Unfall an einer Kreuzung in der Lausitz in Sachsen
Unfall an einer Kreuzung in der Lausitz in Sachsen Bildrechte: IMAGO

Wo in meiner Nähe gibt es die meisten Unfälle?

25.09.2018 | 16:40 Uhr

Eine interaktive Karte im Internet zeigt erstmals, wo besonders viele Verkehrsunfälle passieren. Auf dem Unfallatlas können Nutzer nachsehen, wo auf dem Weg zur Arbeit die Unfallgefahr besonders hoch ist oder wo die Kinder auf dem Schulweg besonders gefährdet sind. Einige Bundesländer wie Thüringen sind aber noch nicht auf der Karte dabei.

Unfall an einer Kreuzung in der Lausitz in Sachsen
Unfall an einer Kreuzung in der Lausitz in Sachsen Bildrechte: IMAGO

Der jetzt veröffentlichte interaktive Unfallatlas erinnert etwas an Google Maps. Die Karte zeigt an, an welchen Straßenabschnitten oder Kreuzungen es in den letzten beiden Jahren Unfälle gab. Nutzer können dafür in die Karte hineinzoomen und direkt in der Nähe ihres Wohnorts oder auf ihrem Arbeitsweg nach Unfallschwerpunkten suchen. Alternativ können sie auch eine Adresse eingeben und dort suchen. Es werden allerdings nur Unglücke angezeigt, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden. Die Unfälle müssen zudem von der Polizei erfasst worden sein. Die werden in der Karte als rote Punkte dargestellt.

Was ist der sicherste Weg?

Das statistische Bundesamt Wiesbaden hat den Unfallatlas zusammengestellt. Die Statistiker wollen Autofahrern oder auch Fußgängern die Möglichkeit geben, in ihrem Wohnort gezielt nach Unfallschwerpunkten zu suchen. Diese könnten dann gezielt gemieden werden. Motorradfahrer können beispielsweise genau nach Straßen suchen, an denen besonders viele Zweiradfahrer verunglückt sind. Eltern können für den Schulweg der Kinder nach risikoreichen Abschnitten suchen.

Unfallschwerpunkte in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Waldschlösschenbrücke in Dresden
Waldschlösschenbrücke in Dresden Bildrechte: IMAGO

Das ist keine große Überraschung: Die meisten Unfälle in Sachsen passierten 2016 und 2017 in den Großstädten Leipzig und Dresden. Besonders häufig krachte es in Leipzig auf dem Innenstadtring vor dem Hauptbahnhof und in Dresden am Rathenauplatz vor der Synagoge und am südlichen Ende der Waldschlösschenbrücke. Die kann erst seit 2013 befahren werden und ist offenbar besonders gefährlich. In Sachsen-Anhalt ist Magdeburg die Stadt mit besonders vielen Unfällen in den letzten beiden Jahren. Unfallschwerpunkt ist die B1 im Osten der Innenstadt. Die Autobahn A2 dagegen ist zumindest nach den Daten vom Statistischem Bundesamt keine besonders unfallträchtige Straße, obwohl die Autobahnpolizei Börde sie als Unfallschwerpunkt einordnet.

Thüringen ist nicht mit dabei

Derzeit enthält der Unfallatlas nur Daten aus neun Bundesländern. Neben Thüringen fehlen auch Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern und werden auf der Karte als graue Flecken dargestellt. Gerhard Kraski vom Statistischen Bundesamt sagte MDR JUMP:

In Thüringen kann die Polizei noch nicht alle Geodaten liefern. Dafür müssen bei einem Unfall auch die GPS-Koordinaten mit eingegeben werden.

Der Unfallatlas soll aber erweitert werden, wenn die Daten vorliegen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 25. September 2018 | 19:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2018, 16:50 Uhr

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