Symbolfoto Katzenallergie - ein Junge hebt eine Hatze und hält sich ein Taschentuch vor die Nase.
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Impfungen für Katzen helfen gegen Katzenallergie beim Menschen

14.08.2019 | 13:16 Uhr

Die Augen schwellen an und jucken stark: Katzenallergiker brauchen die Tiere oft nicht mal anfassen und schon bekommen sie die Symptome. Dagegen helfen nur Spritzen oder starke Tabletten - bis jetzt. Denn gerade entwickeln Schweizer einen neuen Impfstoff. Den bekommen dann aber nicht Menschen, sondern die Katzen.

Symbolfoto Katzenallergie - ein Junge hebt eine Hatze und hält sich ein Taschentuch vor die Nase.
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Das Protein "Fel d 1" von Katzen löst die Allergie bei einigen Menschen aus. Verbreitet wird es vor allem durch Katzenhaare und die Hautschuppen daran. Das Protein befindet sich auch im Speichel und den Tränen der Katze. Da sich die Tiere zum Putzen das Fell lecken und diese Haare dann verlieren, muss ein Allergiker nicht mal eine Katze berühren und die Allergie kann schon losgehen.

Atmet ein Allergiker dann das Protein ein oder berührt das Katzenhaar, wird der Stoff Histamin bei dem Menschen freigesetzt, da sich das Immunsystem durch das Protein angegriffen fühlt. Dann kommt es unter anderem zu juckenden und tränenden Augen, einer laufenden Nase und Rötungen auf der Haut. Ist die Allergie extrem stark, kann es sogar zu Asthma kommen.

Bisher können nur Symptome bekämpft werden

Kleine Katzen
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Lösen können das Problem bisher nur Impfungen und die Einnahme von Tabletten. Bei der Desensibilisierung bekommt man am Anfang wöchentlich eine Spritze, später nur noch monatlich. Die Behandlung kann insgesamt über mehrere Jahre dauern. Bisher ist aber noch keine Heilung für Katzenallergien bekannt.

Impfungen für Katzen

Mit dem Impfstoff "HypoCat" soll sich das nun ändern. Entwickelt hat ihn eine Forschungsgruppe aus Allergologen und Immunologen des Uniklinikums Zürich. Professor Dr. Thomas Kündig vom Dermatologischen Klinikum in Zürich:

Das Neue an der Sache ist, dass es ein Impfstoff ist, den man der Katze spritzt. Bisher konnte man ja immer nur die Menschen mit Allergien desensiblisieren. Allerdings kann man Patienten mit einer Allgergie kein Katzenhaarextrakt spritzen - das funktioniert schlecht. Also haben wir einen Impfstoff entwickelt, den man der Katze spritzt. Und der Impfstoff neutralisiert in der Katze die Allergene im Speichel und dann kommt auch weniger davon in die Umgebung und in den Hausstaub. Insofern geht man dann natürlich auch davon aus dass die allergischen Symptome der Katzenbesitzer sich reduzieren sollten.

Heißt: Der Impfstoff soll das Bilden von Antikörpern auslösen und so das Protein deutlich reduzieren - an der Quelle sozusagen, nämlich bei den Katzen selbst. Bei Tests hat sich gezeigt, dass die Katzen, die mit HypoCat geimpft wurden, die gewünschten Antikörper gebildet haben. Die Antikörper wirken neutralisierend und binden das Protein "Fel d 1". So kann das allergieauslösende Protein beim eigenen Haustier im besten Fall gleich vermieden werden. In Europa und den USA soll der Impfstoff im Jahr 2022 auf den Markt kommen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 15. August 2019 | 10:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2019, 14:09 Uhr

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