Kinostart von neuem James-Bond-Film zum fünften Mal verschoben

James Bond lässt weiter auf sich warten: Der neueste Teil der Reihe „Keine Zeit zu sterben“ soll nun erst im Herbst anlaufen. Das letzte Mal mussten die 007-Fans vor vierzig Jahren so lange auf ein neues Abenteuer warten.

Daniel Craig als James Bond in der Szene eines Trailers zum James-Bond-Film «Keine Zeit zu sterben»
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Für die Fans war es wohl keine große Überraschung, als die Veröffentlichung des neuen Bond-Films ein weiteres Mal nach hinten verlegt wurde. Eigentlich hätte er schon im Oktober 2019 sein Debüt in den Kinos feiern sollen - dann kam alles anders als geplant. Nach einem Wechsel in der Regie und Anpassungen des Drehbuchs sollte der Film dann schließlich im April 2020 anlaufen.

Als „Keine Zeit zu sterben“ endlich abgedreht war, breitete sich das Coronavirus immer weiter aus. In vielen Ländern mussten Kinos ihre Türen schließen - seitdem verharrt der Film in den Startlöchern.

Erst einmal ließ sich James Bond so lange bitten

Vierzig Jahre ist es her, dass Kinobesucher mit so großer Verzögerung auf eine neue Geschichte von Agent 007 warten mussten. Nach einem Rechtsstreit mit dem ehemaligen Bond-Darsteller Timothy Dalton dauerte es über sechs Jahre bis „Golden Eye“ ausgestrahlt werden konnte. Seit der Veröffentlichung des letzten Bond-Abenteuers „Spectre“ ist nun fast genau so viel Zeit vergangen.

Schnellere Veröffentlichung wäre möglich

Der Kinostart von „Keine Zeit zu sterben“ war als einer der ersten wegen der Corona-Pandemie nach hinten verlegt worden. Wenn die Filmproduktionsfirma MGM wollte, könnte der Film aber schon deutlich früher verfügbar sein. Dann wäre er jedoch nicht auf Kinoleinwänden, sondern auf heimischen Fernsehgeräten zu sehen. Die Veröffentlichung über einen Streaming-Dienst wie Netflix oder Amazon kommt für die Macher aber nicht infrage: das Kinoerlebnis solle für die Zuschauer erhalten werden, so ein Sprecher von MGM. Der Film steht also bislang nicht zum Verkauf. Ob wir den Blockbuster im Herbst wirklich zu sehen bekommen, bleibt abzuwarten.

