve frühzeitig erschöpft sei. Über die Ursache kann sie nur Vermutungen anstellen: Umweltgifte, Kunststoffe, Kosmetika oder Schwermetalle in Tattoofarben kommen für sie als Übeltäter in Frage. Überhaupt:

Tattoos sind ganz schlecht für die reproduktive Gesundheit.

Die Farben können sich im Lymphsystem ablagern und außerdem Giftstoffe enthalten. Experten empfehlen deshalb Frauen, sich nicht tätowieren zu lassen, wenn man ein Kind bekommen möchte. Und als Schwangere sollte man sich sowieso nicht tätowieren lassen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Die Feierabendshow | 26. Juni 2020 | 18:40 Uhr

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