Probleme in der Schule: Wie kann ich meinem Kind am besten helfen?

Probleme in der Schule können vielseitige Ursachen haben. Wie können Eltern reagieren und helfen und wie schauen die Probleme wirklich aus? Eine Schulsozialarbeiterin gibt Tipps.

Ein Schulranzen im Vordergrund, ein weinendes Kind im Hintergrund. Mit Banner - Titel: Probleme in der Schule - was hilft wirklich?
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Ob Prüfungsangst, keine Lust in die Schule zu gehen oder Mobbing: Die Gründe für Probleme in der Schule können ganz unterschiedlich sein. Umso wichtiger ist es dann, als Eltern zu handeln. Doch welcher Weg ist dabei der Richtige? Karolin Kügler ist Schulsozialarbeiterin in Markkleeberg. Zusammen mit Moderatorin Bernadette Hirschfelder spricht sie in der neuen Elternabend-Podcastfolge über Schulprobleme bei Kindern. Welche Probleme gibt es, welche Hilfen kann man heranziehen und wie lassen sich diese Probleme lösen?

Mögliche Probleme

Probleme, die bei Kindern in Bezug auf Schule auftreten können, hängen stark vom Alter und der jeweiligen Schulform ab. Kinder in der Grundschule leiden meist unter Streitigkeiten mit Mitschülern, Konflikten mit Lehrkräften, schlechten Noten oder aber auch Konflikten innerhalb der Familie. Je älter Kinder werden, desto mehr treten auch die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens in den Vordergrund. So leiden Kinder in der Oberschule häufig unter der Pubertät und den damit einhergehenden Konflikten wie Sexualität, Liebeskummer, aber auch Suchtproblematiken.

Wenn ein Kind in der Schule Probleme hat, äußert sich das auf verschiedensten Wegen, sagt Karolin Kügler:

Das Kind verhält sich vielleicht anders als sonst. Also es geht vielleicht gar nicht mehr so gerne in die Schule wie davor. Es klagt vielleicht über körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen. Es zeigt sich vielleicht auch in den schulischen Leistungen. Es zieht sich vielleicht auch zurück. Vielleicht ist es auch ängstlicher. Es wirkt einfach verändert.

Prüfungsangst und Lernblockaden

Neben dem sozialen Umfeld können auch persönliche Situationen oder Konflikte auftreten, die für schulische Probleme sorgen. Dazu zählen beispielsweise Prüfungsangst und Lernblockaden. Bei der Prüfungsangst geht es weniger um die Angst vor einer Prüfung an sich, sondern mehr um das Versagen. Karolin Kügler gibt für solche Situationen folgenden Tipp:

Kinder können ein kleines Krafttier oder einen kleinen Talisman mit in die Schule nehmen. Der wirkt auf die Kinder beruhigend und entspannend und kann auch Kraft geben. Wenn die Ängste natürlich darüber hinaus weiterhin bestehen und vielleicht so schlimm sind, dass es wirklich gar nicht möglich ist, dann kann man auch das Gespräch mit dem Lehrer suchen.

Eine Stufe über der Prüfungsangst liegt die Lernblockade:

Also Lernblockade ist die Unfähigkeit, sein Potenzial zu einem bestimmten Zeitpunkt abzurufen. Und da entsteht auf mentaler und physischer Ebene unendlich viel Druck für das Kind. Genau das ist sozusagen eine übersteigerte Angst zu versagen, sich zu blamieren vor anderen Leuten, eine übersteigerte Angst vor Ausgrenzung, eine Angst vor Bestrafung.

Sozialarbeiterin diskutiert mit Schülerinnen einer achten Klasse
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Sollte auch in diesen Fällen das Motivieren und Üben zu Hause nicht funktionieren, wendet man sich am besten an externe Stellen. Beratungsstellen und Kinder- und Jugendpsychologen bieten in diesem Fall Handlungsstrategien und Methoden, um negative Gedanken zu positiven zu entwickeln. Eine andere Möglichkeit bieten auch Schulsozialarbeiter der Schule. Die können diagnostizieren und testen und gegebenenfalls weitervermitteln.

Wie können Eltern reagieren?

Eltern möchten nur das Beste für ihr Kind - vor allem in problematischen Situationen. Doch manchmal sind es genau die Eltern oder nahe Verwandte, denen sich die Kinder am wenigsten öffnen. Als Eltern sei es jedoch wichtig, dass Gespräch zu dem Kind zu suchen. Ein lockerer Rahmen und ein unverfängliches Gespräch sollten dabei angegangen werden. Es ist wichtig zuzuhören und Interesse am Gegenüber zu zeigen.

Sollte das Gespräch nicht den erhoffen Erfolg erzielen, weil das Kind beispielsweise dichtmacht, kann man sich an andere externe Stellen wenden. Dazu zählt der Klassenlehrer, der vielleicht auch schon ähnliche Beobachtungen gemacht hat. Oder aber auch Schulsozialpädagogen können Hilfe leisten. Oft ist ein nicht-schulischer Blick auf die Situation extrem hilfreich.

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Mehr zum Thema "Haushalt mit Kindern" gibt's in der neuen Folge unserer Rubrik „Elternabend“. Dazu kannst du hier auch den Elternabend-Podcast hören und abonnieren und auf unserem Facebook-Profil mit der MDR JUMP Community diskutieren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 01. Dezember 2021 | 10:45 Uhr

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