13 Fakten - Angeberwissen über James Bond

Daniel Craig Als James Bond in "Casino Royale"
Daniel Craig ist der kleinste Bond Mit seinem muskulösen Körper lässt Daniel Craig viele Fan-Herzen höher schlagen. Trotzdem ist er der kleinste aller bisherigen Bond-Darsteller. Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan – sie alle waren zwischen 1,85 und 1,87 Meter groß. Craig dagegen bringt es nur auf 1,78 Meter. Naja, man kann nicht alles haben. Bildrechte: IMAGO
Daniel Craig Als James Bond in "Casino Royale"
Daniel Craig ist der kleinste Bond Mit seinem muskulösen Körper lässt Daniel Craig viele Fan-Herzen höher schlagen. Trotzdem ist er der kleinste aller bisherigen Bond-Darsteller. Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan – sie alle waren zwischen 1,85 und 1,87 Meter groß. Craig dagegen bringt es nur auf 1,78 Meter. Naja, man kann nicht alles haben. Bildrechte: IMAGO
James Bond "Spectre" - v.l.n.r. Christoph Waltz, Léa Seydoux, Daniel Craig und Monica Belucci
"Spectre" ist der bisher teuerste Bond-Film Das waren noch Zeiten! Das Budget des Films "James Bond - 007 jagt Dr. No" lag bei einer Million Euro. Und als es zehn Prozent mehr werden sollten, waren die Produzenten schon kurz davor, den Stecker zu ziehen. "Sprectre" lag bei 350 Millionen Euro – und ist damit tatsächlich der bislang teuerste Bond-Film. Immerhin gab es 450 Crew-Mitglieder, 2.000 Statisten und 240 Drehtage. Das will alles bezahlt sein! (Foto: v.l. Christoph Waltz, Léa Seydoux, Daniel Craig und Monica Belucci) Bildrechte: IMAGO
Roger Moore als James Bond und Maud Adams als Andrea Anders, 2002
Nur ein Bond-Girl hatte zwei Auftritte Die Schwedin Maud Adams spielte das Bond-Girl Octopussy im gleichnamigen Film von 1983. Das Ex-Model war allerdings auch schon 1974 in "Der Mann mit dem goldenen Colt" zu sehen – als Geliebte eines Gangsters. Der Doppelpack ist einmalig in der Filmgeschichte. Und Adams durfte sogar nochmal kurz ran. In "Im Angesicht des Todes" hatte sie 1985 noch einen Mini-Auftritt. Sie war gerade zufällig am Drehort und durfte zur Feier des Tages nochmal kurz durchs Bild laufen. (v.l. Maud Adams, Roger Moore und Britt Ekland) Bildrechte: imago images / ZUMA Press
James Bond Darsteller - Pierce Brosnan
Goldeneye gibt es wirklich Im entsprechenden Bond-Film ist "Golden Eye" ein Waffensystem, bei dem eine Atombombe in der oberen Erdatmosphäre gezündet wird. Dabei entsteht ein Impuls, der alle elektronischen Geräte rund um das Ziel zerstört. Immerhin kann Bond-Darsteller Pierce Brosnan das verhindern. Doch in Wahrheit war "Goldeneye" eigentlich ein Anwesen auf Jamaika. Dort hat Ian Flemming insgesamt 14 seiner Romane geschrieben. "Golden Eye" war allerdings der erste Bond, der keinen Bezug mehr zu einer Story von ihm hatte. Bildrechte: dpa
James Bond 'Spectre'
Bond hat ein reales Vorbild Die James-Bond-Reihe basiert auf Büchern des Briten Ian Flemming. Der hat übrigens während des Zweiten Weltkriegs selbst für den britischen Geheimdienst gearbeitet. Einen Kollegen von damals machte er zum Vorbild für James Bond. Manche Quellen sagen, dass es sich um den Agenten Edward Yeo-Thomas handelt, andere sprechen vom Spion Wilfried "Biffy" Dunderdale. Seinen Namen bekam 007 dann jedenfalls von einem Vogelkundler. Ein Dr. James Bond war in Fachkreisen mit dem Buch "Vögel der Antillen" bekannt geworden, Flemming borgte sich den Namen – weil er ihn extrem langweilig fand. Und genau so sollte sein Geheimagent klingen: Zunächst uninteressant - um dann um so mehr zu überraschen. Im seinem Roman "Man lebt nur zweimal" dankte Flemming dann dem echten Dr. Bond - und entschuldigte sich für den Identitätsdiebstahl. Bildrechte: Sony Pictures
James Bond 'Spectre'
Bond hält den Überschlag-Weltrekord Bonds Lieblingsauto ist der Aston Martin DBS, den er in zwölf seiner Filme fährt. Oft muss das Ding ziemlich leiden. In "Casino Royal" absolvierte der Sportwagen einen Stunt-Klassiker der jüngeren Filmgeschichte. Das Auto überschlug sich sieben Mal - und war dadurch nicht nur reif für die Schrottpresse, sondern auch für das Guinnessbuch der Rekorde. Damit der Aston Martin überhaupt so oft um seine eigene Achse wirbeln kann, mussten die Filmtechniker eine Luftdruckkanone im Boden installieren. Bildrechte: Sony Pictures
James Bond (George Lazenby) und Miss Moneypenny (Lois Maxwell) 1969
