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Bußgelder drohen: Diese Regeln gelten ab 2022 für Hundehalter

Stand: 09. Februar 2022, 10:03 Uhr

Wer ein Haustier hat, trägt auch eine gewisse Verantwortung. Deswegen gelten ab diesem Jahr neue Regeln für Hundehalter. Dabei geht es vor allem um den Auslauf oder eine angemessene Unterkunft für die Tiere.

Wer in Deutschland lebt und einen Hund hat, muss sich ab diesem Jahr an strengere Regeln halten. Dann tritt eine Änderungsverordnung in Kraft, die sicherstellen soll, dass Hunde angemessen gehalten werden.

Was gilt dann für Hundehalter?

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Hundehalter müssen ab diesem Jahr darauf achten, dass genug Auslauf, eine ausreichende Betreuung, Kontakte mit Artgenossen oder auch eine angemessene Unterkunft gewährleistet sind. Laut der bundesweit geltenden Änderungsverordnung gehören zu den neuen Regeln:

  • ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers
  • täglicher Umgang mit Betreuungspersonen
  • regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen
  • freier Blick aus der Unterkunft
  • eine angemessene Schutzhütte und
  • ein angemessener Liegeplatz im Freien.

Demnach wäre es rechtswidrig, Hunde in Zwingern oder Kleingärten zu halten, bei denen Halter nur zum Füttern ab und zu vorbeischauen. Laut der Verordnung müssen die Vierbeiner ihre Halter täglich sehen und auch regelmäßig mit anderen Hunden zusammenkommen. Für Welpen sind die Regeln noch ein wenig strenger: Sie müssen mindestens vier Stunden täglich betreut werden, bis sie mindestens zwanzig Wochen alt sind. Laut einer Sprecherin des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sei dieser Zeitraum wichtig für die Sozialisierung der Tiere.

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Eine fehlende Sozialisierung kann zu massiven Verhaltensstörungen und in der Konsequenz zu nicht unerheblichen Leiden der Hunde führen.

Wer kontrolliert die Verstöße – und womit müssen Halter rechnen?

Wer ein Haustier hält, muss aber nicht mit regelmäßigen Kontrollbesuchen der Polizei rechnen. Laut dem Tierschutzbeauftragten in Sachsen-Anhalt, Dr. Marco König, erledigen die Veterinärämter der Landkreise bzw. kreisfreien Städte die Kontrollen – und sie kontrollieren auch nur dann, wenn sie von einem Rechtsverstoß erfahren oder einen Verdacht haben. Was genau bei einem Verstoß auf die Halter zukommt, hänge von der Schwere der Tat ab.

Dr. Marco König, Tierschutzbeauftragter des Landes Sachsen-Anhalt Bildrechte: Privat

Werden Hunde länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zugefügt, handelt es sich um Straftaten.

Andere Verstöße gegen die Vorschriften seien in der Regel Ordnungswidrigkeiten, die mit Bußgeldern bestraft werden können, so König. Wenn sich die Haltung des Tieres jedoch nicht verbessere, könne die Behörde „im äußersten Fall mit der Wegnahme des Tieres oder Aussprechen eines Haltungsverbotes“ reagieren.

Ab 2023: Stachelhalsbänder verboten und strengere Regeln für Züchter

Ab 2023 kommen dann noch weitere Regeln hinzu: Wer seinen Hund erziehen möchte, darf ab dann kein Stachelhalsband oder andere schmerzhafte Mittel verwenden. Außerdem wird die Haltung an einer langen Leine untersagt – mit Ausnahme für ausgebildete Hunde, die bestimmte Tätigkeiten ausüben.

Auch auf Züchter kommen dann strengere Regeln zu. Laut der Tierschutzverordnung darf dann eine Person nur noch drei Hündinnen mit Welpen betreuen. Außerdem gibt es dann für Wurfkisten eine Temperaturvorgabe: mindestens 18 Grad Celsius werden dann zur Pflicht. Und auch für Ausstellungen, auf denen Züchter ihre Hunde präsentieren, gelten dann ab 2023 neue Regeln. Hunde, deren Schwänze tierschutzwidrig kupiert (also amputiert) sind, dürfen nicht mehr ausgestellt werden. Außerdem dürfen Hunde, die erblich bedingte Leiden, wie Verhaltensstörungen, oder „Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen“, wie bspw. Haarlosigkeit.

Dieses Thema im ProgrammMDR JUMP - Themen des Tages | 16. Dezember 2021 | 19:20 Uhr

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