Frau auf einer Demonstration für Gleichberechtigung in Madrid
Bildrechte: IMAGO

Internationaler Frauentag Was der Tag schon alles bewirkt hat

08.03.2018 | 05:20 Uhr

Am 8. März ist der Internationale Frauentag. Was ist der Urspung dieses Tages und wie wichtig ist er in der heutigen Zeit noch?

Frau auf einer Demonstration für Gleichberechtigung in Madrid
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Der Frauentag ist alt. Weit über 100 Jahre. Mit einem Konsum- und Wohlfühltag, mit Geschenkgutscheinen und Rosen, die den Frauen in der Stadt in die Hand gedrückt werden, hat dieser Tag eigentlich gar nichts zu tun. Dafür mit Frauenrechten und Gleichberechtigung; mit mutigen Frauen, die sich auf die Straße trauten und für ihre Rechte kämpften, zu Zeiten, als die vorrangige Meinung noch war, dass die Frau nur zum Kinderkriegen da sei.

Das sind die wichtigesten Fakten:

Wer hatte die Idee für einen Frauentag?

Wer hatte die Idee für einen Frauentag?

Die Idee kommt aus den USA. 1908 gründeten dort Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas ein Nationales Frauenkomitee, das beschloss, dass ein nationaler Tag zum werben für das Frauenstimmrecht wichtig sei. Ein Jahr später wurde die Idee in die Tat umgesetzt: Der erste Frauentag fand in den USA am 28. Februar 1909 statt. Die Idee einen Kampftag für Frauenrechte zu haben, an dem demonstriert wird und die Frauen gegen Diskriminierung auf die Straße gehen können, kam nicht nur in den USA gut an und wurde schnell von anderen Frauenrechtlerinnen nach Europa getragen.

Wie kam dieser Tag nach Deutschland?

Wie kam dieser Tag nach Deutschland?

In Deutschland waren es Clara Zetkin und Käte Duncker, die sich für einen Frauentag stark machten und zwei Jahre nach den USA fand der erste Frauentag am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Schweiz und Österreich-Ungarn parallel statt. Die Hauptforderung der Frauen damals: Einführung des Frauenwahlrechts.

Warum der 8. März?

Warum der 8. März?

Am 8. März 1917 streikten in Sankt Petersburg die Arbeiter- und Soldatenfrauen und lösten damit die Februarrevolution aus. Zu ihren Ehren wurde 1921 der 8. März von der "Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen" als internationaler Gedenktag eingeführt. Zu Zeiten der Weimarer Republik (1918-1933) gab es zwei Frauentage. Einen "kommunistischen" am 8. März und einen "sozialdemokratischen" ohne festes Datum.

Was forderten die Frauen?

Was forderten die Frauen?

Das veränderte sich mit der Zeit. In Deutschland hatte die Forderung nach einem Frauenwahlrecht Erfolg: Seit 1918 dürfen auch die Frauen wählen. So setzten sich die Frauen ab 1918 vor allem für Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnabschläge, Senkung der Lebensmittelpreise, Gleichberechtigung und einen legalen Schwangerschaftsabbruch ein.

Unter den Nationalsozialisten (1933 - 1945) wurde der Frauentag übrigens aufgrund seines sozialistischen Ursprungs verboten.

Die sowjetische Besatzungszone führte 1946 wieder den 8. März als Frauentag ein. In Westdeutschland gab es zwar auch einen Frauentag, doch die Bedeutung ging langsam verloren. Erst ab Ende der 1960er Jahre und der aufkommenden Frauenbewegung rückte der 8. März auch in der Bundesrepublik wieder in den Fokus.

Frauentag - immer noch wichtig?

Spätestens seit den 1990er Jahren wird in Deutschland immer wieder darüber diskutiert, ob es den 8. März als Frauentag denn noch braucht. Die deutsche Frauenrechtlerin Alice Schwarzer plädierte 2010 für die Abschaffung des "gönnerhaften" Tages, es müsse "365 Tage im Jahr ein Frauentag sein."

Sicherlich sind die Kampfansagen der Frauen derzeit nicht so scharf, wie zu Gründungszeiten. Mit Pralinen, Blumen und "Danke sagen" scheint einigen der Tag zu weich gespült, dennoch haben die Frauen, die vor 106 Jahren zum ersten Mal in Deutschland zum Frauentag aufriefen, viel erreicht und bewirkt. Frauenwahlrecht, Schwangerschaftsabbruch, emanzipierte Lebensweise - all das ist mittlerweile möglich. Dennoch sind in Deutschland noch nicht alle Geschlechterdiskriminierungen überwunden. Ein wichtiger Punkt: Die nach wie vor existierenden Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 08. März 2018 | 05:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2018, 05:20 Uhr

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