Das taugen Kinderschutz-Apps

Was Kinder so im Internet treiben, treibt Eltern regelmäßig die Sorgenfalten auf die Stirn. Apps sollen helfen, Kinder im Internet zu schützen. Stiftung Warentest hat einige getestet.

Mädchen mit Smartphone
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Smartphones gehören für Kinder fast mit zur Grundausstattung. Als Elternteil fällt es dabei schwer, immer im Blick zu haben, was Kinder auf ihren Telefonen so alles treiben. Kinderschutz-Apps sollen helfen, den Umgang von Kindern mit dem Smartphone zu kontrollieren. Mit ihnen lassen sich die Bildschirmzeit einschränken oder bestimmte Apps und Webseiten sperren. Die meisten Apps bieten außerdem eine Standortverfolgung via GPS an.

Zu große Hoffnungen sollte man in so eine App trotzdem nicht setzen, erklärt Simone Vintz von der Stiftung Warentest:

Es entlastet Eltern auf keinen Fall davon, sich mit den Webseiten und Apps auseinanderzusetzen, die Kinder nutzen und mit ihnen eine digitale Identität und Medienkompetenz zu entwickeln.

Vintz hat mit ihrem Team neun Kinderschutzapps unter die Lupe genommen. Gerade mal zwei davon schnitten gut ab. Die teuerste App im Test, Wondershare Famisafe, erhielt sogar die schlechteste Note. Und das, obwohl sie über 70 Euro im Jahr kostet. Der Testsieger, die "Salfeld Kindersicherung" kostet dagegegen lediglich 20 Euro im Jahr pro Kind.

Getestet wurden auch die Bildschirmzeit und Familienfreigabe-Funktion von Apples iOS und Googles Family Link. Beide Apps sind kostenlos und platzierten sich beim Test im Mittelfeld.

Pädagogische Unterstützung für Eltern

Die Apps wurden nach Funktionsumfang, Einstellungsmöglichkeiten, Datenschutz und pädagogischer Unterstützung bewertet. Reine Kontrolle sei eben nicht ausreichend, sagt Testleiterin Vintz:

Man muss auch die Eltern abholen: Wann sollen wie welche Einstellungen vorgenommen werden? Wo liegen Fallstricke? Wie spreche ich das überhaupt mit meinem Kind an?

Außerdem habe der Einsatz solcher Apps auch Grenzen, sagt Vintz. Gegen Mobbing oder sogenanntes Cybergrooming können auch diese Apps wenig ausrichten. Auch hier kann vor allem eines helfen: Mit den Kindern im Gespräch bleiben.

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 01. September 2020 | 14:10 Uhr

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