Diversity-Day: Immer mehr Unternehmen setzen auf Vielfalt im Büro

Unsere Gesellschaft ist bunt und vielfältig und das soll sich auch in der Arbeitswelt widerspiegeln. Wir haben bei zwei Unternehmen aus Mitteldeutschland nachgefragt, wie sie Diversity im Büro umsetzen.

Diversity am Arbeitsplatz
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Am 18. Mai findet der 9. Deutsche Diversity-Tag statt. An diesem Tag werden Unternehmen in ganz Deutschland dazu angehalten sich über Diversity Management zu informieren und es zu etablieren. Diese Form des Managements wird auf die Anerkennung und Wertschätzung aller Mitarbeitenden ausgerichtet – unabhängig von Persönlichkeitsmerkmalen, Lebensstilen oder -entwürfen. Wir haben zwei UnternehmerInnen gefragt, wie es bei ihnen aussieht.

"Weltoffenes Sachsen"

Francisca Schmidt ist in den USA aufgewachsen und mit 18 nach Sachsen gekommen. Dort arbeitet sie als Referentin der Geschäftsführung bei Belchem, einem mittelständischen Chemie-Unternehmen aus Freiberg in Sachsen. Das Unternehmen lebt von der internationalen und interkulturellen Zusammenarbeit, sagt sie:

Diversity im Büro - Mittagspause
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Es müssen und es sollen Menschen aus diversen Ländern, mit verschiedenen Hintergründen und Kulturen zusammenarbeiten, damit wir gemeinsam Dinge weiterentwickeln können und gemeinsam vorankommen. Das ist auch der Grund warum wir übrigens Vereinsmitglied in dem Verein "Weltoffenes Sachsen" sind.

Das Landesprogramm »Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz« (WOS) wird vom Freistaat Sachsen gefördert.

Mit Hilfe des WOS können Projekte für Demokratie und Toleranz in Sachsen finanziell gefördert, beratend begleitet und miteinander vernetzt werden.

Heißt es auf der Seite. Belchem beschäftigt rund 40 Mitarbeiter, so Schmidt:

Wir freuen uns sehr, dass das Team trotzdem sehr international ist. Wir haben neun verschiedene Nationen. (...) Aus Amerika, Frankreich, Tadschikistan, Eritrea, Belarus, Polen, Bulgarien(...) Wir sind sehr breit gefächert.

Dem Unternehmen sei es sehr wichtig diese Vielfalt im Unternehmen zu haben. So könne jede Person seine Ideen und Erfahrungen mit ins Unternehmen bringen:

Ich glaube schon, dass unsere Mitarbeiter mit Migrationshintergrund sehr offen sind, den neuen Dingen gegenüber und immer wieder bereit sind pragmatisch nach innovativen Lösungen zu suchen.

Auch in der Mittagspause wird es nie langweilig:

Man hat da immer sehr lustige Erfahrungen, die man miteinander austauschen kann. Man kann immer was voneinander lernen und es wird hier tatsächlich nie langweilig.

"Ich finde es wichtig, auch junge Frauen auszubilden"

Georg Brücker ist Chef der Möbeltischlerei Brückner aus Markkleeberg. Dort werden DJ-Cases aus Holz gefertigt aber auch Inneneinrichtungen für Restaurants oder Geschäfte. Auch er ist Mitglied in dem Verein "Weltoffenes Sachsen" und setzt in seinem Unternehmen auf Vielfalt:

Mehr Frauen im Handwerk
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In den nächsten 10 oder 15 Jahren wird es für uns ein Thema sein, dass nicht genügend Lehrlinge da sind. Da finde ich es wichtig, auch junge Frauen auszubilden oder einen Mitarbeiter aus dem Ausland zu haben.

Die bringen nämlich neue Ideen und Erfahrungen mit, so Brücker weiter:

Ich habe einen Mitarbeiter aus dem Iran, der handwerklich ganz andere Fähigkeiten hat, weil es dort natürlich nicht die technische Ausstattung gibt, wie sie in Deutschland existiert. Der kann viel besser mit Handwerkzeugen umgehen, wo also andere Ideen reinkommen und andere Fertigkeiten, die wir auch wirklich brauchen.

Brücker ist stolz auf sein Team:

Wir haben Mitarbeiter aus dem Iran und neuerdings auch aus Afghanistan - einen Lehrling, der sich ganz gut eingearbeitet hat und vielleicht auch übernommen wird. Und für das Team ist es eine gute Ergänzung, sich auch einfach zu fragen: Was können andere? Wo können wir uns einbringen? Welche Ideen bringen andere Mitarbeiter mit? Ich bin zufrieden und auch stolz drauf ein Team zu haben, was nicht nur aus Mitarbeitern aus dieser Region besteht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 18. Mai 2021 | 15:10 Uhr

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