Ein Muss bei der Hitze: Freibad
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Fühlt sich an wie Sommer Rekord-Mai mit Hitze und Wetterkapriolen

30.05.2018 | 19:16 Uhr

275 Stunden Sonne und so warm wie seit fast 130 Jahren nicht mehr: Der Mai 2018 war rekordverdächtig heiß und sonnig. Schwere Gewitter, Fluten und extreme Trockenheit gehörten aber auch dazu. Vorerst bleibt es auch heiß.

Ein Muss bei der Hitze: Freibad
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Reich an Sonnenschein

Der April hatte schon gut vorgelegt und war überdurchschnittlich warm: Der Mai 2018 setzte dann mit satten vier Grad über dem Schnitt noch einen drauf. Damit war der Monat ähnlich warm wie der Mai 1889, der bisher als Rekordhalter gilt. Mit 275 Sonnenstunden gehört der Monat zu den sonnenscheinreichsten seit Beginn der Messungen. Das zeigt die Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die heute veröffentlicht wurde. Thüringen kam auf 265 Stunden Sonne, Sachsen auf 280 und Sachsen-Anhalt sogar auf 315.

Hitzerekord in Haldensleben

Die Kleinstadt Haldensleben in Sachsen-Anhalt schaffte am Wochenanfang sogar den europäischen Hitzerekord: 34,2 Grad laut MDR-Wetterstudio. So warm war es am 28.05.18 nur im türkischen Aygirgolu. Aber nicht nur Hitze, sondern auch extreme Trockenheit und schwere Gewitter prägten das Wetter im Mai 2018: Vor allem im Norden und im Osten regnete es viel zu wenig. In manchen Regionen waren es nur fünf Liter pro Quadratmeter, üblich sind 71 Liter. Wittenberg war von der Trockenheit besonders betroffen. Laut DWD fielen bis zum 30. Mai nur 1,2 Liter pro Quadratmeter. Im Landkreis Wittenberg ist daher die Waldbrandstufe 5 ausgerufen worden.

Millionenschäden durch Unwetter

Freibadwetter und beste Bedingungen für den Grillabend waren aber nur die eine, schöne Seite des Mai: Zum Monatsende hin gab es in vielen Regionen schlimme Unwetter mit Starkregen. Keller wurden überflutet, Straßen unterspült, Open-Air-Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Am 24. Mai zogen heftige Gewitter mit riesigen Regenmassen über das Vogtland in Sachsen hinweg: In Bad Elster-Sohl etwa prasselten mehr als 150 Liter pro Quadratmeter herunter. Im schwer betroffenen Adorf musste eine Siedlung evakuiert werden, mehrere Supermärkte und ein Freibad wurden überflutet. Bürgermeister Rico Schmidt sagte dem MDR, eine solche Extremsituation habe es in der Stadt noch nie gegeben. Die Unwetterbilanz für die Region lautet: Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Zwei Kreisstraßen werden wohl mindestens ein Jahr gesperrt bleiben.

„Derzeit keine Entspannung in Sicht“

Laut DWD wird es weitere Unwetter geben: In den östlichen Mittelgebirgen und den Alpen kann es am Mittwoch weiter kräftige Gewitter geben. Die können Starkregen und Hagel mitbringen. Genaue Vorhersagen für die Wärmegewitter seien aber nicht möglich. Laut MDR-Wettermann Thomas Globig wisse man frühestens eine halbe Stunde vorher, wo genau sich ein Gewitter entlade.

Aussichten für Sommer nicht ganz so gut

Die aktuelle Wetterlage werde voraussichtlich bis Anfang Juni anhalten, sagt MDR-Meteorologe Thomas Globig. Derzeit beherrsche eine stabile Tiefdrucklage bei hohem Druck in Nordeuropa das Wetter. Dadurch strömten warme Luftmassen aus Südost nach Deutschland. Anfang Juni könne es dann aber kühler und wechselhafter werden. Auf einen so „frühen“ Sommer wie in diesem Jahr folgten aus Globigs Erfahrung oft durchwachsene Hochsommer mit wechselhaftem Wetter.  

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 30. Mai 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2018, 19:16 Uhr

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