Himmelslaternen - Was ist erlaubt, was nicht?

02.01.2020 | 13:51 Uhr

Mehr als 30 Tiere starben in der Silvesternacht im Affenhaus im Krefelder Zoo. Ihr Gehege ist abgebrannt, Ursache waren sogenannte Himmelslaternen. Doch das Steigenlassen ist in Deutschland nicht erlaubt.

Himmelslaterne
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Eine Tradition aus China

Die Polizei hat in den verbrannten Trümmern des Affenhauses Reste von Himmelslaternen gefunden. Besonders zu Hochzeiten und Silvester sind diese fliegenden Laternen sehr beliebt. Die Tradition stammt aus China und ist etwa 2.000 Jahre alt. Die Laternen sind zum Beispiel aus dünnem Reis-Papier mit einem ballonartigen Metall- oder Bambusgestell. Unten an der Laterne ist ein Behälter mit Brennstoffpaste, die entzündet wird. Dann füllt sich der Papierballon mit heißer Luft und steigt dann so nach oben. Zusammen mit den entzündeten Papierlaternen schickt man Zettel mit guten Wünschen in den Himmel.

Darf man in Deutschland Himmelslaternen steigen lassen?

Himmelslaterne
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Dazu gibt es zwei Gesetzesgrundlagen: Das Luftverkehrsgesetz und das Brandschutzgesetz. Das Luftverkehrsgesetz regelt die Orte, an denen man Himmelslaternen steigen lassen darf. In der Nähe von bestimmten Flughäfen ist das nämlich verboten, da sie ziemlich hoch steigen und so den kontrollierten Flugverkehr behindern würden. In so einem Fall muss man einen Antrag bei der Deutschen Flugsicherung stellen. Ute Otterbein ist Pressesprecherin bei der Deutschen Flugsicherung und erklärt:

Wir genehmigen Himmelslaternen gar nicht, denn in den Gebieten in denen wir gefragt werden müssen, sind sie gefährlich für die anderen Flugzeuge, die dort fliegen. Das sind Gebiete rund um große Flughäfen. Unsere Zuständigkeit ist es, darauf zu gucken, dass der Flugverkehr sicher stattfindet.

Bekommt die Deutsche Flugsicherung aber einen Antrag für einen Luftraum, der sich nicht in der Nähe eines Flughafens befindet, dann kann das Steigenlassen nicht verboten werden, da es dann nicht den Flugverkehr betrifft. Etwa 300 Anträge gehen bei der Deutschen Flugsicherung pro Jahr ein.

Darüber hinaus muss man noch bei der örtlichen Ordnungsbehörde nachfragen, ob das Steigenlassen hinsichtlich der Brandschutzgesetzes erlaubt ist. Generell verbietet das Brandschutzrecht aber das Steigenlassen in ganz Deutschland.

Auch Lars Oschmann, der Chef des Thüringer Feuerwehrverbandes findet Himmelslaternen problematisch:

Das Problem von Himmelslaternen ist, dass die wie ein Heißluftballon funktionieren. Die Himmelslaterne steigt auch wie ein Heißluftballon nach oben. Ab diesem Moment ist die Himmelslaterne meteorologischen und thermischen Einflüssen ausgesetzt. Dann kann es sein, dass sie vom Wind weggetragen werden und sehr schnell im brennenden Zustand landen. Das kann dann unkontrolliert und unbeabsichtigt einen Brand auslösen.

Seit 2009 ist das Steigenlassen der Himmelslaternen verboten

Nach einem Brandunglück in Siegen im Jahr 2009, bei dem ein kleiner Junge ums Leben kam, wurden die Laternen in Deutschland verboten. Wird man erwischt, wie man die Himmelslaternen steigen lässt, kann es zu einem Bußgeld von zu 5.000 Euro kommen. Wird durch die Himmelslaterne sogar ein Brand ausgelöst, kann es zudem zu einer Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung kommen. Der Verkauf der Himmelslaternen ist nicht verboten, nur das Steigenlassen. Deshalb kann man sie online und auch in einigen Geschäften kaufen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 02. Januar 2020 | 14:10 Uhr

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