Deshalb wird Heizen in diesem Winter besonders teuer

Eine kuschlig warme Wohnung wird in diesem Winter wohl besonders teuer. Davon gehen Expertinnen und Experten aus. Verantwortlich dafür sind sowohl die Gaspreise, als auch das Wetter.

Frieren im Winter
Wenn es in diesem Winter kalt wird, kann die Nebenkostenabrechnung sehr hoch ausfallen. Bildrechte: dpa

Wenn die Temperaturen sinken, müssen wir zu Hause wieder die Heizung anstellen. Je nach persönlichem Empfinden und Dämmung des Hauses ist es zeitiger oder später notwendig, die Regler nach oben zu drehen. Doch in diesem Winter wird es besonders viel Geld kosten, eine Wohlfühltemperatur zu erreichen. Das zeigt sich schon daran, dass die Inflationsrate mit einem Wert von 4,1 Prozent so hoch ist, wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.

Deshalb wird Heizen teuer

Vor allem Menschen, die mit Öl oder Gas heizen, müssen sich auf gestiegene Kosten und dadurch auch auf eine hohe Nachzahlung im kommenden Jahr einstellen. Das erklärt das Vergleichsportal Verivox in einer neuen Untersuchung:

Die Gaskosten sind im Jahresvergleich um mehr als ein Viertel gestiegen, die Preise für Heizöl legten um knapp 87 Prozent zu.

Verivox

Laut dem Portal sind die gestiegenen Gaspreise bei den Großhändlern für diesen Anstieg verantwortlich. Der Preis für Erdgas habe ich auf einigen Märkten versiebenfacht. Als Grund werden unter anderem eine erhöhte Nachfrage aus Asien und die gestiegenen CO2-Preise angegeben. Auch die Nachfrage nach Erdöl sei weltweit sprunghaft angestiegen. Von den Preissteigerungen sind viele Menschen betroffen. Fast jeder zweite Haushalt in Deutschland heizt mit Gas.

Eine Frau dreht eine Heizung auf.
Heizen wird in diesem Winter teuer. Bildrechte: dpa

So reagieren Gasversorger

Die Situation ist vor allem für Kundinnen und Kunden von Gasversorgern problematisch, die nicht viel Gas eingelagert haben. Denn diese müssen jetzt teuer zukaufen. Das erklärte der Gasmarkt-Experte Heiko Lohmann gegenüber dem MDR:

Die Speicher sind nach dem vergangenen Winter sehr leer gewesen und müssen gefüllt werden. Und zum zweiten haben sie eine sehr hohe Nachfrage nach Erdgas zur Stromerzeugung. Das hängt unter anderem auch mit dem schon begonnenen Kohleausstieg zusammen.

Gasmarkt-Experte Heiko Lohmann

Kein regionaler Gasversorger würde in den kommenden Monaten eine Preissenkung planen. Sehr viele hingegen wollen den Gasverbrauch für ihre Kundinnen und Kunden teurer machen. Laut Verivox planen 42 regionale Gasanbieter eine Preiserhöhung, oder haben diese bereits umgesetzt. Diese beträgt im Durchschnitt 12,9 Prozent. Bei einem beispielhaften Jahresverbrauch von 20.000 kWh kostet das Gas dann 189 Euro pro Jahr mehr. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben Versorger ihre Preise erhöht oder bereits Erhöhungen angekündigt. Das erklärte Lundquist Neubauer von Verivox gegenüber dem MDR:

Hervorzuheben wären die Stadtwerke in Dresden. Die erhöhen um neun Prozent. Die Gasversorgung in Görlitz steigt um 14 Prozent. Und besonders stark ist der Anstieg in Stendal. Da geht es 25 Prozent nach oben. Für eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind das 352 Euro mehr im Jahr.

Lundquist Neubauer, Verivox

Kalter Winter könnte Kosten steigern

Vor allem wenn der Winter besonders kalt wird, müssen die Menschen mehr heizen. Damit würden auch die Kosten steigen. Einige Expertinnen und Experten gehen sogar von einem Rekordwinter aus.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 06. Oktober 2021 | 15:45 Uhr

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