Nach dem Hochwasser: Aufräumen in Sachsen, weiter bangen im Westen

Gewaltige Regenmengen haben in Deutschland am Wochenende zu einer Flutkatastrophe historischen Ausmaßes geführt. Langsam entspannt sich die Lage, doch Entwarnung gibt es noch nicht.

Hochwasser Sachsen
Bildrechte: imago images/Bernd März

Nach den schweren Unwettern und Überschwemmungen vom Wochenende gehen in Ostsachsen die Aufräumarbeiten los.

So ist etwa die Bahnstrecke Dresden - Prag seit der Nacht zum Montag wieder befahrbar. Vorerst aber nur eingleisig. Nach Angaben der Deutschen Bahn kann es durch die anhaltende Beeinträchtigung des Zugverkehrs zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Děčín weiterhin zu Verspätungen von bis zu einer Stadt und kurzfristigen Zug- und Haltausfällen kommen. Auch etliche Straßen werden erst langsam von Schlamm, Geröll und umgestürzten Bäumen befreit.

Innenminister besucht Flutgebiete

Die Behörden rechnen weiterhin mit Verkehrsbehinderungen in der Region. Die Aufnahme der Schäden dauere an, beziffern ließen sie sich noch nicht, hieß es etwa aus dem Landratsamt Pirna. Innenminister Roland Wöller verschaffte sich am Sonntag einen Überblick über die Lage im Landkreis Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge.

Das Kabinett wolle am Dienstag darüber beraten, wie der Freistaat helfen könne, stellte Wöller in Aussicht. Umweltminister Wolfram Günther fühlte sich an vergangene Hochwasserkatastrophen erinnert. Die Erfahrungen aus den Jahren 2002, 2010 und 2013 hätten schlimmeres verhindert, sagte er.

Aufräumen im Westen

Auch im Westen Deutschlands gehen langsam die Aufräumarbeiten los. Entwarnung kann dort allerdings nicht überall gegeben werden. An der Steinbachtalsperre in Euskirchen könne ein Dammbruch immer noch nicht ausgeschlossen werden.

Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen auf über 160: Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind nach Polizeiangaben 117 Tote zu beklagen, während die Zahl in Nordrhein-Westfalen auf 46 gestiegen war. In Bayern kam ein Mann ums Leben.

Immerhin werden für die kommenden Tage keine weiteren schweren Regenfälle in Deutschland erwartet. Zwar seien tagsüber in Bayern vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen. Insgesamt stehe Deutschland in den nächsten Tagen mit recht trockener Luft jedoch relativ ruhiges Wetter bevor.

Mit Material von dpa, MDR Sachsen

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 19. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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