Deine Katze beobachtet Dich

Unsere Stubentiger stehen ja in dem Ruf, sich vor allem um sich selbst zu kümmern - und sich nicht sonderlich für uns zu interessieren. Neue wissenschaftliche Ergebnisse zeigen aber, dass das so nicht stimmt.

Katze Lotta
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Laut einer neuen Studie könnte es sein, dass wir Menschen unseren Katzen vielleicht doch nicht so egal sind, wie viele denken. Sie besagt nämlich, grob gesprochen, dass die Vierbeiner immer ziemlich genau wissen, wo wir uns gerade in der Wohnung befinden. Das heißt, sie haben eine Vorstellung davon, wo sie uns zu einem bestimmten Zeitpunkt vermuten - und sind ziemlich verblüfft, wenn wir dann doch überraschend woanders auftauchen.

Die Erkenntnisse stammen von einem Team um Saho Takagi von der Universität Kyoto und veröffentlich wurden sie kürzlich im wissenschaftlichen Fachmagazin „PLoS One“. Es sei behauptet worden, „dass Katzen nicht so an ihren Besitzern interessiert sind wie Hunde, aber wir hatten diesbezüglich Zweifel“, so Forscherin Takagi. Die Ergebnisse zeigten aber, dass Katzen „einen tieferen Verstand haben“ als man denken könne.

Katzen wissen ganz genau, wo wir sind

Unabhängige Experten erklärten, die Ergebnisse passten gut ins Bild. Das Bewusstsein für Bewegung und das Aufspüren von Dingen, die sie nicht sehen könnten, sei entscheidend für das Überleben einer Katze. Zu den alltäglichen Aufgaben einer Katze gehöre es, zu wissen wo andere Tiere seien. Auch Mäuse könnten sie nur fangen, wenn sie sich den Standort der Tiere durch Hinweise wie gelegentliches vor dem geistigen Auge vorstellen könnten. Der Besitzer einer Katze sei als Nahrungs- und Sicherheitsquelle ebenfalls sehr – deswegen hätten die Tiere wohl gelernt, unseren Standort möglichst genau zu analysieren. 

Menschen und ihre Katzen – diese Beziehung ist besonders, aber nicht immer einfach. Das bekam unter anderem ein Mann in der niederländischen Stadt Deventer zu spüren. Man schrieb das Jahr 1420 und der Mann schrieb Bücher. Also mit der Hand schrieb er Manuskripte ab - denn die Druckerpresse war damals noch nicht erfunden. Eines Morgens kam er an seinen Arbeitsplatz und fand ihn bepinkelt vor, von seiner Katze. Das wissen wir, weil er im Manuskript an der Stelle des Textes, die nun leer bleiben musste, folgende Bemerkung hinterließ – als Erklärung und Warnung zugleich:

Hier fehlt nichts, aber eine Katze hat in einer bestimmten Nacht darauf uriniert. Verflucht sei die lästige Katze, die in der Nacht in Deventer auf dieses Buch uriniert hat und deswegen auch viele andere [Katzen]. 

Katzen sind gefährlicher als gedacht

Leid und – vor allem – Freud liegen bei Katzenbesitzerinnen und Besitzern eng beisammen. Und das schon seit vielen tausend Jahren. Dabei können wir froh sein, dass die Tiere nicht größer sind. Sonst erginge es uns manchmal wohl nicht so gut. Das jedenfalls besagen ältere Forschungsergebnisse, wonach die wilde Seite unserer Stubentiger bis heute verblüffend präsent ist. Hauskatzen seien niedlich, pelzig und kuschelig, so Experten. Aber man dürfe nicht vergessen, dass man ein kleines Raubtier in sein Heim einlädt, wenn man eine Katze als Haustier hält, so Wachtel.

Der beste Freund einer Katze ist…

Frau mit Katze.
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Forschende gehen davon aus, dass die Tiere uns Menschen schon seit der Sesshaftwerdung begleiten. Im alten Ägypten waren Katzen so populär, dass sie sogar mumifiziert wurden. Das ist insofern interessant, dass sich Katzen, zumindest stehen sie in dem Ruf, ja vor allem für sich selbst interessieren. Oder wie die alte Weisheit sagt: „Ein Hund ist der beste Freund des Menschen. Eine Katze ist der beste Freund einer Katze."

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 20. November 2021 | 10:27 Uhr

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