Welche Insekten dich stechen können und wie du Stiche richtig behandelst

13.07.2018 | 11:00 Uhr

Ob Mücke, Wespe oder gar Hornisse: Gerade im Sommer gibt es viele Insekten, die dich stechen können. Wenn man weiß, was man gegen juckende Insektenstiche machen kann, ist der Schmerz allerdings nur noch halb so schlimm.

Der Klassiker: Mückenstich

Mücken gehören zum Sommer. In der Dämmerung und an feuchten Orten, wenn man zum Beispiel am See picknickt, sind sie besonders aktiv. Oft bemerkt man den Stich erst, wenn er da ist. Mücken können Krankheiten übertragen, allerdings muss man sich im Normalfall in Deutschland keine Sorgen machen. Wenn man in einem Land Urlaub macht, wo es Risikogebiete gibt, in denen z.B. Malaria übertragen werden kann, sollte man sich vorher informieren, wie man sich vor Stichen schützen kann.

Mücke
Bildrechte: Colourbox.de

Hierzulande ist ein Mückenstich meist harmlos und wenig schmerzvoll, er juckt nur ganz schön und kann so einen zur Weißglut bringen. Doch auch wenn es schwerfällt: Man sollte auf keinen Fall kratzen, das macht es nur noch schlimmer. Handelsübliche Salben können gegen den Juckreiz helfen. Es hilft eine Münze oder einen Löffel, die man auf 50 Grad erwärmt und auf den Mückenstich legt. Das soll den Juckreiz ebenfalls lindern.

Der schmerzhafte Bremsenstich

Eine Bremse sticht in die Haut.
Bildrechte: IMAGO/blickwinkel

Der Bremsenstich ist da schon wesentlich gemeiner. Er ist schmerzvoller als ein Mückenstich, schwillt größer und röter an und juckt auch mehr. Auch hier gilt: Möglichst nicht kratzen. Wer es gar nicht aushält, kann sich von seinem Hausarzt eine Salbe mit Kortison verschreiben lassen. Das lindert den Juckreiz und die Schwellung. Die Abheilung kann - leider - bis zu zwei Wochen dauern.

Wer die Möglichkeit hat, sollte den Bremsenstich sofort mit Hitze behandeln. Ein Löffel, den man auf 40-50 Grad erwärmt und auf den Stich drückt, kann verhindern, dass der Juckreiz sich richtig ausprägt. Denn die Wärme zerstört ein Protein, das mit dem Bremsenstich unter unsere Haut kommt und zum Juckreiz führt.

Der Wespen- und Bienenstich

Deutsche Wespe
Bildrechte: imago/blickwinkel

Wespen- und Bienenstiche können sich durchaus ähneln. Die Haut schwillt an und rötet sich, es schmerzt und brennt. Beim Bienenstich bleibt allerdings, anders als bei einem Wespenstich, der Giftstachel in der Haut stecken. Man sollte ihn vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Wenn man von einer Biene oder Wespe gestochen wurde, sollte man sofort und so viel wie möglich kühlen. In der Regel ist der Stich nach wenigen Tagen abgeheilt.

Wespen- und Bienenstiche sind im Normalfall nicht gefährlich. Sie werden allerdings gefährlich, wenn man allergisch auf sie reagiert. Dann muss sofort ein Notarzt gerufen werden. Wer weiß, dass er auf Wespen- und Bienenstiche allergisch reagiert, sollte gerade im Sommer sein Notfallset immer dabei haben.
Auch, wenn man ausversehen eine Wespe verschluckt, kann das gefährlich werden. Wenn sie in den Mund- oder Halsinnenraum sticht und das anschwillt, droht Erstickungsgefahr. Man sollte dann sofort einen Arzt aufsuchen und sofort kühlen (z.B. durch Lutschen von Eiswürfeln), um ein schnelles Anschwellen zu verhindern.

Der schmerzvolle Hornissenstich

Hornisse
Bildrechte: IMAGO

Hornissen sehen Wespen ähnlich, sind allerdings noch wesentlich größer. Die einheimische Wespe ist zwischen 10-15 mm groß, eine Hornisse kann bis zu 30 mm groß werden. Hornissenstiche sind noch etwas extremer und schmerzender als Wespenstich. Oft werden Hornissenstiche als gefährlicher eingestuft, das stimmt allerdings nicht. Obwohl der Stich schmerzvoller ist, enthält er weniger Gift als ein Wespenstich. Anders als Wespen haben Hornissen auch ein wesentlich geringeres Aggressionspotenzial und stechen seltener zu.

Auch hier hilft kühlen. Ist der Stich besonders stark oder liegt eine Allergie vor, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Der seltene Hummelstich

Hummeln können zwar tendenziell stechen, tun das aber sehr selten. Sollte die Hummel doch mal zustechen, ist der Stich harmloser als ein Wespen- oder Bienenstich. Es hilft kühlen oder Anti-Histamin-Salben, die man in der Apotheke kaufen kann.

Die harmlosen Ameisenbisse

Eine Ameise auf einem grünen Blatt.
Bildrechte: Colourbox.de

Ameisen stechen nicht, sondern beißen. Die heimischen Ameisen sind harmlos. Ameisenbisse jucken kurzzeitig, sind allerding schnell wieder weg. Als Hausmittel gegen den Juckreiz werden Zwiebeln oder Knoblauchzehen empfohlen, mit denen man die betroffene Stelle einreiben kann. Es helfen aber auch klassische Anti-Histamin-Salben.

Der nicht zu unterschätzende Zeckenbiss

Zecke auf einem Arm
Bildrechte: IMAGO

Wenn man einen Wald- und Wiesenspaziergang gemacht hat, sollte man zu Hause gucken, ob man eine Zecke mitgebracht hat. Oft sitzen die noch unter der Haut und müssen vorsichtig mit einer speziellen Pinzette entfernt werden. Das gefährliche an Zecken sind die Krankheiten, die sie übertragen können. Wenn sich um den Biss ein roter Kreis auf der Haut bildet, sollte man sofort zum Arzt gehen, denn das kann ein Anzeichen auf eine Borreliose-Infektion sein und muss mit Antibiotika behandelt werden.

Auch FSME-Viren können von Zecken übertragen werden. Die Krankheit führt zu Erbrechen, Kopfschmerzen und auch Lähmungen und kann im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen. Gegen FSME schützt nur eine Impfung. Den Schutz empfiehlt das RKI allen Menschen in ausgewiesenen Risikogebieten, auch wenn dort nur wenige Zecken das FSME-Virus tragen. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht einmal im Jahr eine Karte mit FSME-Risikogebieten. 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 14. Juli 2018 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2018, 10:59 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP

Unseere aktuellen Themen