Studie: Karies bei Kindern weiter verbreitet als gedacht

Karies sorgt für Probleme mit den Zähnen. Auch Kinder leiden schon darunter. Eine Studie hat jetzt aufgedeckt: Bei ihnen ist das Problem größer als bisher angenommen.

Kinderlächeln mit kaputten Zähnen
Karies ist bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet. Bildrechte: imago images / Jasmin Hering

Regelmäßig untersucht der Barmer-Zahnreport, wie es um die Zähne der Deutschen steht. Der aktuelle Bericht weist vor allem Probleme bei Kindern auf: Sie leiden häufiger an Karies, als es bisher angenommen wurde. Etwa ein Drittel aller Zwölfjährigen ist demnach bereits wegen Karies an den bleibenden Zähnen behandelt worden. Bisherige Studien gingen von etwa jedem Fünften aus. Ähnlich negativ sind die Daten bei Kindern mit Milchzähnen. Außerdem gehen zu wenige Kinder zum Zahnarzt. Unter den Zwölf- bis 17-Jährigen waren sechs Prozent in den vergangenen zwölf Jahren nicht beim Zahnarzt.

Zu viele Kinder haben Bohr-Erfahrung

Prof. Dr. Michael Walter von der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik an der TU Dresden ist der Autor der Studie. Er zieht den Schluss, dass die Zahngesundheit für Kinder und Jugendliche verbessert werden muss. Dass derzeit zu viele Kinder auch eine Behandlung mit dem Bohrer hinter sich haben, liegt auch an sozialen Aspekten. Laut der Studie scheint es einen Zusammenhang zwischen dem Bedarf an Zahnbehandlungen und dem Einkommen der Eltern zu geben. Wenn das Einkommen geringer ist, benötigen die Kinder und Jugendliche im Durchschnitt mehr Eingriffe beim Zahnarzt.

Ein Zahnarzt beseitigt Karies bei einem Jungen.
Viele Kinder haben bereits eine Karies-Behandlung hinter sich Bildrechte: imago/Jochen Tack

Die Zähne gesund halten

Aus Sicht der Zahnärzte sollten Kinder bereits mit dem ersten Milchzahn an das Putzen herangeführt werden. Nur so könnten Milchzähne und die späteren Zähne gesund bleiben. Auch Prof. Dr. Christian Gernhardt, stellvertretender Direktor in der Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde Halle/Saale, beobachtet Probleme bei Kindern und Jugendlichen. Vor allem schon im frühen Alter:

Unsere Sorgengruppe sind die ganz kleinen Kinder zwischen null und sechs Jahren, also ab dem ersten Zahndurchbruch. Da haben wir das Problem der frühkindlichen Karies, der Milchzahnkaries.

Studien sagen auch, dass vor allem die Kinder mit frühen Karies-Problemen auch später Probleme bekommen. Wichtig sind daher: gründliches Zähneputzen und eine gesunde Ernährung. So können die Zähne gut erhalten bleiben.

Prof. Dr. Christian Gernhardt, stellvertretender Direktor in der Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde Halle/Saale
Prof. Dr. Christian Gernhardt, stellvertretender Direktor in der Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde Halle/Saale Bildrechte: Christian Gernhardt

Daher ist es wichtig: Mindestens zwei Minuten Zähne putzen. Zahnärzte empfehlen dabei die KAI-Plus-Technik: Erst werden die Kauflächen geputzt (K), dann die Außenflächen (A) und anschließend die Innenflächen (I). Anschließend sollten die Eltern nachputzen. Deshalb das Plus. Das wäre laut unserem Experten auch bei den sechs- bis achtjährigen noch sinnvoll.

Die perfekte Bürste hat eine gerade Oberfläche und einen kurzen Putzkopf.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 17. April 2019 | 14:10 Uhr

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