Urteil der Woche: Kein Unfallschutz auf dem Weg zwischen Kita und Homeoffice

31.01.2020 | 14:00 Uhr

Wer auf dem direkten Weg zur Arbeit einen Unfall hat, bei dem springt die gesetzliche Unfallversicherung ein. Doch der Schutz hat enge Grenzen. Einige davon hat das Bundessozialgericht in Kassel jetzt bestätigt.

Eine Person stürzt
Bildrechte: imago images / Panthermedia

Die gesetzliche Unfallversicherung sorgt immer wieder für Streit. Was ist denn nun versichert und was nicht? Die Richter vom Bundessozialgericht haben gerade wieder klare Grenzen abgesteckt. Wer auf dem Arbeitsweg einen Tankstopp einlegt ist dem Urteil nach nicht versichert. Gleiches gilt für Leute, die im Home Office arbeiten und ihr Kind in die Kita bringen.

Gestürzt auf dem Weg zur Kita

Auslöser für den Prozess war der Fall einer Frau, auf dem Weg vom Homeoffice zur Kita gestürzt ist und sich dabei den Ellenbogen brach. Ihre Krankenkasse bezahlte insgesamt 19.000 Euro Behandlungskosten und wollte sich das Geld von der Berufsgenossenschaft wiederholen. Doch die berief sich darauf, dass der Weg nichts mit der Arbeit zu tun habe und wollte nicht zahlen. Die Frau klagte und verlor. Das Bundessozialgericht urteilte, dass der Unfall kein Wegeunfall sei. Rechtsanwalt Thomas Kinschewski erklärt:

Wer sein Homeoffice verlässt, um in den Kindergarten zu fahren, der ist nicht auf dem Weg zur Arbeit, sondern von der Arbeit weg. So hart ist nun mal das Gesetz.

Wer allerdings auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg einlegt, um sein Kind zum Kindergarten zu bringen, der ist weiterhin mitversichert. Das Urteil betrifft lediglich Menschen, die von zu Hause aus arbeiten.

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
Bildrechte: Thomas Kinschewski

Unser Experte Rechtsanwalt Thomas Kinschewski hat Rechtswissenschaften an der Uni Halle studiert. Seine Spezialgebiete sind unter anderem das Zivil-, Vertrags- und Schadens-, Verkehrs- und Familienrecht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 01. Februar 2020 | 12:30 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP