WhatsApp-Tricks: Diese versteckten Funktionen sollte man kennen

28.01.2020 | 14:05 Uhr

Kaum ein Symbol auf dem Smartphone berühren wir so häufig wie das grün-weiße WhatsApp-Zeichen: Die App mit 60 Millionen Nutzern in Deutschland ist der beliebteste Dienst, um Bilder, Nachrichten oder auch Sprachaufzeichnungen zu schicken. WhatsApp nervt allerdings viele Nutzer bei einigen Funktionen. Mit diesen Tricks könnt Ihr sie nach Euren Wünschen verändern.

WhatsApp-Icon auf einem Smartphone-Bildschirm
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Die Teilnehmer mehrerer WhatsApp-Gruppen überschütten einen mit Nachrichten, eine Freundin schickt immer mehrere Minuten lange Sprachnachrichten, die wichtige Nachricht von der Geburt der Nichte ist weg: So praktisch und schnell WhatsApp auch ist – einige Sachen nerven richtig. Die kann man abstellen. Dafür muss man aber wissen, wo die Häkchen dafür versteckt sind.

Sprachnachrichten als Text lesen

Ein Mann hört eine Sprachnachricht am Smartphone ab.
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In manchen Momenten kann man Sprachnachrichten nicht abhören. Bei Konzerten etwa, wenn der Partner schläft oder in der vollen Bahn. Wer trotzdem erfahren möchte, was Freunde oder Kollegen mitteilen, kann kostenlose Apps wie Textr (Android), Transcriber (Android und iOS) oder Audio to Text (iOS) nutzen. Textify für iPhones gibt es für knapp vier Euro im App-Store. Die Apps werden einfach installiert. Danach tippt man einfach auf die Sprachnachricht in WhatsApp, geht dann auf "Weiterleiten" und wählt die "Übersetzungs"-App aus. Das Ganze klappt nicht ganz ohne Fehler, den Sinn des Textes bekommt man aber schon ganz gut raus.

Status für Fremde verbergen

Zwei Frauen auf dem Campingplatz mit Smartphone
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Das kennen manche WhatsApp-Nutzer: Bei einem Freund, den man lange nicht gesprochen hat, steht ein neues Foto. Und darauf ist nicht der Freund, sondern jemand Fremdes zu sehen. Und dieser Fremde postet im Status dann Urlaubsbilder, die sicher nur für seine Freunde bestimmt sind. Offenbar hat dieser Mensch die Nummer zugeteilt bekommen, die früher mal der Freund hatte. Das Ganze zeigt ein Problem von WhatsApp: Die Bilder oder auch Nachrichten im Status können alle sehen, die die Telefonnummer im Handy haben. Warum auch immer. Das sollte man besser in den Einstellungen ändern, rät Keywan Tonekaboni vom Computermagazin c't:

Dafür gehen sie in die 'Einstellungen' und dann unter 'Account' zum Datenschutz. Da können Sie einstellen, dass ihre Status-Bilder nur allen ihren Kontakten gesehen werden. Oder nur von Menschen, denen sie das erlauben. Alternativ kann man da auch einstellen, dass etwa der Chef oder Kollegen das überhaupt nicht sehen sollen.

Bedeckt halten

"Zuletzt online heute: 13.19", die Lesebestätigung bei Nachrichten: WhatsApp gibt ziemlich viele Informationen darüber preis, wann man den Dienst nutzt und in welchen Momenten spät nachts eine Nachricht gelesen wird. Wer das nicht möchte, kann solche Informationen über sich zurückhalten. Unter "Einstellungen" in WhatsApp, bei "Account" und "Datenschutz" kann man einstellen, das "Zuletzt online…" deaktiviert wird. Auch die blauen Lesehäkchen lassen sich hier ausstellen. Dann sieht der Kontakt nicht, wann eine Nachricht gelesen wurde. Er oder sie sieht nur, dass die angekommen ist. Übrigens: Wer diese Informationen über sich geheim halten will, sieht die dann auch nicht bei anderen.

Wichtige Nachrichten speichern

Erinnerungsbox an die Geburt mit 3D-Fotos
Erinnerungsbox an die Geburt mit 3D-Fotos Bildrechte: imago/Westend61

Es gibt WhatsApp-Nachrichten, die man am liebsten für immer aufheben möchte: Die Schwester ist zum ersten Mal Mutter geworden. Die neue Liebe schreibt etwas verdammt Schönes. Diese Botschaften markiert man einfach und drückt auf den Stern. Danach sind diese ganz besonderen Nachrichten bei WhatsApp über die drei Punkte rechts oben unter "Mit Stern markierte" ganz einfach zu finden. Alternativ kann man natürlich auch einfach einen Screenshot machen und die Nachricht dann in einem Extra-Ordner in der Bildergalerie ablegen.

WhatsApp ohne Adressbuch nutzen

Das sorgt immer mal wieder für Diskussionen: WhatsApp greift auf die Kontakte im Smartphone zu. Damit gibt man aber Daten Dritter an WhatsApp weiter, die damit möglicherweise nicht einverstanden sind. Das finden Datenschutzexperten zumindest bedenklich. In den Einstellungen von Android und iPhone lässt sich der Zugriff der App auf die Kontakte deaktivieren. WhatsApp funktioniert dann weiter.

Das Chatten geht auch ohne den Zugriff aufs Telefonbuch: Ich kann einmal mit den Leuten schreiben, die meine Nummer haben und mich direkt anschreiben. Und wenn ich von jemand die Telefonnummer habe, kann ich mit dem auch ein Chatfenster öffnen. Dafür gibt es einen Link von WhatsApp.

WhatsApp-Inhalte nicht auf Sperrbildschirm anzeigen lassen

"Hase, ich lieb dich❤❤❤❤!", "Denkst du an Klo-Papier….!?": Liegt das Handy mit dem Bildschirm nach oben auf Tisch und solche Nachrichten tauchen auf dem Sperrbildschirm auf, wird das schnell unangenehm. Etwa wenn der Chef oder Kollegen mitlesen können. Das kann man bei Android so verhindern: In Smartphone-Einstellungen gehen, unter dem Punkt "Apps und Benachrichtungen" alle "Vertraulichen Inhalte ausblenden". Bei manchen aktuellen Smartphones findet sich der Punkt "Vertrauliche Inhalte ausblenden" unter einem extra Menüpunkt "Sperrbildschirm". Beim iPhone findet sich das wichtige Häkchen in den Handy-Einstellungen unter "Mitteilungen". Dort deaktiviert man bei WhatsApp die Optionen "Mitteilungen erlauben" und "Im Sperrbildschirm".

Gruppe auf stumm schalten

WhatsApp Gruppe verlassen
Bildrechte: MDR JUMP

Wenn die Diskussion heiß läuft, wird es schnell anstrengend: Dann trudelt alle fünf Minuten im Familienchat der nächste Diskussionsbeitrag ein. Oder einem Elternteil im Klassenchat fällt immer noch etwas anderes ein. Meist ist es besser, wenn man solche längeren und heftigen Debatten in der Gruppe im Nachhinein erst im Überblick liest. Und einmal antwortet. Dafür kann man die Gruppenbenachrichtigungen stumm schalten. Einfach auf den Namen der Gruppe klicken und die gewünschte Zeit wählen: 8 Stunden, eine Woche oder gleich für ein ganzes Jahr. Das funktioniert auch für einzelne Personen, die gerade ein Nachrichten-"Dauerfeuer" drauf haben: Einfach auf die drei Punkte rechts oben im Chat klicken und die "Benachrichtigungen stummschalten".

Warum stellt WhatsApp den Support für alte Handys ein?

Schon vor Monaten wurde es angekündigt: WhatsApp unterstützt alte iPhones mit iOS 8 oder Android-Smartphones mit Android 2.3.7 und älter nicht mehr. Das sind vergleichsweise alte Smartphones: iOS wurde 2014 vorgestellt, Android Gingerbread (Android 2.3.7) kam 2010 auf neue Handys. Vereinfacht gesagt sparen sich die Entwickler von WhatsApp den Aufwand für Updates für Betriebssysteme, die kaum noch jemand nutzt. Keywan Tonekaboni von c't:

Wie viele das überhaupt betrifft, dazu gibt’s nur Schätzungen von Google und Apple. Danach bewegen sich die Nutzerzahlen bei so alten Handys unter einem Prozent. Das betrifft also nur wenige Leute und die sollten besser schnellstmöglich auf ein Smartphone mit einem neueren Betriebssystem umsteigen.

iPhone 4, 2010
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Die alten Smartphones haben zahlreiche Sicherheitslücken, die auch nicht mehr von den Herstellern geschlossen werden. Unser Experte rät daher Nutzern, unbedingt auf ein neueres Smartphone umzusteigen. Noch ist auch unter Experten ganz klar, welche Auswirkungen es hat, wenn WhatsApp für ein altes Betriebssystem den Support einstellt. Das Technikmagazin CHIP etwa geht davon aus, dass WhatsApp dann trotzdem weiter genutzt werden kann. Es kann nur nicht mehr neu installiert werden und bestehende Accounts können nicht mehr verifiziert werden. Beim Online-Magazin inside digital geht man zusätzlich davon aus, dass Chatten über WhatsApp dann überhaupt nicht mehr möglich ist.

Vorerst nur begrenzt Werbung bei WhatsApp

WhatsApp-Nutzer müssen erstmal nicht befürchten, im Messenger Werbenachrichten zu geschickt zu bekommen. Entsprechende Pläne hat der Facebook-Konzern, zu dem der Messenger gehört, laut Medienberichten erstmal zurückgestellt. Laut einem Bericht im Wall Street Journal wurde die dafür zuständige Abteilung aufgelöst. Facebook bleibt aber bei der Absicht, im "Status"-Bereich Werbung anzuzeigen. Das soll vom 1. Februar an passieren. Bis zur vollständigen Umsetzung wird es aber wohl noch einige Monate dauern.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 03. Februar 2020 | 16:40 Uhr

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