So explodieren die Stromkosten im Homeoffice nicht

Arbeiten in den eigenen vier Wänden: Durch die Rückkehr zum Homeoffice-Pflicht sollen sich weniger Menschen mit dem Corona-Virus anstecken. Doch damit wird auch die eigene Stromrechnung teurer.

Eine Frau arbeitet während der Corona-Einschränkungen im Homeoffice
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Bis Ende Juni galt die Vorgabe für Arbeitgeber, so viele Mitarbeiter wie möglich von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Angesichts der stark gestiegenen Corona-Zahlen ist sie jetzt wieder da: die Homeoffice-Pflicht. Die fällt ausgerechnet in eine Zeit, in der die Energiepreise für viele deutlich gestiegen sind. Laut dem Vergleichsportal Verivox sind die Energiekosten hoch wie nie. Private Haushalte werden mit bis zu 1.200 Euro extra pro Jahr belastet.

Das "läppert" sich: Stromkosten gehen pro Jahr um mehr als 65 Euro nach oben

Das Vergleichsportal Check24 hat es im letzten Winter genauer ausgerechnet: Jeder Tag mit Laptop, Monitor, Schreibtischlampe und Elektroherd fürs Kochen lässt die Stromrechnung um rund 30 Cent nach oben gehen. Pro Jahr kommen also alle im Homeoffice beim Strom um rund 65 Euro teurer. Das sind wohlgemerkt die Preise fürs letzte Jahr. Wenn Kinder wegen Corona-Infektionen in der Klasse oder in der Kita zu Hause bleiben müssen, wird es natürlich gleich noch teurer. Mit ein paar Tipps und Tricks lässt sich der Anstieg aber zumindest etwas abbremsen. Die sind weder neu noch überraschend aber eben wichtige kleine Stellschrauben.

Abschaltbare Mehrfachsteckdose

Er arbeitet, sie puzzelt: Vater und Tochter im Homeoffice in Berlin
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Viele haben im Homeoffice viel Technik auf dem Schreib- oder Küchentisch stehen. Die verbraucht auch im Standby-Modus nach Feierabend ordentlich Strom. Laut den Verbraucherzentralen können die Geräte damit zehn Prozent vom Stromverbrauch verursachen. Mit einem Klick auf den Aus-Knopf an der Mehrfachsteckdose muss man sich darüber keinen Kopf mehr machen.

Router und Repeater nachts abschalten

Auch diesen einfach umsetzenden Tipp geben die Verbraucherzentralen. Bis zu 30 Euro jährlich gehen für den Strom vom Router für den Internetzugang drauf. Da sind manche Kühlschränke inzwischen sparsamer. Internet braucht nach dem Schlafengehen keiner mehr. Nötige Updates über das WLAN können sich Smartphones auch am nächsten Tag holen. Also können der Router und – so vorhanden – auch Repeater oder Mesh-Netzwerke nachts abgeschaltet werden. Übrigens lässt auch die Kaffeemaschine auf Standby die Stromkosten deutlich nach oben gehen. Bis zu 300 Euro pro Jahr können das sein. Wer auf seinen Kaffeenachschub im Homeoffice-Büro nicht verzichten will, setzt daher besser auf frisches Aufbrühen oder die gute alte Thermoskanne.

Auf Lampen mit weniger Verbrauch setzen

In vielen Unternehmen leuchten schon LED-Lampen, weil dort meist mehr auf die Kosten geschaut wird und der Verschleiß bei den Lichtquellen oft auch höher ist. Das ist zu Hause oft anders: Da leuchtet seit Jahren die gute alte Glühlampe über dem Küchentisch. Die Schreibtischlampe verrichtet seit Jahren ihren – leider stromfressenden – Dienst. Falls noch nicht passiert, kann man die Rückkehr ins Homeoffice auch nochmal als Gelegenheit zum Umstieg auf LED-Licht nutzen. Moderne LED-Lampen liefern auch warmes Licht, sind aber um bis zu 80 Prozent sparsamer als Glühlampen. Da lohnt ein kurzer Blick auf die Technikangaben auf der Verpackung: Bei der Lichtfarbe sollten es weniger als 2.000 Kelvin sein. Das heißt "warmes Licht". 5.000 Kelvin steht für eher helles, gleißendes Licht. Bei der Lux-Angabe sind Werte zwischen 400 und 800 gut. Dann ist der Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden hell genug beleuchtet.  

Wie holt man sich die Kosten fürs Homeoffice wieder rein?

Anders als in der Zeit vor der Corona-Pandemie haben es Arbeitnehmer jetzt etwas einfacher, die Kosten für ihr Homeoffice bei der Steuer mit abzusetzen. Sie mussten dafür vorher nachweisen, dass sie für ihr Arbeit ein separates Zimmer haben. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Fünf Euro pro Tag können pauschal als Werbungskosten fürs Homeoffice angesetzt werden. Maximal 600 Euro pro Jahr sind möglich.

Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und AFP.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Bei der Arbeit | 07. Dezember 2021 | 10:45 Uhr

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