Eine Frau schaut verärgert auf ihr Smartphone
Bildrechte: IMAGO

Zu teure Handyverträge Jeder Dritte zahlt zu viel

Sinkende Preise, mehr drin im Handyvertrag: So entwickelte sich in den letzten Jahren der hart umkämpfte Mobilfunkmarkt. Doch offenbar profitieren nicht alle Deutschen von der positiven Entwicklung. Jeder Dritte hat einen Handyvertrag, der älter als drei Jahre ist. Und damit zu teuer. Das zeigt eine aktuelle Studie des Verbrauchermagazins Finanztip. Das rät zu einem schnellen Wechsel, weil die Preise wohl nicht weiter fallen.

Eine Frau schaut verärgert auf ihr Smartphone
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Mehr als 130 Millionen Mobilfunkverträge gibt es laut Bundesnetzagentur in Deutschland. Die meisten laufen schon seit ein paar Jahren. Laut einer aktuellen Studie des unabhängigen Verbrauchermagazins Finanztip ist fast jeder dritte Handyvertrag schon älter als drei Jahre. Für diese Verträge zahlen die Nutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit zu viel, weil die Preise auf dem Mobilfunkmarkt in den letzten Jahren deutlich nach unten gegangen sind.

Grundgebühren dramatisch gesunken

Laut Finanztip profitieren von den zuletzt sinkenden Preisen schon Handykunden, deren Vertrag länger als zwei Jahre läuft. In der Zeit sind die monatlichen Grundgebühren bereits um einige Euro gefallen. Daniel Pöhler, Experte für digitale Themen bei dem Verbraucherportal, sagt:

Daniel Pöhler, Experte für Telekommunikation bei Finanztip
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Wenn ich sogar einen sehr alten Vertrag habe, so fünf, sechs Jahre alt, dann sind da schon mal Gebühren von 60, 70 Euro im Monat üblich gewesen. Heute gibt es Allnet-Flatrates zum Teil schon für zehn Euro.

Die Mobilfunkunternehmen lockten vor allem Neukunden mit sehr günstigen Konditionen, um auf dem gesättigten Handymarkt Konkurrenten Nutzer abzujagen. Das Geld für die Lockangebote muss aber an anderer Stelle, bei den treuen Kunden wieder eingenommen werden. Dafür werden beispielsweise in Handyverträgen steigende Gebühren vereinbart oder das sinkende Preisniveau auf dem Markt nicht an Kunden weitergegeben. „Als treuer Kunde ist man dann letztendlich der Dumme“, sagt Daniel Pöhler.

So können Handynutzer vorgehen

Eine günstige Allnet-Flatrate inklusive Internetnutzung lohnt sich laut Finanztip für alle, die im Monat mehr als drei Stunden mit dem Handy telefonieren. Für alle, die in einer größeren Stadt leben, reiche in der Regel schon eine der günstigen Flatrates im O2-Netz. Die gibt es aktuell ab zehn Euro monatlich. Für Nutzer auf dem Land und für Pendler empfehlen die Tarifexperten ein etwas besseres Netz. Im Vodafone- oder Telekom-Netz gibt es Allnet-Flats derzeit ab 22 Euro. Beim Vergleich der Angebote hilft unter anderem der Tarifrechner vom Verbrauchermagazin teltarif.de. Handykunden müssten laut Finanztip aber nicht immer gleich den Anbieter wechseln, wenn sie grundsätzlich mit dessen Leistung zufrieden sind. Wer kündigt oder auch nur mit der Kündigung droht, erhält meist schon deutlich günstigere Angebote. Bleibt der Anbieter hart, kann man immer noch komplett wechseln.

Preise fallen wohl nicht weiter

Aktuell sei ein guter Zeitpunkt für den Wechsel, sagt Daniel Pöhler. Aus seiner Sicht sind weitere Preissenkungen eher unwahrscheinlich. Zum einen herrsche auf dem Mobilfunkmarkt inzwischen weniger Konkurrenzdruck, der Preise sinken lässt.

Da gab es mehrere Übernahmen und da wurde jeweils der preisaggressivste Anbieter aufgekauft. E-Plus wurde von O2 übernommen und Drillisch von United Internet.

Zum anderen müssten die Anbieter den Wegfall der Auslandsroaming-Gebühren ausgleichen. Damit kommen auf die Mobilfunkunternehmen zusätzliche Kosten zu, die sie an anderer Stelle ausgleichen müssen.

Dieses Thema auch im Programm: MDR JUMP am Nachmittag - Die Themen des Tages | 08.06.2017 | 19:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juni 2017, 15:45 Uhr

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