ICE-T der Deutschen Bahn zwischen Erfurt und Ebensfeld im Thüringer Wald.
Bildrechte: MDR FERNSEHEN

Mit 300 km/h durch Mitteldeutschland Das wusstest du nicht über die neue ICE-Strecke

Für Bahnfahrer ist es ein neues Zeitalter. Die fertig gestellte ICE-Strecke Berlin - München bringt auch für Mitteldeutschland enorme Zeitersparnis. Die Reisezeit in Richtung Süden wird deutlich kürzer. Hier die interessantesten Fakten rund um den Bau der Trasse, die eine Planungs-und Bauzeit von 27 Jahren benötigte.

ICE-T der Deutschen Bahn zwischen Erfurt und Ebensfeld im Thüringer Wald.
Bildrechte: MDR FERNSEHEN

An der 107 Kilometer Strecke wurde mehr als zehn Jahre lang gebaut. Jetzt ist sie endlich fertig und damit sind nach Angaben der Bahn mehr als zehn Milliarden Euro ausgegeben worden. Von Leipzig aus wird die Fahrt nach München über 100 Minuten schneller. Auch andere Regionen profitieren.

Von Mitteldeutschland nach München
  Alte Strecke Neue Strecke
Wernigerode - München 5 Stunden, 47 Minuten 4 Stunden, 21 Minuten
Jena - München 3 Stunden, 47 Minuten 3 Stunden, 24 Minuten
Grimma - München 5 Stunden, 50 Minuten 4 Stunden, 13 Minuten
Leipzig - München 4 Stunden, 50 Minuten 3 Stunden, 15 Minuten
Halle - München 4 Stunden, 51 Minuten 2 Stunden, 45 Minuten
Magdeburg - München 5 Stunden, 56 Minuten 4 Stunden, 03 Minuten
Dresden - München 5 Stunden, 46 Minuten 4 Stunden, 42 Minuten

Die genauen Fahrzeiten variieren je nach Tageszeit. Die Verbindungen wurden beispielhaft ausgewählt.

Nicht jeder freut sich

Erfurt wird jetzt zur neuen Bahn-Metropole im Osten. Hier treffen sich ICE-Züge aus vielen verschiedenen Richtungen. Durch die neue Strecke werden einige Regionen aber auch abgekoppelt. Zum Beispiel hält in Jena jetzt kein regelmäßiger ICE-Zug mehr. Die Fahrzeit zum Beispiel nach Leipzig verdoppelt sich fast. Dagegen wird am Samstag mit einem Flashmob protestiert. Der letzte ICE soll um 21:08 Uhr symbolisch am Bahnhof Jena Paradies verabschiedet werden.

Fakten über die neue Strecke

Draufsicht auf neue ICE-Strecke: Grümpentalbrücke mit dem Tunnel Baumleite in der Ferne. Die Grümpentalbrücke ist die längste Eisenbahnbogenbrücke Europas. Außerdem der Eingang zum Tunnel Müß.    Viele Grüße, Carmen
Bildrechte: MDR/Carmen Ullmann

Neuer Rekord Längste Eisenbahn-Bogenbrücke Europas

Längste Eisenbahn-Bogenbrücke Europas

Die Grümpentalbrücke in Südthüringen besitzt eine Bogenspannweite von 270 Metern. Damit knackt sie den Rekord. Die Brücke hat 20 Millionen Euro gekostet.

Ilmtalbrücke
Bildrechte: IMAGO

Schon längst fertig Einige Bauwerke bereits saniert

Einige Bauwerke bereits saniert

Der Plan für die Neubaustrecke steht schon seit Anfang der 90er Jahre. Jetzt wurde seit über zehn Jahren an verschiedenen Stellen gearbeitet. Deshalb mussten vor der Eröffnung einige der neuen Brücken bereits saniert werden.

