Einbruch ins Grüne Gewölbe: Wie ist der aktuelle Stand?

Genau zwei Jahre ist es her, seit aus dem Grünen Gewölbe in Dresden etliche Kunstobjekte und Schmuckstücke entwendet wurden. Was ist geschehen und ist man den Tätern auf der Spur?

Der Pretiosensaal im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Residenzschloß.
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Dieser Raub bewegt Sachsen noch heute. Vor genau zwei Jahren, am 25. November 2019, drangen Täter nachts in das Grüne Gewölbe in Dresden ein. Aus einer Vitrine stahlen sie kostbare Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten.

Was ist geschehen?

Über ein vergittertes Fenster gelang es zwei Männern im Schutz der Dunkelheit in das Museum einzudringen. Dort schafften sie es mithilfe einer Axt ein Glasfenster zu zertrümmern und so die dahinter gelegenen Schätze zu stehlen. Erst Minuten später wurden die Sicherheitskräfte auf die Täter aufmerksam und verständigten die Polizei. Doch jede Hilfe kam zu spät. Als die Polizei, eintraf waren die Täter schon über alle Berge - mit ihnen das Diebesgut. Der Versicherungswert der gestohlenen Gegenstände beläuft sich auf mindestens 113,9 Millionen Euro. Darunter unter anderem Teile des Brillantkolliers der Königin Amalie Auguste, ein Degen und eine Epaulette mit dem sogenannten “Sächsischen Weißen”.

Die Diebe flüchteten mit einem Auto, das sogar von einer Überwachungskamera gefilmt wurde. Kurz nach der Flucht fanden Polizisten dieses Auto. Allerdings abgebrannt in einer naheliegenden Tiefgarage.

Die ersten Ermittlungen

Im März 2020 veröffentlichten Ermittler zum ersten Mal ein Phantomfoto eines Verdächtigten. Dieser Mann soll laut Ermittlungen den Fluchtwagen vor der Tat in Magdeburg abgeholt haben.

September 2020 fingen die ersten Spuren an, nach Berlin zu deuten. Dort untersuchten Polizisten einen Verdächtigen der die Täter aus Dresden mit SIM-Karten versorgt haben soll. Im Rahmen einer Untersuchung der Wohnung des Verdächtigen, sowie eines Internet-Cafés konnten mehrere Beweismittel sichergestellt werden.

Kurze Zeit später, im November 2020, nahm die Polizei dann in Berlin nach einer Razzia drei Mitglieder des Remmo-Clans fest. Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl und Brandstiftung vorgeworfen.

Wie ist der aktuelle Stand?

Am 19. August 2021 wurde mit Ahmed Remmo der sechste und letzte Tatverdächtige im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl des Grünen Gewölbes festgenommen. Im September wurde dann gegen alle Verdächtigen von der Staatsanwaltschaft Dresden Anklage erhoben. Ihnen wird schwerer Diebstahl, Brandstiftung sowie besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen. Bei Ermittlungsarbeiten konnten DNA-Spuren gesichert werden, die sich auf vier Mitglieder des Remmo-Clans zuordnen lassen.

Dass die gestohlenen Juwelen in ihrer Gänze jemals wieder auftauchen, halten Experten für sehr unwahrscheinlich.

Das Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
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Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Nachrichten | 17. November 2020 | 12:00 Uhr

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