Bond hat schon drei Mal gekündigt Auch Geheimagenten haben manchmal die Nase voll von ihrem Job. Und so hat auch James Bond tatsächlich schon drei Mal die Brocken hingeschmissen. Das erste Mal "Im Geheimdienst Ihrer Majestät". Die nette Sekretärin Moneypenny hatte die Kündigung da allerdings zu einem zweiwöchigen Urlaub erklärt. In "Lizenz zum Töten" musste Bond offiziell kündigen - damit er eine Undercover-Mission starten konnte. Seine vorerst letzte Kündigung hat Bond in "Casino Royale" eingereicht. Bildrechte: Imago
Wodka Martini
Wodka Martini ist gar nicht Bonds Lieblingsgetränk "Geschüttelt, nicht gerührt" – das kennt jeder. Und es geht natürlich um den Martini. Interessanterweise ist das aber gar nicht Bonds Lieblingsgetränk. Für eine Studie wurden mal alle Drinks ausgezählt, die sich 007 bis inklusive "Casino Royale" so runtergekippt hat. Dabei zeigte sich: Der Agent trinkt im Schnitt alle 24,3 Minuten. Insgesamt kamen so 114 Drinks zusammen, mehrheitlich Champagner. Bier ist erst in letzter Zeit dazugekommen. Stichwort Product Placement. Heineken hat angeblich 45 Millionen Euro gezahlt, um Daniel Craig erfrischen zu dürfen. Wissenschaftler haben Bonds Trinkgewohnheiten noch näher analysiert - und dabei ausgerechnet, dass der notorische Säufer auf eine Lebenserwartung von nur 56 Jahren käme. Bildrechte: Colourbox.de
Ian Fleming an seinem Schreibtisch 1962
Der Bond-Erfinder hat in einem Film mitgespielt Die ursprünglichen Bond-Bücher stammen ja von Ian Fleming - und der lebt seit 1964 nicht mehr. Das war das Jahr, als der dritte Bond-Film "Goldfinger" gerade anlief. In "Liebesgrüße aus Moskau" hat der Schriftsteller einen Gast-Auftritt. Und zwar als Zug-Fahrgast. Wer nachsehen möchte: Der ältere Herr, der nach genau einer Stunde und 16 Minuten auftaucht - das ist der Autor höchst selbst. Bildrechte: IMAGO
London Bus und Big Ben
Bond verdankt seine Agentennummer einer Buslinie Der Autor Ian Fleming war oft zwischen seiner Heimatstadt Canterbury und London unterwegs - im Bus mit der Nummer 007. So kam sein Spion zu der berühmten Nummer. Eine Doppelnull bekommen übrigens nur die absoluten Top-Agenten des MI6. Die Nummern 002, 003, 004 und 009 sind in diversen Filmen unter tragischen Umständen ums Leben gekommen. 006 ist der Bösewicht in "Golden Eye". Und 008 ist Bonds Ersatzmann, wenn er einmal zu Schaden kommen sollte. 001 und 005 kamen bislang noch nicht vor. Bildrechte: Colourbox.de
Clint Eastwood in "Joe Kidd" 1972 und Burt Reynolds in "Rough Cut" 1980
Echte Hollywood-Größen hatten keinen Bock auf Bond Wer ist der beste Bond-Darsteller? Mit dieser Frage kann man hitzige Diskussionen unter den Fans von 007 starten. Am fleißigsten war jedenfalls Roger Moore, der in sieben Filmen auftrat. Sean Connery brachte es auf sechs Geheimmissionen. Ein paar echte Schauspielgrößen lehnten die Rolle des Bond allerdings auch ab - unter anderem Hugh Jackman, Cary Grant, Clint Eastwood, Liam Neeson und Burt Reynolds. Im Fall von Eastwood und Reynolds lag es übrigens daran, dass beide jeweils glaubten, Bond solle besser von einem Briten gespielt werden – und nicht von einem Amerikaner. Bildrechte: IMAGO
Desmond Llewelyn (links) und Pierce Brosnan in "Tomorrow Never Dies"
Q ist der eigentliche Rekordhalter Roger Moore ist mit sieben Bond-Einsätzen Rekordhalter. Das ist aber nichts gegen einen anderen Veteranen der Film-Reihe: Schauspieler Desmond Llewelyn spielte bis zu seinem Tod im Jahr 1999 in 17 Filmen den Gimmick-Entwickler "Q". Llewelyn starb gewissermaßen an den Folgen seiner großen Popularität. Er war gerade mit dem Auto unterwegs zu einer Autogrammstunde, als er tödlich verunglückte. Auf seiner Beerdigung hielt Roger Moore eine Rede. Er war der einzige Bond-Darsteller, der gekommen war. Die Abkürzung "Q" steht übrigens für Quartiermeister. Es gab allerdings auch Filme ohne den genialen Bastler, zum Beispiel "Leben und sterben lassen". Bildrechte: IMAGO
Desmond Llewelyn bei der Eröffnung der Ausstellung "James Bond - die Welt des 007" in Hildesheim 1998
Q kam durch einen Leserbrief zu seinem Namen Zunächst hatte sich Autor Ian Fleming entschieden, dass Bonds Dienstwaffe eine Beretta 418 sein sollte. Allerdings beschwerte sich ein Leser, dass das eine Frauenwaffe sei – und für den Agenteneinsatz eher ungeeignet . Ein anderer Leser, der Waffenexperte Geoffrey Boothroyd, machte Flemming dann einen Vorschlag: Bond könnte in Zukunft mit einer Walther herumballern. Das würde besser passen. Der Autor bedankte sich auf seine Weise: Er gab "Q" den bürgerlichen Namen Major Boothroyd. Bildrechte: IMAGO
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Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 25. Januar 2021 | 11:45 Uhr

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