Bleßberghöhle bei Schalkau (Landkreis Sonneberg)
Bildrechte: dpa

Sensationeller Fund Höhle gefunden

Höhle gefunden

Bei Tunnel-Bauarbeiten wurde im Bleßberg im Landkreis Hildburghausen etwas Spektakuläres gefunden. Eine Höhle, die sich jetzt Bleßberghöhle nennt. Auch an anderen Stellen haben archäologischen Grabungen über 20.000 historische Stücke freigelegt.

Ganz schön hoch Der Kampf gegen den Schnee

Der Kampf gegen den Schnee

Da die Strecke durch den Thüringer Wald führt, liegt sie sehr weit oben. Hier wird häufiger als an anderen Strecken mit starkem Schneefall gerechnet. Deshalb wurden in Erfurt extra Schneeräumfahrzeuge stationiert. Außerdem musste ein Lawinenschutz eingerichtet werden.

Ein großer Kran hebt einen Eisenbahnwaggon an
Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Für die Sicherheit Neues Übungsgelände für den Katastrophenfall

Neues Übungsgelände für den Katastrophenfall

Das Thema Sicherheit hat bei dem Bau der Strecke eine große Rolle gespielt. In Crossen entsteht extra ein Übungsgelände für Feuerwehrleute. Mit ausrangierten Eisenbahnwaggons soll zum Beispiel das Verhalten bei Bränden erprobt werden. Ein neuer Übungstunnel ist geplant. Dieser wird der längste seiner Art in ganz Europa.

Mehr über die schnelle Strecke

ICE-Neubaustrecke Notfallübung auf der Froschgrundsee-Brücke

Auf der ICE-Neubaustrecke bei Sonneberg probten am Samstag viele Retter den Katastrophenfall. Bei der Übung auf der Brücke Froschgrundsee waren auch rund 50 Thüringer Feuerwehrleute im Einsatz.

Feuerwehrleute sitzen vor einem Zug auf den Gleisen
Was tun, wenn ein ICE in ein Baufahrzeug fährt? Mitten auf einer hohen Brücke? Und es viele Verletzte gibt? Dieses Szenario spielten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei am 21. Oktober durch. Bildrechte: MDR/Tino Geist
Feuerwehrleute sitzen vor einem Zug auf den Gleisen
Was tun, wenn ein ICE in ein Baufahrzeug fährt? Mitten auf einer hohen Brücke? Und es viele Verletzte gibt? Dieses Szenario spielten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei am 21. Oktober durch. Bildrechte: MDR/Tino Geist
Menschen blicken zu einer Eisenbahnbrücke, auf der Rauch von einem ZUug aufsteigt.
Ganze 65 Meter hoch ist die Talbrücke Froschgrundsee in Bayern. Über sie führt die neue ICE-Neubaustrecke von Erfurt nach Ebensfeld. Bildrechte: MDR/Tino Geist
Feuerwehrleute legen Atemschutzmasken an
Auch 50 Feuerleute aus Thüringen unterstützen bei der Übung die Kollegen aus Bayern, da der Unfallort direkt an der Landesgrenze liegt. Bildrechte: MDR/Tino Geist
Feuerwehrleute und Menschen in blauen Arbeitsanzügen auf einer Eisenbahnbrücke
Um 9:32 Uhr ging der fingierte Notruf ein. Außerdem hat der ICE durch den Unfall Feuer gefangen. Bildrechte: MDR/Tino Geist
Junger Mann liegt in orangefarbener Trage
Rund 100 "Verletzte" müssen die Retter versorgen. Mit speziellen Rollwagen werden sie abtransportiert. Bildrechte: MDR/Tino Geist
Feuerwehrleute beobachten vom Ufer aus ein Boot.
Auch im Froschgrundsee suchten die Retter nach Vermissten. Rund 500 Feuerwehrleute, Polizisten und Statisten waren bei der Katastrophenübung dabei. Bildrechte: MDR/Tino Geist
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Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 08. Dezember 2017 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2017, 14:45 Uhr