Braun werden im Schatten und warme Getränke: Stimmen die größten Sommer-Mythen?

Im Schatten werden wir auch braun und warme Getränke sind im Sommer besser als Kalte: Wir überprüfen die bekanntesten Mythen rund um die heißesten Tage des Jahres.

Mädchen mit Sonnenbrille
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Der Sommer ist für viele Menschen Urlaubszeit. Da gehen wir ins Freibad, sonnen uns und versuchen eine Abkühlung zu bekommen. Doch stimmt das, was sich als Gerücht schon seit Jahren hält tatsächlich? Wir haben die bekanntesten Sommer-Mythen überprüft.

Mythos 1: Bei Hitze helfen warme Getränke besser, als Kalte!

Diesen Mythos klärt Undine Jakob im Gespräch mit MDR JUMP auf. Sie ist Ernährungswissenschaftlerin und hat eine Praxis im Lymphzentrum-Erfurt. Sie sagt: Dieses Gerücht wurde schon mehrfach widerlegt. Ob kalt oder warm, das macht keinen Unterschied. Aber eiskalte Getränke sind trotzdem tabu, da diese zu Magenkrämpfen führen. Die Wasseraufnahme wird dadurch verlangsamt.

Diese These mit dem kommt eigentlich aus der Wüstenregion. Da liegen aber die Tradition und die Gewohnheit und die hygienischen Aspekte eher im Vordergrund. Sie kochen das Wasser ab und bei 40 Grad kühlt das Wasser dann auch nicht auf 20 Grad ab.

Undine Jakob, Ernährungswissenschaftlerin

Ihr Expertentipp: Geschnittenes Obst oder Kräuter in eine Glaskaraffe geben und dann eine Stunde im Wasser ziehen lassen. Das schmeckt erfrischend.

Ein Thermometer zeigt 27 Grad Celsius
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Mythos 2: Wer zu schnell Eis isst, bekommt Kopfschmerzen!

Dieses Phänomen gibt es tatsächlich, erklärt Undine Jakob. Der Gaumen meldet dem Gehirn einen Alarm. Durch den Überlebenswillen des Körpers soll das Gehirn warm gehalten werden. Deshalb wird die Durchblutung hochgefahren. Das sorgt für die Kopfschmerzen, die auch Hirn-Freeze genannt werden.

Migränepatienten sind anfälliger für diesen Spannungskopfschmerz.

Undine Jakob, Ernährungswissenschaftlerin

Ihr Expertentipp: Das Eis langsam mit einem Löffel essen - bestenfalls nach unten zur Zunge gedreht.

Mythos 3: Im Freibad sind Pommes mit Mayo besonders beliebt!

Tatsächlich verspüren viele von uns beim Besuch im Freibad großen Hunger. Denn wir verbrauchen beim Schwimmen sehr viele Kalorien, bis zu 500 Kalorien zusätzlich. Außerdem kostet es den Körper Energie, wenn er versucht im Wasser die Körpertemperatur konstant zu halten. Außerdem schüttet der Körper Hormone aus, die Hunger erzeugen. Diese Kombination sorgt für den angeregten Appetit:

Dann gucken wir an der nächstbesten Möglichkeit, wo wir Lebensmittel herbekommen. Und das ist meistens der Kiosk.

Undine Jakob, Ernährungswissenschaftlerin

Da dort die Auswahl begrenzt ist, nehmen wir oft die einfachste Variante: frittierte Pommes.

Ihr Expertentipp: Eine Tüte Studentenfutter und einen großen Joghurt mit frischem Obst mit ins Freibad nehmen.

Pommes Frites in einer Fritteuse
Im Freibad besonders beliebt: Frische Pommes Bildrechte: imago/Schöning

Mythos 4: Alkohol wirkt bei Hitze stärker!

Das stimmt, sagt die Expertin. Denn durch die Hitze schwitzen wir mehr und verlieren mehr Flüssigkeit. Alkohol wirkt zusätzlich so, dass es den Körper schneller austrocknet.

Der reine Alkohol liegt dadurch konzentrierter vor.

Undine Jakob, Ernährungswissenschaftlerin

Das sorgt also dafür, dass Alkohol bei Hitze stärker wirkt.

Mythos 5: Auch im Schatten brauchen wir Sonnenschutz!

Diese Frage beantwortet Hautarzt Dr. Karsten Pfennig aus Crimmitschau im Gespräch mit MDR JUMP. Er sagt ganz klar: Auch im Schatten, benötigen wir Sonnenschutz.

Man kann im Schatten braun werden, aber auch verbrennen.

Dr. Karsten Pfennig, Hautarzt

Seine Erklärung: Die UV-Strahlung schafft es auch in den Schatten, ist dort aber nicht so stark, wie im direkten Sonnenlicht. Es dauert hier also etwas länger, bis Sonnenbrand entsteht. "Es ist immer eine Frage der Dosis", ergänzt der Experte.

Frau auf Liegestuhl genießt Sonnenbad
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Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 15. August 2021 | 16:20 Uhr

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