Zeckenbiss: Neuer Impfstoff schützt vor Borreliose

Forscher haben einen Impfstoff entwickelt, der nicht nur vor den Folgen eines Zeckenbisses schützt, sondern die Zecken auch noch ganz vom Saugen abhalten soll. Die Impfung könnte so zahlreiche Infektionen verhindern.

Zecke auf einem Blatt
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Zecken können fiese Krankheiten übertragen. Durch einen Biss kann man sich zum Beispiel mit Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis oder Fleckfieber infizieren. Ein neuer Impfstoff könnte aber verhindern, dass diese Krankheiten überhaupt erst von Zecken auf Menschen übertragen werden können – und so auch den Ernstfall verhindern.

Wie funktioniert der Impfstoff?

Eine Spritze wird mit dem Impfstoff von Biontech-Pfizer aufgezogen.
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Im Impfstoff befinden sich „Bauanleitungen“ für verschiedene Proteine aus dem Speichel der Zecken. Diese kann der Körper dann nachbauen und gleichzeitig eine Abwehrreaktion gegen den Biss der Zecke lernen. Wenn eine Zecke sich dann mal festbeißen will, löst sie im geimpften Körper eine Immunreaktion aus – in Form einer starken lokalen Entzündung. Die Botenstoffe, die dabei ausgeschüttet werden, hindern die Zecke dann schließlich am Saugen.

Dieselbe Technik wird auch bei den Impfstoffen gegen COVID-19 von Biontech oder Moderna verwendet. Mithilfe dieser mRNA-Technologie könnten wir vor den blutsaugenden Insekten also bald deutlich besser geschützt sein.

Studie: Geimpfte Tiere infizierten sich nicht mit Borreliose

Im Rahmen der Studie wurden Meerschweinchen untersucht. Das Ergebnis: Zecken mit dem Borreliose-Erreger fielen schon nach 48 Stunden wieder ab, obwohl das Saugen normalerweise rund 96 Stunden dauert. Keines der geimpften Meerschweinchen steckte sich schließlich an, so berichteten es die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science“. Für die Forscher liegt die Vermutung nahe, dass sich dieses Prinzip auch auf Menschen übertragen ließe.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 19. November 2021 | 20:20 Uhr

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